geigerzaehlerforum.de

Autor Thema: Bleiburg bauen?  (Gelesen 838 mal)

Floppyk

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 141
    • Radioaktives
Bleiburg bauen?
« am: 11. Oktober 2019, 12:01 »
So langsam lese ich mich durchs Forum.  :o

Interessant wäre der Bau einer "Bleiburg". Die Idee hatte ich schon länger. Mir mangels es nicht an beschaffbarem Blei. Als Schütze und Wiederlader habe ich viel mit Blei zu tun und kann notfalls auch Blei aus den Geschossfängen bergen. Ob dieses Blei auch wirklich dazu taugt, muss man sehen. Geschossblei in in aller Regel legiert, um dessen Härte zu steigern.
Ich habe auch mal mehrere hundert Kilo Blei aus Auswuchtgewichten gesammelt, aber das ist mittlerweise zu Geschossen umgegossen worden und teilweise auch inzwischen verballert.
Aber ich verfüge noch einige Dutzend Kilo in Barrenform.
Nun zu Kern meiner Frage:
Ich verfüge über einen Gasbrenner und auch den Platz, wie auch eine Maske, um Blei umschmelzen zu können. Ich habe auch eine Barrenform und genau diese ist das Problem. Daraus entstehen Barren von um die 500 g Gewicht, aber die Kanten sind konisch. Überhaupt ist es schwer eine Oberfläche so regelmäßig zu gießen, dass eine stapelbare Oberfläche entsteht. Ich habe auch keine Möglichkeit die Barren maschinell entsprechend zu bearbeiten.
Also, wie vorgehen?

Was das Blei betrifft, so gibt es unterschiedliche Sorten. Ich las mal etwas von "low Alpha Blei". Da Blei ja das Endprodukt aus der Zerfallsreihe von Uran ist, sind ja durchaus noch aktive Restbestandteile enthalten, die eine Messung sicherlich beeinflussen könnten.
Wird da tatsächlich Blei vermessen und entsprechend sortiert, damit es für eine Bleiburg tauglich ist?

DL3HRT

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 470
Re: Bleiburg bauen?
« Antwort #1 am: 11. Oktober 2019, 13:01 »
Zitat
Wird da tatsächlich Blei vermessen und entsprechend sortiert, damit es für eine Bleiburg tauglich ist?
Für uns "Normalverbraucher" ist das weniger relevant. Der Gehalt an Blei-210 ist so gering, dass wir es bei unseren Anwendungen gar nicht bemerken. Das spielt erst eine Rolle, wenn es auf hochgenaue Messungen mit modernen Detektoren ankommt.

Da ich über keine Bleivorräte verfügte musste ich in den sauren Apfel beißen und das Blei kaufen. Ich habe mich für Walzblei entschieden. Das gibt es in verschiedenen Breiten und Dicken. Es lässt sich gut zu einer Rolle wickeln und man ist flexibel bei der Gestaltung der Wandstärke.

Bevor du aber loslegst solltest du die Dimension der Bleiburg festlegen und das Gewicht berechnen. Da kommt schnell mehr zusammen, als man vermutet. In meinem Fall sind es ca. 150 kg Blei geworden und ich hätte gerne noch etwas mehr Wandstärke...

Floppyk

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 141
    • Radioaktives
Re: Bleiburg bauen?
« Antwort #2 am: 11. Oktober 2019, 13:22 »
Du kannst gern mal Schießstände anfragen. Die sind froh wenn da jemand das Blei rausholt, sofern diese das Blei nicht an die Metallhändler verkaufen, wie das mit den Messinghülsen üblich ist.
Allerdings gibt es verschiedene Kugelfänge. Alte sind oft noch Sandfänge, wo man den Sand sieben müsste. Neuere Fänge bestehen aus Stahllamellen, wo die Geschosse senkrecht nach unten fallen. Die liegen dann einfach unten, wo man mit Schaufel und Besen das zusammen kehren kann.
Allerdings sollte man beim Umgang mit Blei Vorsicht walten lassen, aber ich gehe davon aus, dass das ein Jeder hier weiß.

Sollte das aber möglich sein, rechne in Tonnen (!), was auch die Transportmöglichkeit betrifft. Mit einem privaten PKW im Kofferraum würde ich die Eimer nicht stellen wollen.

DG0MG

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 871
Re: Bleiburg bauen?
« Antwort #3 am: 12. Oktober 2019, 12:22 »
Ich hatte vor ner Weile auch mal das Bedürfnis nach einer Abschirmung, um die Nullrate eines Eigenbau-Gerätes mit 4* SBM-20 Zählrohren zu bestimmen.

Zum Glück hatten sich über die Jahre eine Reihe von Bleigel-Akkus angesammelt, die dazu Verwendung fanden.

Das wird sicher noch nicht das Optimum gewesen sein, aber wie man im Diagramm sieht, ist die Wirkung deutlich zu spüren: Die Nullrate sank auf etwa die Hälfte.

