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Autor Thema: RadiaScan 701A  (Gelesen 752 mal)

DG0MG

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RadiaScan 701A
« am: 28. Juni 2019, 22:00 »


Meine neueste Errungenschaft: Ein RadiaScan 701A. Neu.


Zuerstmal was zum Kauf:
Man kann den Geigerzähler ja direkt beim Hersteller "Angioscan" in Moskau erwerben, aber das Paket würde wohl der Zoll rausfischen und es kämen Zoll und Mehrwertsteuer dazu. Das hatte mich lange Zeit abgehalten. Jedoch gibts bei ebay ein Angebot, bei dem ich mit leichtem Magendrücken zuschlagen musste: Aus Zypern! Hä? Ist das nicht suspekt? Nein, Zypern ist in der EU!
Die Verkäuferin Tatiana antwortet schnell und in Englisch, nach dem Kauf und Bezahlung per PayPal war das Gerät innerhalb etwas mehr als einer Woche bei mir. Prima!
Versandkosten moderat und mit Trackingnummer.

Kann ich vorbehaltlos empfehlen:

« Letzte Änderung: 30. Juni 2019, 16:12 von DG0MG »

DL3HRT

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #1 am: 28. Juni 2019, 23:34 »
Das ist ja witzig. Bei der Verkäuferin habe ich am Montag ein Soeks Prime gekauft, welches laut DHL am kommenden Montag hier eintrifft  :) . Über das Gerät werde ich dann hier berichten. Ich kann aber deine positiven Erfahrungen bisher voll bestätigen. Ich hatte bei Ebay-Kleinanzeigen noch ein "normales" Soeks 01M II für sehr wenig Geld bekommen, so dass ich beide Soeks vergleichen kann. Dein RadiaScan dürfte aber um Welten besser sein.

DG0MG

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #2 am: 30. Juni 2019, 14:44 »
Hauptgrund, einen RadiaScan 701A haben zu wollen, ist das Zählrohr. Ein Pancake-Zählrohr "BETA 1-1" ermöglicht die Messung von Gamma, Beta und Alpha-Strahlung - das Gerät spielt also in einer ähnlichen Liga, wie der GammaScout - oder: Es dürfte durch die wesentlich größere Messfläche eine erheblich höhere Empfindlichkeit zu erwarten sein.

Technische Daten gibts auf der Herstellerseite: https://angioscan.ru/en/radiascan/devices/radiascan-701.

Ebenso das Handbuch in Englisch.

