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Autor Thema: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020  (Gelesen 2212 mal)

Floppyk

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #30 am: 31. Juli 2020, 13:12 »
Bleibehälter, Freimessen??
Klärt mich bitte auf.

DG0MG

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #31 am: 31. Juli 2020, 13:36 »
Bleibehälter, Freimessen??
Klärt mich bitte auf.

Wenn man intensiv genug sucht, kann man wohl kleine Fragmente (~stecknadelkopfgroß) von Kernbrennstoff oder Graphit finden. Siehe dazu die vielgeklickten Videos von Bionerd23 auf yt.

Beim Verlassen der Zone muss man sich an einen so zwei Meter großen Detektor stellen, an dem Handflächen, Fußsohlen usw. auf Kontamination gemessen werden.

Das zweitere würde natürlich das Mitnehmen des ersteren am Körper ausschließen.

Ich wäre aber auch nicht sicher, ob nicht vielleicht inzwischen am Flughafen auch dementsprechende Detektoren in den Personenschleusen sind, wenn schon an Bahnlinien Portaldetektoren aufgebaut werden. Vielleicht ist es aber auch besser so, dass das Zeug bleibt, wo es ist.
Ich weiß nicht, wie es z.B. mit Moos von dem Platz vor dem Riesenrad wäre.

Bionerd23 schrieb 2012, sie habe einen winzigen Strich des Fragments auf einer Fingernagelfeile gezogen, um später eine Gammaspektrometrie in einem Germaniumdetektor machen zu können:

NoLi

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #32 am: 31. Juli 2020, 13:45 »
ich mein wenn man interessantes findet möchte man den Kram ja mitnehmen, wird es aber nicht dürfen denke ich mal... An den Grenzposten wird wohl kontrolliert. Daher dachte ich an Blei damit man´s nicht messen kann...
Bleibehälter...da freuen sich bestimmt die Zöllner an den Röntgengepäckscannern; und wenn man den Bleibehälter weglässt und den bleifreien Weg wählt, die Zollkollegen an den Portal-Personen/Gepäckmeßanlagen freut`s dann auch.
Der wohl für "solche Gegebenheiten am ehesten sichererer Weg" wäre vermutlich der Landweg...aber nicht auf den Haupttransitstrecken ("Tormessanlagen!"!

Bionerd23 schrieb 2012, sie habe einen winzigen Strich des Fragments auf einer Fingernagelfeile gezogen, um später eine Gammaspektrometrie in einem Germaniumdetektor machen zu können:
Das war Stand 2012, also vor 8 Jahren. Mittlerweile wurden "auf Grund gegebener Fälle" die Grenzanlagen, Flughäfen und Seehäfen entsprechend aufgerüstet und abc-technisch betrachtet "kampfwertgesteigert".

Gruß
Norbert


sh4711

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #33 am: 31. Juli 2020, 15:36 »
Bleibehälter...da freuen sich bestimmt die Zöllner an den Röntgengepäckscannern; und wenn man den Bleibehälter weglässt und den bleifreien Weg wählt, die Zollkollegen an den Portal-Personen/Gepäckmeßanlagen freut`s dann auch.
Der wohl für "solche Gegebenheiten am ehesten sichererer Weg" wäre vermutlich der Landweg...aber nicht auf den Haupttransitstrecken ("Tormessanlagen!"!

Hihi, NoLi war schneller. Ueber das "aus der Zone raus" wuerde ich mir auch weniger
Sorgen machen als um das "wie gehts dann weiter?".

Die Personenmessanlagen in Ditjatki geben ab 20/s Alarm (die "inneren" bei 100). Die
Fahrzeugkontrollen haengen vom Fahrzeug ab: Die typischen Gruppenbusse werden
gerne mal durchgewunken. Ich/wir wurden immer gruendlich untersucht - liegt wohl
daran, dass "Familienausfluege" mit VW Polo selten sind und die genau wissen, dass
wir nicht 5 Tage vorm Block 4 oder auf dem Zentralplatz in Pripjat rumgestanden sind.

Also ist es Lotteriespiel ob sie Dich erwischen. Wenn aber, dann ist es Vorsatz wegen
des Bleibehaelters. Andererseits habe ich noch nie gehoert, dass Auslaender hart
angefasst wurden - die Nerd hats ja auch mind. 2 Mal ueberlebt (allerdings wegen illegalen
Aufenthalts und nicht wegen "Stoffschmuggels"). Man will ja keine Komplikationen mit dem
Ausland...

