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Autor Thema: FAZ: Strahlender Becher: Gefährlicher Flohmarktkauf  (Gelesen 583 mal)

DL3HRT

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Re: FAZ: Strahlender Becher: Gefährlicher Flohmarktkauf
« Antwort #15 am: 16. August 2019, 13:23 »
Zitat
Was würdet Ihr tun?
Ich würde so ein Teile gerne einmal messen. Kaufen würde ich es nicht. Wenn man einen Radiumstrahler sucht, so findet man problemlos Objekte mit Radiumleuchtfarbe. Wenn man einen starken Strahler sucht, so wird man in der Natur fündig. Wozu soll ich für etwas Geld ausgeben was ich nach Rechtslage  entschädigungslos abgeben muss? Ein Wiederverkauf ist auch auszuschließen.

Ich würde den Verkäufer darauf hinweisen, dass das Teil unter die Strahlenschutzverordnung fällt und abgegeben werden muss, wobei die Entsorgung für Privatpersonen kostenlos ist.

DG0MG

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Re: FAZ: Strahlender Becher: Gefährlicher Flohmarktkauf
« Antwort #16 am: 16. August 2019, 13:44 »
wobei die Entsorgung für Privatpersonen kostenlos ist.

Bei letzterem bin ich überhaupt nicht sicher und wäre bei Verallgemeinerungen vorsichtig.
Gelesen habe ich das bisher nur einmal, für Rheinland-Pfalz. Dort wurde das davon abhängig gemacht, ob der Erwerber von der Radioaktivität WUSSTE. Wenn ja, ==> blechen, wenn nein ==> kostenlos.

Hier [1], Seite 20:
"Bei Gewerbebetrieben fallen Gebühren für die Entsorgung von Radioaktivfunden an, die dann von den
Betrieben wiederum vom Verursacher eingefordert werden können. Ebenso entsteht eine Gebührenpflicht
beim Erwerb radioaktiver Gegenstände trotz Wissen um deren Radioaktivität. Für den normalen
Bürger erfolgt die Entsorgung von Radiumbechern oder von radioaktiven Gegenständen, die ungewollt
in seinen Besitz gelangt sind, gebührenfrei.
"


DG0MG

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Re: FAZ: Strahlender Becher: Gefährlicher Flohmarktkauf
« Antwort #17 am: 12. September 2019, 14:05 »
Wieder ein Radiumtrinkbecher, der einen Aufstand in Grafrath verursacht hat:


"Ein Sammelcontainer mit Altmetallen und Elektroaltgeräten vom Wertstoffhof Grafrath wurde zu einer Verwerterfirma nach München gebracht. Dort wurde festgestellt, dass das Material leicht erhöhte radioaktive Messwerte aufgewiesen habe, berichtet der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises."

Danach wurde der Wertstoffhof bis zu einer weiteren Untersuchung geschlossen, die dann als Ursache den Radiumbecher ergab.


DG0MG

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Re: FAZ: Strahlender Becher: Gefährlicher Flohmarktkauf
« Antwort #18 am: 20. September 2019, 12:33 »
Das Wort "Verkaufsversuch" könnte man so interpretieren, dass die Auktion angezeigt und dann noch vor dem Verkauf abgebrochen wurde.

Hier habe ich einen Artikel gefunden, wo so ein Fall beschrieben wird:


"Hans Lothar Maas (67) bot eine Radium-Kur bei Ebay zum Verkauf an. Aber dann rückte der Katastrophenschutz der Kölner Feuerwehr an. [..]
Ein Kunde in Süddeutschland sah die Ebay-Anzeige auf seinem Rechner und rief besorgt die Polizei. Die ließ das Angebot sofort sperren.
Über die Landeskriminalämter wurde der Fall schließlich dem Kölner Ordnungsamt übertragen.
"


pangeiger

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Re: FAZ: Strahlender Becher: Gefährlicher Flohmarktkauf
« Antwort #19 am: 20. September 2019, 17:24 »
Armes Schwein  :(

Und dann ist der Becher vielleicht noch weg: Becher weg - Atom weg aber Polizei+Feuerwehr da. Halt der typische Alarmismus - bei 1.2 mS Jahresdosis. Wobei - er wird doch nicht Tag und Nacht davor sitzen wie vor einem Hausaltar, oder?

Gruß
Peter

DG0MG

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Re: FAZ: Strahlender Becher: Gefährlicher Flohmarktkauf
« Antwort #20 am: 25. September 2019, 09:16 »
Eine weitere Erkenntnis zur Entsorgung von Radiumtrinkbechern - hier für Hessen:


Das "Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz" schreibt:

"Die Aufsichtsbehörden sind aus den genannten Gründen gehalten, solche Geräte bei Bekanntwerden sicherzustellen und der ordnungsgemäßen Entsorgung zuzuführen. [..] Sicherstellung und Entsorgung von Radiumtrinkbechern aus dem privaten Bereich sind in Hessen kostenfrei."

Hier lese ich also raus: Privat ==> abgeben ==> kost' nix (egal, ob man von der Radioaktivität wusste, oder nicht - im Gegensatz zu Rheinland-Pfalz)

DG0MG

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Re: FAZ: Strahlender Becher: Gefährlicher Flohmarktkauf
« Antwort #21 am: 03. Dezember 2019, 08:17 »
Mal wieder ein Radium-Becher, diesmal in Bremen:

"Nach dem Fund eines radioaktiven Gegenstandes sperrte die Feuerwehr Bremen am Montagvormittag ein größeres Gebiet in Bremen-Osterholz. Kurz darauf gab es Entwarnung."

"Der Absperrradius wurde nach Klärung des Sachverhalts und Einschätzung des Fachberaters für Gefahrstoffe auf wenige Meter verkleinert. "