  • Lieferumfang: neutrale Schachtel (glattweiß), RadiaScan 701A, Mini-USB-Kabel, Manual (englisch), Gürteltasche (Holster)
  • Seriennummer RS701A-BG-002028
  • Firmwareversion 4.13
  • Gewicht: 126g (mit Akkus).
  • Messbereich: 0,01 µSv/h bis 10 mSv/h
  • Stromversorgung: 2*AAA-Batterien oder -Akkus oder Stromversorgung über USB (z.B. aus PowerBank). Akkus (NiMH) können über USB im Gerät geladen werden.
  • Optische und akustische Anzeige: Eine superhelle grüne LED blitzt bei jedem "Tick" (abschaltbar), ein Piezo (ebenso abschaltbar) gibt akustisch die "Ticks" aus. Bei Überschreitung von (konfigurierbaren) Grenzwerten werden ebenso Signale gegeben, die LED blitzt dann rot. Auch ein Tastaturclick ist zuschaltbar. Sogar die Helligkeit der blitzenden LED ist einstellbar.
  • Display: mehrfarbiges OLED-Display, im Dunklen saugut abzulesen, bei Sonne eher schlecht. Das Display geht nach einer einstellbaren Zeit wieder aus, da es recht viel Energie verbraucht. Im Manual wird auf die begrenzte Lebensdauer des Displays hingewiesen, man solle den Kontrast (gemeint ist wahrscheinlich die Helligkeit) nicht längere Zeit auf 100% stellen.
  • Menüsprachen: Einstellbar Russisch und Englisch
  • Tastatur: Etwas schwergängige Folientastatur mit 6 Tasten.
  • Funktionen:
    • Messung von Gamma, Anzeige in µSv/h oder µR/h. Parallel dazu wird die Dosis aufsummiert.
    • Messung von Beta durch Differenzmessung, Anzeige der Beta-Flussdichte in Impulsen pro cm² pro Minute, Messzeit konfigurierbar
    • Messung von Alpha durch Differenzmessung, Anzeige der Alpha-Flussdichte in Impulsen pro cm² pro Minute, Messzeit konfigurierbar
    • SEARCH-Mode: Die Anzeige reagiert schneller, ist dafür mit einem größeren Fehler behaftet, Anzeige in µSv/h oder µR/h.
    • DETECTION-Mode zur Feststellung von Oberflächenkontaminationen oder Lebensmittelprüfung durch Differenzmessung, Anzeige in µSv/h oder µR/h, Messzeit konfigurierbar
  • Filter: Um zu wählen, welche Strahlenart zum Zählrohr gelangen soll, gibt es auf der Geräteunterseite einen Deckel, der sich in zwei verschiedenen Richtungen einsetzen lässt. In der einen befindet sich vor dem Zählrohr nur Plastikmaterial (ca. 3 mm), in der anderen zusätzlich ein Metallquadrat. Material und Dicke unbestimmt (vermutlich Kupfer). Die dritte Möglichkeit ist, den Deckel beim Messen gar nicht aufzusetzen (Alpha). Für die Deckelstellung gibt es keine Sensoren, man muss also die Betriebsart im Menü wählen und dazu passend den Deckel setzen. Der Deckel hat auf der Außenseite zwei erhabene Symbole, so dass man erkennen kann, wie herum er gerade sitzt, ohne ihn erst abzunehmen - wenn nötig sogar im Dunklen: Hinter dem "Gamma"-Symbol ist der Energiefilter.
  • Tasche: Steckt das Gerät in der Tasche, lässt es sich weder bedienen, noch ablesen. Einzig die "Ticker"-LED sieht man vor sich hin blitzen. Zum Benutzen muss es aus der Tasche herausgenommen werden.
  • Uhr: Es läuft im Gerät eine eine Uhr mit Kalender - auch im ausgeschaltenem Zustand, über 'Schedules' lässt sich das Gerät zu vorbestimmten Uhrzeiten selbstständig Ein- und wieder Ausschalten. Die Uhr lässt sich in Zeitzone und Sommerzeit konfigurieren.
  • Logging: Es werden alle Änderungen von Einstellungen mit einem Zeitstempel versehen und im Logbuch gespeichert. Im Gamma-Modus kann man die ODL in einem einstellbaren Intervall (hh:mm:ss) ins Logbuch schreiben lassen. In den technischen Daten ist dabei eine Größe von 2000 Records für das Logbuch angegeben. Das sind bei 1 Minute Loggingintervall mehr als einen Monat Tag Aufzeichnungszeit. Sollte also für ein PC-loses Messen von Radon-Halbwertszeiten oder Thorium-Kuh-Experimenten dicke ausreichen. [edit: siehe weiter unten]
  • Software: Eine sehr umfangreiche Windows-Software lässt sich herunterladen, mit der muss ich mich erstmal noch beschäftigen. Besonderes Gimmick: Sie enthält eine Funktion, um das per USB angeschlossene Gerät komplett mit der Maus zu bedienen und das Display 1:1 auf dem PC-Monitor zu haben. Beim Verbinden des RadiaScan wird automatisch dessen Uhr gestellt.




« Letzte Änderung: 21. Juli 2019, 09:38 von DG0MG »

DG0MG

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #3 am: 30. Juni 2019, 14:51 »
Messung eines Uhrenzifferblattes im SEARCH-Mode. Einmal mit und einmal ohne Deckel.


DG0JN

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #4 am: 30. Juni 2019, 16:35 »
Hattest Du das zum Tag der Umwelt bei der Wismut mit?

DG0MG

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #5 am: 30. Juni 2019, 16:38 »
Ja.