Der naechste Punkt ist, dass man auch erstmal an den Stoff rankommen muss. Potenziell
interessante Stellen findet man mit einem guten Detektor schnell, aber glaub nicht dass
der Guide Dir dann eine Schaufel in die Hand drueckt wenn Ihr Euch nicht schon lange
kennt oder Du ihn mit ausreichend Wodka abgefuellt hast (und die vertragen viel).
Und selbst wenn Du fuendig wirst, wird er es Dich nicht mitnehmen lassen. Denn _wenn_
ihr erwischt werdet, dann kriegt er den Arsch voll und es war seine letzte Tour wenn er
nicht beste Beziehungen bis ganz oben hat. Neue Guides stehen jedenfall schon Schlange.
Falls Du ihn aber bestechen willst dass er beide Augen zudrueckt, dann musst Du auch den
Fahrer bestechen. Denn sonst verpfeift der Euch, bekommt eine Belobigung und sein Schwager
die Stelle Deines Guides :-).

NoLi

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #34 am: 31. Juli 2020, 16:03 »
Selbst wenn man es schaffen würde, mit all den Umständen "etwas" aus der Zone und dem Ursprungsland heraus zu bekommen: der größere Zinnober beginnt dann in der BRD bei der Einreise, wenn die Kontrollen "einschlägige Auffälligkeiten" zu tage fördern würden; denn jetzt wäre der Straftatbestand der illegalen Einfuhr radioaktiven Materials erfüllt (Strahlenschutzgesetz/Strahlenschutzverordnung).
Ich kann durch explizite Strahlenschutz-Trainings für zuständigen Behörden in der NGA (Nukleare Gefahren Abwehr) nur davor warnen: diese sind dann "not amused". Aufwand und Kosten wären enorm (und dazu noch das Strafverfahren!).
Also Finger weg davon!!

Gruß
Norbert
« Letzte Änderung: 31. Juli 2020, 22:00 von NoLi »

sh4711

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #35 am: 31. Juli 2020, 17:04 »
Zitat
... Also Finger weg davon!!
Ebent. Das, was man dort raus- (und hier reinbringt) und was unter die Rubrik "oops,
wie ist denn das passiert?" faellt (dann natuerlich ohne Bleiklotz :-)) ist von der
Aktivitaet her unspektakulaer. Ich habe mal ein paar kBq Dreck "exportiert" welches
unterm Kotfluegel vom Joker gehangen ist und mich neugierig gemacht hat, weil es
auffaellig viele Alphas hatte. Da gings aber um eine Materialprobe und nicht darum,
irgendeinen fetten Strahler mitzunehmen.

Die Frage ist auch, ob es ihm um ein "Zonen-Andenken" an sich oder um "irgendwas,
was strahlt" geht. Im ersten Fall rate ich eher zu irgendeiner Kleinigkeit aus dem
"Radiowerk" Jupiter; ein paar Photo-Anregungen hier angehaengt :-).

Im zweiten Fall soll er sich hier einen schoenen Pechblendeklumpen zulegen - die
bringen zwar nicht soviel auf die Waage wie die Reaktorfragmente sind aber deutlich
stressfreier.

wrdmstr inc.

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #36 am: 31. Juli 2020, 21:29 »
ich hab auch mal so ein klitzekleines korn ausgegraben (habs in ner tüte bei block 5/6 hinterlegt,theoretisch müsste es noch da liegen) , es liess sich gut abschirmen bzw im sand war es mal da dann wieder nicht..irgendein weicher betastrahler...jedenfalls war der guide damals etwas panisch, weil wenn ein portal alarm schlaegt ist er seine erlaubnis los -auch durch zuviel dreck am hacken..er meinte meist passiert das den jungen guides die das als studentenjob machen und eben zuviel durchgehen lassen

wenn man mit der bahn vom npp nach slavutych fährt muss man sich selber kontrollieren dann kommt eine portalanlage und dann wird noch jeder mit handgerät kontrolliert mit jeder menge sicherheitsleuten

er nannte den dreck auch immer "beta particles" ..also alles was anhaften kann und strahlte  :))

Zugpferd

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #37 am: 01. August 2020, 00:29 »
Selbst wenn man es schaffen würde, mit all den Umständen "etwas" aus der Zone und dem Ursprungsland heraus zu bekommen: der größere Zinnober beginnt dann in der BRD bei der Einreise, wenn die Kontrollen "einschlägige Auffälligkeiten" zu tage fördern würden; denn jetzt wäre der Straftatbestand der illegalen Einfuhr radioaktiven Materials erfüllt (Strahlenschutzgesetz/Strahlenschutzverordnung).
Ich kann durch explizite Strahlenschutz-Trainings für zuständigen Behörden in der NGA (Nukleare Gefahren Abwehr) nur davor warnen: diese sind dann "not amused". Aufwand und Kosten wären enorm (und dazu noch das Strafverfahren!).
Also Finger weg davon!!