Floppyk

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 141
    • Radioaktives
Re: Bleiburg bauen?
« Antwort #4 am: 12. Oktober 2019, 17:40 »
Ist da nicht 10 € Pfand pro Batterie drauf?  ;D

DG0MG

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 871
Re: Bleiburg bauen?
« Antwort #5 am: 12. Oktober 2019, 18:04 »
Nee, nur auf Autobatterien.  :unknw:

Aber ich hab sie dann später für 30 cent/Kilo beim Altmetallhändler abgegeben.

drsimon

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 2
Re: Bleiburg bauen?
« Antwort #6 am: 14. Juni 2020, 18:23 »
Bleiblech gibt es beim Dachdecker oder eier Firma, die Dachdecker beliefert. Ich habe so eine Bleiburg gebaut für einen 3" Sensor, die 90kg wiegt. Sie reduziert die Impulsrate von 250ips auf 18ips.

DL3HRT

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 470
Re: Bleiburg bauen?
« Antwort #7 am: 14. Juni 2020, 19:34 »
Das kann ich nur bestätigen. Dachdeckerblei eignet sich sehr gut zum Bau einer Bleiburg. Man es sehr einfach aufwickeln bis man die nötige Wandstärke erreicht hat. Die schmaleren 250 mm Rollen eignen sich auch gut zum Bau eines Behälters für entsprechende Objekte.

Leider ist der Bleipreis in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Man muss mittlerweile mit ca. 4 Euro pro Kilogramm Blei rechnen.

Floppyk

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 141
    • Radioaktives
Re: Bleiburg bauen?
« Antwort #8 am: 14. Juni 2020, 20:09 »
Ich könnte Blei aus dem Schießstand holen. Aber das ist eine riesige Sauerei und auch wegen der Stäube giftig.

wrdmstr inc.

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 37
Re: Bleiburg bauen?
« Antwort #9 am: 15. Juni 2020, 18:12 »
lohnt sich auf jeden fall, hab die stapelbaren blöcke aus ebay

DG0MG

  • Administrator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 871
Re: Bleiburg bauen?
« Antwort #10 am: 15. Juni 2020, 19:08 »
Ui, ich zähle jetzt ~58 Stück. Was wiegt ein solcher Ziegel?


wrdmstr inc.

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 37
Re: Bleiburg bauen?
« Antwort #11 am: 15. Juni 2020, 20:16 »
61  :) ..ca 830-850g

Floppyk

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 141
    • Radioaktives
Re: Bleiburg bauen?
« Antwort #12 am: 15. Juni 2020, 21:18 »
Gibt das eigentlich eine Gussform, die genau rechteckige Barren entstehen lässt?
Am Brenner und Blei soll es nicht liegen. Aber ich habe nur eine konische Barrenform.

fernaufklärer

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 10
Re: Bleiburg bauen?
« Antwort #13 am: 20. Juni 2020, 19:04 »
Nebenbei: Pb Profi- Klötzer haben allseitige Schwalbenschwanz- Passungen, die eine Spaltbildung zuverlässig verhindern....

Viel Erfolg, FA

Zugpferd

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 94
Re: Bleiburg bauen?
« Antwort #14 am: 28. Juli 2020, 13:31 »
Hier kann ich mein Wissen mal beisteuern...

Ich habe mir fertige Bausteine gekauft, auch wenn mich der Preis zuerst abgeschreckt hat...
Denn ich schmelze seit Jahren Blei ein welches bei unserer Firma abfällt.
Ich gieße das in Zylindrischen Formen ab und hab davon ca 70 Stück mit Gewichten zwischen 3 bis 5 Kilo gegossen.

Meine ursprünglich Idee die originalen Schwalbenschwanz Blöcke einfach nachzugießen gestaltet sich sehr schwer!

Es wird ein in der Mitte teilbares Positiv benötigt, zB aus Holz, dann das ganze mit Ölsand in eine Form gepresst - danach dann ausgießen.

Ich kann Euch sagen dass
erstens: eine Menge Zeit in Anspruch nimmt - alleine die 5kg Zylinder wieder zum Schmelzen zu bringen
zweitens: dann richtig zu gießen ohne Lufteinschlüsse, ohne Schlacke usw.
drittens: Maßhaltigkeit ist fürn Hintern...
viertens: es ist Blei, und kein Alu was ihr da gießt, die Bleiklötze können nicht "sofort" umgestülpt werden um sie zu ernten, das blöde Blei ist im Innern noch geschmolzen... Das frißt den Ölsand auf, sodass er nicht wie von vielen gesagt viele Male nutzbar ist, nee, der ist dann schon sehr verbrand.
Ganz schlimm und Tonnen an Geld hab ich zuerst in Silikongussformen investiert, die lösen sich mit der Zeit auf, sodass ca 15 Klötze entstanden sind, die aber immer bauchiger wurden, weil die Gußform aus Silikon eben keine 5kg vernünftig hält, das Silikon dann spöde wird, sich ablöst und immer dickere aber kürzere Steine dabei rumkommen.

ergo: kauft Euch lieber echte, da wird das Handwerk unterstützt, die Dinger sind maßhaltig, super lackiert, und kein Stress. Da kommt ein LKW und bringt ne Minipalette wo dann mal eben 300kg drauf sind - obwohl nur einlagig - und fertig.

Die Leute hier haben meine Bleibausteine hergestellt, klappte alles reibungslos.
http://www.mth-metall-technik.de/fileadmin/mth/downloads/prospekt-bleibausteine-d.pdf