DG0MG

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #6 am: 11. Juli 2019, 23:14 »
Ein Problem, das auftreten kann, wenn man zufällig im Menü an dieser Stelle "OK" drückt - dann ist die Sprache verstellt:



Der Menüpunkt "Werkseinstellungen" ("Factory Settings") macht genau das, was er sagt. Danach ist das Gerät nämlich "PO RUSSKI", also alles auf russisch:



Wer nun nicht wenigstens der kyrillischen Buchstaben mächtig ist, hat ernsthafte Probleme, das Gerät überhaupt noch bedienen zu können, weil man die Menüpunkte nicht mehr lesen kann, geschweige denn weiß, was sie bedeuten.  :o Üblicherweise ist ein Gerät der westlichen Welt nach einem Factory Reset im schlimmsten Fall wieder englisch, das betrachtet man in unserer Gegend meist nicht als größeres Problem. Dass man aber auf eine Sprache zurücksetzt, die man gar nicht beherrscht, damit rechnet man nicht unbedingt. Deshalb eine kleine bebilderte Hilfestellung für Leute, denen das trotzdem passiert  :rtfm:

Man geht mit mehrmaligem Drücken der "POWER"-Taste wieder zurück in den Messmodus:



Dann "MENU" und das Zahnrad ("настройки", "Optionen") auswählen:



Dann den zweiten Menüpunkt ("экран", "Screen"):



Dann den dritten Menüpunkt ("язык", "Language"):



Dann den Radiobutton auf "English" setzen und mit dem nächsten "OK" kann man wieder alles lesen:




DG0JN

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #7 am: 12. Juli 2019, 20:53 »
Gut, wenn man in der Schule noch Russisch als Fremdsprache hatte. Wenn Dir das natürlich genau so mit einem Gerät aus China oder Japan passiert, vorausgesetzt, deren Muttersprache wurde dort als Standard eingetragen, dann hast Du ein noch größeres Problem.

DG0MG

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #8 am: 14. Juli 2019, 20:00 »
Die Uhr geht ziemlich ungenau.

Ich hatte den RadiaScan 701A jetzt mal einige Tage ununterbrochen eingeschalten, indem ich ihn über die USB-Buchse aus einer Powerbank versorgt habe. Ich kann noch nicht sagen, wieviel der Fehlgang ist, aber mir war aufgefallen, dass beim Anstecken an den PC und Starten der Software die Uhrzeit einen riesigen Sprung gemacht hat (die wird immer als erstes wieder gestellt).
Beim Durchschauen der Software gibts einen Punkt "Scripts" ==> "Real time Clock calibration". Das klingt gut.
Der Punkt ging aber nicht, sondern produzierte eine Fehlermeldung.

GERADE SOEBEN, wie ich das nochmal probieren will, meldet das Programm: "Update available!".
Das hab  ich natürlich gemacht und hinterher sollte auch die Firmware des Gerätes upgedatet werden. Auch das lief problemlos durch und was soll ich sagen: Jetzt läuft der Kalibrationsprozess! Noch bevor ich mich beschwert habe!  ;D

Dass an einem komplexen Produkt weiter "gebaut" wird, ist - denke ich - ein gutes Zeichen.


Was ich mir wünschen würde, wenn ich dürfte:  :blush:
  • Dass ich die Anzeige-Einheit neben "Röntgen" und "Sievert" (die ja beide einen Konversionsfaktor des Zählrohrs enthalten) auf "CPS" oder "CPM" (Counts per minute) umstellen könnte, am besten noch für jede der Betriebsarten einzeln.


DG0JN

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #9 am: 14. Juli 2019, 20:07 »
Was ich mir wünschen würde, wenn ich dürfte:  :blush:
  • Dass ich die Anzeige-Einheit neben "Röntgen" und "Sievert" (die ja beide einen Konversionsfaktor des Zählrohrs enthalten) auf "CPS" oder "CPM" (Counts per minute) umstellen könnte, am besten noch für jede der Betriebsarten einzeln.

Da die Entwickler Deine Wünsche nicht kennen, kannst Du ja mal eine freundliche Mail mit Deinen Wünschen schreiben.

« Letzte Änderung: 14. Juli 2019, 21:01 von DG0MG »

DG0MG

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #10 am: 14. Juli 2019, 21:03 »
Da die Entwickler Deine Wünsche nicht kennen,

Da wär ich mir nicht ganz so sicher ..  ;)

DG0MG

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #11 am: 19. Juli 2019, 12:39 »
Logging: .. in einem einstellbaren Intervall (hh:mm:ss) ins Logbuch schreiben lassen. [..] 2000 Records [..] Das sind bei 1 Minute Loggingintervall mehr als ein Monat Aufzeichnungszeit.

Da habe ich oben totalen Mist geschrieben und niemand fällts auf!  :o
2000 Logbucheinträge bei einem Loggingabstand von 1 Minute sind natürlich 2000 Minuten, also nur 33 Stunden, oder knapp 1,5 Tage!