Gruß
Norbert

NGA?
An der Grenze interessiert nur ob Du was zu verzollen hast oder nicht... ganz ehrlich, da gibt's niemanden der Dich scannt. Auch wenn es extra ausgebildete Bundesgrenzschützer gibt, klar ist ja auch gut so. Ach sorry Bundespolizei...

Heisst auch seine Messgeräte ordentlich auszuführen und wieder einzuführen, sonst kommt noch jemand auf die Idee den Kram hast Du im Ausland gekauft und dann wird eBay aufgemacht und ein Preis ermittelt.

Es sei denn Termin und Flugnummer werden hier gepostet... dann sind es anonyme Hinweise denen sie nachgegangen sind.
Die Sorge versteh ich allerdings 100%ig.

"beta particles" versteh ich nunwieder nicht wenn sie doch durch ne Alu Abschirmung nicht mehr detektierbar sind... baust das Ding eben in deinen Detektor ein. Naja, ich will hier auch keinen ermutigen. Wege gibt's sicherlich immer.
Und wenn wir uns die Videos ansehen sieht man das Guides nervös tippeln und weg wollen wenn 4 bis 5 Leute auf der Suche sind. Es gibt aber eben auch Videos wo man scheinbar nicht gehetzt wird.
Und wer lässt bitte ein nach 20min gefundenes fuel fragment zurück? Glaub ich nicht.

An Portal oder Personen Scannern kommt man eben nur vorbei wenn man einen Bleibehälter dabei hat, und ja, das ist dann Vorsatz, korrekt.
Im Kaugummi unterm Fuss will man den scheiss ja auch ehrlichgesagt nicht mit sich rumschleppen.

So long.

sh4711

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #38 am: 01. August 2020, 07:45 »
An der Grenze interessiert nur ob Du was zu verzollen hast oder nicht... ganz ehrlich, da gibt's niemanden der Dich scannt. Auch wenn es extra ausgebildete
Es geht nicht nur um Zoll, es geht generell darum was ins Land eingefuehrt wird.
Das koennen verbotene Viecher, Drogen, Kinderpornos oder sonstwas sein. Ich denke
nicht, dass Fluggepaeck standardmaessig auf Strahlung kontrolliert wird, aber es
wird durchleuchtet. Und wenn da ein voellig undurchsichtiger Bleiklotz drin ist,
dann koennte man sich ja dafuer interessieren.

Zitat
"beta particles" versteh ich nunwieder nicht wenn sie doch durch ne Alu Abschirmung nicht mehr detektierbar sind... baust das Ding eben in deinen Detektor ein.
Zu dem Quatsch sage ich jetzt nix... :-)

Zitat
Und wenn wir uns die Videos ansehen sieht man das Guides nervös tippeln und weg wollen wenn 4 bis 5 Leute auf der Suche sind. Es gibt aber eben auch Videos wo man scheinbar nicht gehetzt wird.
Ich habe auch schon ganz gemuetlich die lustigsten Dinge dort ausgegraben, aber
"mein" Guide und ich kennen uns schon seit Ewigkeiten und wir waren alleine und
er weiss auch genau, dass ich ihn nicht (absichtlich) in Situationen bringe, wo
er Stress bekommen kann.

Man darf nicht immer alles glauben was in Videos zu vermitteln versucht wird. Es
gibt gute und authentische Videos und auch unsaeglich viel Schrott. Und es gibt
(gab?) auch Guides bzw. Organisatoren, die haben sich den Spass gemacht, ihre
Gruppe mit ach so ganz zufaellig gefundenem Inventar zu "ueberraschen" und es
gab sogar eine Art Wettstreit, wer den groesseren Brocken "findet". Das spricht
sich dann beim abendlichen Bier im Desjatka oder "Magazin" rum und dann hat der
eine den Kruemel des anderen ausgegraben und woanders versteckt. Wie im
Kindergarten...

