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Autor Thema: Prenzlauer Berg verliert Strahlkraft  (Gelesen 61 mal)

pangeiger

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Prenzlauer Berg verliert Strahlkraft
« am: 15. Juli 2019, 16:33 »
ich bin eher zufällig über diese Stelle gestolpert. Unterhalb des Straßenbelgast hat man ein HRQ (Hochradiaktive Quelle) entdeckt (2010), die 10mS/h Gammastrahlen emittiert. Und jetzt kommts:

"Es habe keine Gefahr für Passanten oder Anwohner gegeben, erläutert Rath. Denn es handele sich nur um einen Bruchteil der Strahlung, der viele Menschen im Beruf ausgesetzt seien. Um die maximal erlaubte Jahresdosis etwa für Röntgenärzte zu erhalten, hätte man 100 Stunden lang exakt über der Strahlenquelle stehen müssen, so Rath."

Rechnen wir mal nach: 100 h = 100x 10mS = 1000mS = 1 Sievert Gesamtdosis nach 100 Stunden. Die armen Röntgenärzte, die so was jedes Jahr verkraft müssen. Zur Erinnerung ab 100 - 200mS treten Symtome einer leichten Strahlenerkrankung an.

DG0MG

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Re: Prenzlauer Berg verliert Strahlkraft
« Antwort #1 am: 18. Juli 2019, 13:11 »
Es ging wohl um diesen Artikel in der taz, der Link fehlt im Beitrag:


Bei Vorkommnissen in der Vergangenheit kann man ja mal die ganze Geschichte erzählen, soweit sie sich aus den Veröffentlichungen rekonstruieren lässt:

Ein ABC-Erkundungswagen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) machte am 8. August 2010 - Sonntagmittag - eine Schulungsfahrt mit dem Messwagen durch den Stadtteil Prenzlauer Berg und entdeckte dabei ZUFÄLLIG einen Hotspot mit einer erheblichen Dosisleistung in einer Parkbucht auf der Stargarder Straße zwischen Pappelallee und Lychener Straße. Direkt am Straßenbelag wurden 10 mSv/h gemessen. Der Tagesspiegel [3] schreibt von 10 µSv/h, das ist sicher falsch, da hätte man keinen solchen Aufriss gemacht. Zunächst wurde die Strahlungsquelle aber in einem geparkten Auto VW Lupo vermutet, das sichergestellt und abtransportiert wurde [6]. Die Strahlung war aber danach immer noch vorhanden und ein Wischtest auf dem Straßenbelag war negativ. So kam man zu dem Schluss, dass die Quelle in oder unter dem Asphalt zu suchen ist.

Als Sofortmaßnahmen wurden Bleiplatten hingelegt und wieder ein Auto darübergestellt, um Metalldiebe vom Diebstahl der Platten abzuhalten [10]. Später kümmerten sich Spezialisten um das Aufpickern des Straßenbelags und Entfernung der Quelle (die mindestens 20 Jahre dort gelegen haben muss).

Die Youtube-Userin Bionerd23 war damals dort und hat die Situation am Montagmorgen und -mittag dankenswerterweise im Bewegtbild festgehalten:



Anhand Ihres Videos kann man mit Google Streetview die Stelle suchen und dummerweise steht gerade wieder ein Auto drauf oder davor  :)
Ich meine, die Stelle war zwischen dem silbernen und dem dunklen Auto: https://goo.gl/maps/G8BqqpVf7HixgZjy8 oder von der linken Seite geschaut: https://goo.gl/maps/GXtXppf6Fa3wXjCPA

Offenbar handelte es sich bei dem später geborgenen kleinen Metallstück "von der Größe einer Zigarette" um ein Messgerät für Dichtigkeitsprüfungen für Rohrleitungen, das irgendwann verlorengegangen sein muss, in Form eines Cs-137 Strahlers.

Was der Herr Dr. Rath aber in [1] für eine Rechnung mit der Dosis aufgemacht hat, kann ich auch nicht nachvollziehen, selbst wenn man überschlägig annimmt, dass die Dosisleistung in knapp 1 Meter Höhe nur noch ein 1/16 derselben am Boden beträgt. Für einen Röntgenarzt dürfte doch auch eine Obergrenze von 20mSv/a gelten?

Weitere Quellen:

« Letzte Änderung: 19. Juli 2019, 12:26 von DG0MG »