Für eine Thoriumkuh-Messung über vllt. 5 Tage (mehr als 10 Halbwertszeiten) wäre also ein Intervall von 5*24h*60min/2000 = 3,6 ==> kürzestens 4 Minuten einzustellen, um eine lückenlose Aufzeichnung zu bekommen.

DG0MG

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #12 am: 21. Juli 2019, 09:57 »
Nach der oben erwähnten Kalibrierung geht die Uhr genau. Das Problem einer nicht funktionierenden Sommerzeitumstellung wurde mit dem Firmwareupdate behoben.

Mal was zu den akustischen Signalen:

Es gibt 4 Ereignisse, die den Piezo ansteuern, diese sind einzeln Ein- oder Ausschaltbar oder auch alle zusammen auf einmal:

  • Tastaturklick: Bei jedem Druck einer Taste gibts einen kurzen Beep.
  • Geigerzähler-Ticken: Jeder gelieferte Zähltrohrimpuls gibt ein kurzes Knacken. Bei höherer Dosisleistung geht das in einen rauhen Dauerton über.
  • Alarm-1: Morsezeichen: "H" ("Dit-Dit-Dit-Dit") Ertönt bei überschreiten einer niedrigen Schwelle, die einstellbar ist (z.B. 0,4 µSv/h), einstellbar ob einmal oder wiederholend
  • Alarm-2: Morsezeichen: "S-O-S" ("dit-dit-dit dah-dah-dah dit-dit-dit") Ertönt bei überschreiten der hohen Schwelle, die ebenfalls einstellbar ist (z.B. 10 µSv/h), wählbar ob einmal oder wiederholend. Leider finde ich "SOS" als Signal extrem ungünstig gewählt und man kann die Art des Signals auch nicht ändern. Ich hätte ein Martinshorn-Signal, wie häufig in Tschernobyl-Videos vom TERRA-P produziert, besser gefunden.

Floppyk

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #13 am: 11. Oktober 2019, 10:57 »
Danke für die Vorstellung des RadiaScan 701A!
Ich war davon sehr angetan und habe ihn vorgestern spontan bestellt. Ich bin da mal gespannt. Bislang habe ich für mein Uranglas den Gamascout und ein Minicont-2 benutzt. Letzterer ist aber für den Flohmarktbesuch eindeutig zu groß und zu schwer, aber er detektiert Alpha dank riesiger Detektorfläche eindeutig besser und auch schneller.
Der GS hat eigentlich nur den Vorteil der Dauerbetriebsbereitschaft. Ich sehe das durchaus als Vorteil, wenn seine Batterie wohl knapp 10 Jahre hält, auch wenn man diese nur mit dem Lötkolben wechseln kann. Eine passende Batterie mit axialen Drahtanschlüssen zum Einlöten gibt es für rund 5 € bei Reichelt und das Wechseln selbst ist kein großer Akt. Dafür hängt er in einem - natürlich gelben - Pelicase bei mir im Büro neben der Wetterstation an der Wand.
Ob der RadiaScan auch als Daueranzeige dienen kann, muss ich mal prüfen.
Nach einem gründlichen Test werde ich mal meine Messgeräte sortieren und so Einiges aussortieren.

Übrigens - in dem Video auf der Seite des russ. Herstellers ist interessanterweise ein Test mit den Tritiumleuchten zu sehen. Der GS detektiert nichts. Das kann ich bestätigen. Ich habe zwei Uhren mit Tritiumstäbchen, wie auch eine in Kunststoff eingebettetes größeres Stäbchen. Da bleibt der GS völlig stumm, wie auch meine anderen Zähler. Wenn der RadiaScan da was detektiert, muss er deutlich empfindlicher sein.
Ich werde berichten.

Floppyk

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #14 am: 11. Oktober 2019, 11:02 »
Eine Frage hätte ich da noch zum RadiaScan:
Man kann die beiden AAA-Batterien durch Akkus ersetzen, die praktischerweise auch im RadiaScan per USB geladen werden können. Da dürften wohl nur NiMH Akkus passend sein. Aber dann fehlen rechnerisch 2 x 0,3 V. Hat das einen Einfluss?
Nachtrag: Wenn man Einstellungen zur Messung gemacht hat, bleibt die momentane Einstellung gespeichert, so dass nach erneutem Einschalten wieder mit den gleichen Parametern weiter gemessen werden kann?