Und man muss auch schauen, wie alt die Videos sind. Seither hat sich in der Zone
viel getan. Es ist vieles nicht mehr so einfach wie frueher und Neid und Missgunst
im dortigen "Tourismus-Gewerbe" ist ausgepraegter denn je.

Zitat
Und wer lässt bitte ein nach 20min gefundenes fuel fragment zurück? Glaub ich nicht.
Jeder, der sich und anderen keinen Stress machen will. Manche Guides die in Tschornobyl
selber ein Zimmer haben, nehmen es dorthin mit. In Lelev wird nicht so streng kontrolliert
und man muss auch nicht ueber Lelev fahren um zurueck in die 30er Zone zu kommen.

Zugpferd

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #39 am: 01. August 2020, 08:59 »
Das kann ich mir sogar vorstellen das es ein umkämpftes und mit Neid durchzogenes Gewerbe geworden ist.
Ich bin auch nie da deswegen und kann es mir nur vorstellen wie es ist. Und das die Zeiten anders geworden sind glaub ich dir auch.

Bei den mir bekannten Videos hab ich mir eher Sorgen um fehlende Handschuhe gemacht und mir immer überlegt warum keine Handschuhe, mir kam dann irgendwann die Idee das einem wohlmöglich verboten ist nach Teilen zu suchen und es daher eher auffällt wenn jemand Handschuhe trägt.

Ist das Rauchen zum Beispiel in der Zone erlaubt?
Wäre ein Indiez wie ernst sie das nehmen...


Blei im aufgegebenen oder Handgepäck ist immer eine lustige Sache, es stimmt schon das die Kontrollis sehen möchten was dort verborgen bleibt. Ich wurde des öfteren ausgerufen um entweder meinen Schlüssel für den Koffer abzugeben, oder sogar zu meinem Koffer zu kommen, Das passiert selbst wenn Du eine Kitchenaid aus den USA nach Hause schleppen willst.
Nun denkt nicht das ich privat mit Blei unterwegs bin, nein, für die Arbeit.

Viel schlimmer ist wenn Du Dein Personendosimeter nicht ständig durch die Durchleuchtungs Maschinen schieben willst und du den Kontrollis erklärst das das Ding nicht durch das Röntgen soll sondern lieber geschnüffelt werden soll mit Egis z.B.
Das gibt immer längere Diskussionen in der Schlange.
Bei den damaligen Filmdosimetern mit verschiedenen Filtereinlagen unteranderem Blei hat jedoch nicht einmal einer nachgefragt wenn das Ding dann trotzdem durchs Röntgen ging.

Keule





sh4711

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #40 am: 01. August 2020, 12:53 »
Bei den mir bekannten Videos hab ich mir eher Sorgen um fehlende Handschuhe gemacht und mir immer überlegt warum keine Handschuhe, mir kam dann irgendwann die Idee das einem wohlmöglich verboten ist nach Teilen zu suchen und es daher eher auffällt wenn jemand Handschuhe trägt.
Natuerlich ist es verboten "nach Teilen zu suchen" aber es ist nicht verboten Handschuhe
zu tragen. Und es faellt auch nicht auf sofern der Rest stimmt: Ich habe da Leute gesehen,
die sind draussen auf den asphaltierten Wegen im Ganzkoerperkondom herumgelaufen - da
sind Handschuhe natuerlich nichts Komisches. Kurze Hosen (verboten), T-Shirt (verboten),
Schlappen (verboten) und dann Handschuhe waere natuerlich verdaechtig - da kann man davon
ausgehen, dass jemand irgendwas befummeln (verboten) oder gar graben (gaaaaanz verboten)
will.

Zitat
Ist das Rauchen zum Beispiel in der Zone erlaubt?
Draussen nicht. Interessiert aber auch keinen. Was nicht heisst, das alles andere auch
geduldet wird.

Igendwann habe ich mal die "Rules" photographiert, s.u. Ist aber schon 'ne Weile her. Ich
meine mich erinnern zu koennen, dass die vor 5 Jahren noch dieselben oder zumindest
ganz aehnlich waren...

NoLi

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #41 am: 01. August 2020, 15:04 »
... Ich denke nicht, dass Fluggepaeck standardmaessig auf Strahlung kontrolliert wird, aber es
wird durchleuchtet.
Dazu sage ich nur: es existieren u.a. auch explizit ausgelegte automatische Portalmessanlagen an den Gepäckbändern...

