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Autor Thema: Heeresversuchsanstalt Kummersdorf, Gottow: "Uranmaschine"  (Gelesen 4068 mal)

DG0MG

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Re: Heeresversuchsanstalt Kummersdorf, Gottow: "Uranmaschine"
« Antwort #45 am: 23. Oktober 2020, 12:28 »
DL3HRT hat in Beitrag #4 v. 28.9.19 auch ein Theremino-Spektrum gezeigt, das in der Kurvenform sehr ähnlich aussieht.

Allerdings ist der dritte höhere Peak dort mit U-235 bezeichnet, hier jetzt mit Ra-226. Der Zahlenwert ist aber bei beiden mit knapp unter 200 gleich.
Was ist nun richtig bzw wo liegt der Fehler? Frage ich als Spektroskopie-Unwissender  ;)

Unterschiedliche Programmversionen? 7.1 bei Peter-1, 7.2 bei DL3HRT.

Zugpferd

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Re: Heeresversuchsanstalt Kummersdorf, Gottow: "Uranmaschine"
« Antwort #46 am: 23. Oktober 2020, 13:47 »
Ich habe nach eintreffen meiner Probe von DG0MG auch gleich ein Spektrum gemacht mit meinem HDS101G.

PINK: Gottow Schlacke
Türkis: Vergleich mit Uran Glas Würfel
Gelb Background

Messzeit 600s
keine Abschirmung

Na-22

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Re: Heeresversuchsanstalt Kummersdorf, Gottow: "Uranmaschine"
« Antwort #47 am: 23. Oktober 2020, 14:16 »
DL3HRT hat in Beitrag #4 v. 28.9.19 auch ein Theremino-Spektrum gezeigt, das in der Kurvenform sehr ähnlich aussieht.

Allerdings ist der dritte höhere Peak dort mit U-235 bezeichnet, hier jetzt mit Ra-226. Der Zahlenwert ist aber bei beiden mit knapp unter 200 gleich.
Was ist nun richtig bzw wo liegt der Fehler? Frage ich als Spektroskopie-Unwissender  ;)

Unterschiedliche Programmversionen? 7.1 bei Peter-1, 7.2 bei DL3HRT.

Es ist einfach die Frage, welche Linie man im Theremino MCA anschaltet  ;)
Die Linen für U-235 und Ra-226 liegen zu dicht beieinander für einen NaI oder CsI Detektor.
  • 185,7 keV für U-235
  • 186.2 keV für Ra-226

Zum Unterscheiden müsste man einen HPGe-Detektor verwenden. Dieser hat eine viel bessere Energieauflösung.

Aus meiner Sicht sollten sich aber Radium und Uran chemisch gut trennen lassen, so dass die Linie von U-235 stammen sollte.

Na-22

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Re: Heeresversuchsanstalt Kummersdorf, Gottow: "Uranmaschine"
« Antwort #48 am: 23. Oktober 2020, 14:44 »
Auch ich habe eine kleine Probe vom Boden der Versuchsanstalt.
Gruß Peter

Ein wirklich schönes Spektrum  :good2:
Die lange Messzeit hat sich gelohnt. Man sieht sogar die Linien von Protactinium-234m bei 1001 keV und 766 keV.
Beim ersten Blick fragte ich mich, warum keine K-40 Linie zu sehen ist, aber dann habe ich gesehen, dass der Hintergrund vorher bestimmt und abgezogen wurde.

DL3HRT

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Re: Heeresversuchsanstalt Kummersdorf, Gottow: "Uranmaschine"
« Antwort #49 am: 23. Oktober 2020, 14:50 »
Zitat
Aus meiner Sicht sollten sich aber Radium und Uran chemisch gut trennen lassen, so dass die Linie von U-235 stammen sollte.
Genauso ist es. Das für die Versuche verwendete chemisch aufbereitete Uran bzw. Uranoxid war praktisch frei von Radium-226. Aus diesem Grund kann man die Linie von Uran-235 auch sehen. Bei Uranmineralien hat man immer eine Summenlinie von Radium-226 und Uran-235 wobei das Radium-226 dominiert.

Zugpferd

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Re: Heeresversuchsanstalt Kummersdorf, Gottow: "Uranmaschine"
« Antwort #50 am: 23. Oktober 2020, 22:34 »
Hm, frei von Ra226... dann frage ich mich was in meinem Spektrum bei 609 auftaucht...
Klar Hintergrund könnten Baumaterialien sein, aber der pinke ist ja auch höher ohne das ich meinen Messaufbau verändert habe.

DG0MG

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Re: Heeresversuchsanstalt Kummersdorf, Gottow: "Uranmaschine"
« Antwort #51 am: 01. November 2020, 19:43 »
Ein Bekannter hat vom Heinrich-Jung-Verlag die Auskunft bekommen, dass folgendes Buch ebenfalls die Vers. Gottow behandeln würde und es quasi der Nachfolger von o.g. "Atomversuche in Deutschland: Geheime Uranarbeiten in Gottow, Oranienburg und Stadtilm" wäre:

"Das geheime deutsche Uranprojekt 1939-1945 / Beute der Alliierten"
560 Seiten, Heinrich Jung Verlagsgesellschaft
ISBN: 9783943552102


Verfügbar ist das zwar auch nicht, aber man kann ja mal die Augen offenhalten.

DG0JN

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Re: Heeresversuchsanstalt Kummersdorf, Gottow: "Uranmaschine"
« Antwort #52 am: 01. November 2020, 19:58 »