... Es sei denn Termin und Flugnummer werden hier gepostet... dann sind es anonyme Hinweise denen sie nachgegangen sind.
Die Sorge versteh ich allerdings 100%ig.
Ich hoffe doch sehr, dass solche STASI-Methoden endgültig der Vergangenheit angehören!!

Gruß
Norbert
« Letzte Änderung: 01. August 2020, 20:07 von NoLi »

sh4711

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #42 am: 01. August 2020, 20:51 »
Dazu sage ich nur: es existieren u.a. auch explizit ausgelegte automatische Portalmessanlagen an den Gepäckbändern...
OK, interessant. Weisst Du da Naeheres? Geht da alles durch oder nur Auslands- oder
Non-EU-Gepaeck? Ich frage, weil die dann mind. 2 Mal schon ausser Betrieb waren :-)

Zitat
Ich hoffe doch sehr, dass solche STASI-Methoden endgültig der Vergangenheit angehören!!
Nun, zumindest gibt es "besorgte" Buerger, die, wenn sie ein Video bekommen, auf dem
bei einem Gamma-Scout 1 mSv/h in der Anzeige steht, erstmal eine (selbstverstaendlich
anonyme) Anzeige erstatten. Denn dank Youtube und Wikipedia sind sie ja Fachexperten
und haben natuerlich blitzschnell erfasst, dass das eine unerhoerte Strahlungsquelle sein
muss, die in 2 Stunden soviel feuert wie die natuerliche Jahresdosis betraegt. Auch der
Staatsanwalt kann gerade noch soweit rechnen und schickt dann LKA und Umweltamt vorbei.

Am Schluss gibts dann genervte Umweltfritzen (die lange Berichte schreiben muessen),
ebenso genervte LKA-Fritzen (die auch Berichte schreiben muessen aber immerhin gelernt
haben, dass ein GS bei Partikelstrahlung Quatsch anzeigt) und eine ordentliche Kostennote
fuer den Steuerzahler weil alles mal wieder heisse Luft war...

NoLi

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #43 am: 01. August 2020, 21:52 »
OK, interessant. Weisst Du da Naeheres? Geht da alles durch oder nur Auslands- oder
Non-EU-Gepaeck? Ich frage, weil die dann mind. 2 Mal schon ausser Betrieb waren :-)
Sorry, ich weiß nur, dass solche Messanlagen an Gepäckbändern existieren, habe aber keine Angaben über genaue Orte (z.B. Flughäfen), Gepäckunterscheidung, Nachweisgrenzen und Alarmeinstellungen (diese hängen ja auch vom Abstand und der Laufgeschwindigkeit ab).
Ein Fall: Mitbringsel (Einfuhr) eines Ra-226 haltigen Fluginstrumentes aus den USA (Detektion im Flughafen --> Sicherstellung --> Empfängerermittlung --> Beschlagnahme, da > Freigrenze --> Entsorgung r.a. Abfall)

Was diese "besorgten Bürger" angeht, ist mir vor Jahren so ein Fall aus dem E-Bucht-Milieu zur Kenntnis gekommen. Besagter "besorgter Bürger" meldete jedes Angebot mit Hinweis auf Radioaktivität (radiumhaltig, Pechblende, andere Uranverbindungen usw.) der örtlichen Aufsichtsbehörde, was dazu führte, dass eine Zeit lang all diese Angebote von E-Bucht gelöscht wurden. Gott sei Dank hat sich dieses Verhalten von E-Bucht wieder weitgehend normalisiert; allerdings werfen jetzt auch die Aufsichtsämter Blicke auf entsprechende Angebote und "fischen" manch eingestellten Artikel wie Radium-Emanations-Apparat, künstliche Prüfstrahler (z.B. Cs-137 oder Sr-90, > Freigrenze) etc. während oder nach der Auktion "durch Hausbesuche" heraus.

Gruß
Norbert


sh4711

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #44 am: 01. August 2020, 22:10 »
allerdings werfen jetzt auch die Aufsichtsämter Blicke auf entsprechende Angebote und "fischen" manch eingestellten Artikel wie Radium-Emanations-Apparat, künstliche Prüfstrahler (z.B. Cs-137 oder Sr90, > Freigrenze) etc. während oder nach der Auktion "durch Hausbesuche" heraus.
Ja, liest man immer wieder in den Jahresberichten des BfS in der Rubrik
"Besondere Vorkommnisse". Unglaublich, wieviele Emanatoren und Flug-
zeug-Anzeigen noch herumgeistern. Beachtlich sind auch die vielen "Pa-
tientenverwechslungen" in Kliniken...