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Autor Thema: AS622 vom AATiS e.V. (Geigerzählerbausatz)  (Gelesen 2095 mal)

DG0MG

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AS622 vom AATiS e.V. (Geigerzählerbausatz)
« am: 27. Juli 2018, 13:56 »
Der "Arbeitskreis Amateurfunk und Telekommunikation in der Schule e.V." (AATiS e.V.) ist ein Verein, der sich mit Nachwuchsarbeit im technischen Bereich insbesondere in Schulen beschäftigt. Er gibt u.a. jährlich eine hochwertige Publikation, die sog. "Praxishefte" heraus.

In Heft 22 hat Dr. Karsten Hansky, DL3HRT den AS622 beschrieben - einen kleinen DIY-Geigerzähler mit 1*SBM-20 Zählrohr und 1*AA-Batterie als Stromversorgung. Sinnvollerweise gehört das Mikroprozessor-Zählermodul mit LCD-Display quasi dazu.

AS622



Das Schöne: Es gibt beim AATiS einen Komplettbausatz für zusammen 58.- EUR (AS622+AS602, 47,- EUR + 11,- EUR), das ist durchaus attraktiv:


Im Bausatz sind alle benötigten Teile inkl. Gehäuse und Zählrohr enthalten.

Das Praxisheft ist vergriffen, man kann aber die sog. "weiße CD" bestellen, auf der befindet sich das Heft im PDF-Format. Das ist nötig, dem Bausatz liegen keine Aufbauhinweise oder Schaltpläne bei!


« Letzte Änderung: 26. August 2019, 00:08 von DG0MG »

DL3HRT

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AS622 mit Datenlogger
« Antwort #1 am: 19. September 2018, 10:37 »
Ich habe heute einen OpenLog-Datenlogger am AATiS-Geigerzähler ausprobiert. Informationen zum OpenLog finden man hier: https://www.sparkfun.com/products/13712

Der Logger hat "out of the box" funktioniert. Die 5V Versorgungsspannung habe ich vom Zählermodul (AS602) "abgezapft". Die Rx-Leitung des Loggers wurde direkt mit dem Tx-Ausgang des PIC verbunden.

Die Stromaufnahme des Loggermoduls ist wie folgt:
  • Logger ohne Speicherkarte: 6 .. 7mA
  • Logger mit Speicherkarte: 1.5mA (Standby)
Die Stromaufnahme beim Schreibvorgang lies sich nicht messen, da dieser nicht lange genug andauert.
Nach dem Einlegen einer neuen Speicherkarte und dem Anlegen der Versorgungsspannung initialisiert sich das Modul und
erzeugt eine Datei mit dem Namen "config.txt" und folgendem Inhalt:   
9600,26,3,0,1,1,0
baud,escape,esc#,mode,verb,echo,ignoreRX

Die Baudrate von 9600 Baud passt perfekt zum AATiS-Geigerzähler. Nach der Initialisierung schreibt der Logger alle empfangenen Daten in eine Datei mit dem Namen "Lognnnnn.TXT", wobei "nnnnn" für eine 5stellige Zahl steht.

Die Stromaufnahme des Geigerzählers steigt auf ca. 15 .. 20mA, wenn er mit einer 1.5V-Batterie betrieben wird. An dieser Stelle ist der Einsatz eines 3.7V Lithiumakkus der Bauform 14500 sinnvoll, da sich damit die Stromaufnahme deutlich reduziert. Ich werde im nächsten AATiS-Praxisheft eine entsprechende Umbauanleitung veröffentlichen. Vielleicht schaffe ich bis dahin noch die Einbindung eines GPS-Moduls.
   
Die angehängten Fotos zeigen den Versuchsaufbau. Der Logger lässt sich problemlos im Originalgehäuse unterbringen. Bei Ebay kann man die Module für weniger als 4 Euro aus China bekommen.


DG0MG

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Re: AS622 mit Datenlogger
« Antwort #2 am: 19. September 2018, 12:23 »
Interessante Geschichte, der Logger war mir auch schon aufgefallen.
Schade ist, dass offenbar die Uhrzeit nicht geloggt wird.

Die Baudrate von 9600 Baud passt perfekt zum AATiS-Geigerzähler.

Macht der nicht 4800 Bd? Jedenfalls hatte ich mein PuTTY immer so eingestellt.

DL3HRT

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Re: AS622 vom AATiS e.V.
« Antwort #3 am: 19. September 2018, 16:55 »
Nö, früher war das mal so aber jetzt generell mit 9600 Baud.

DL3HRT

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Re: AS622 vom AATiS e.V.
« Antwort #4 am: 23. Februar 2019, 17:07 »
Für den AATiS-Geigerzähler gibt es eine neue Firmware mit wesentlichen Erweiterungen. Vorabinformationen findet ihr unter folgendem Link: AATiS-Praxisheft 29
Das neue Praxisheft 29 kann ab März 2019 beim AATiS bestellt werden.

DG0MG

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Re: AS622 vom AATiS e.V.
« Antwort #5 am: 04. März 2019, 09:44 »
Das neue Praxisheft 29 kann ab März 2019 beim AATiS bestellt werden.

Genauer hier (auch wenn da noch die Nummer 28 steht):


Ich konnte die neue Firmware im Vorfeld testen - das Upgrade lohnt sich wirklich.

DL3HRT

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Re: AS622 vom AATiS e.V. (Geigerzählerbausatz)
« Antwort #6 am: 24. Mai 2019, 11:05 »
Bei der Vorstellung des PDRM-82 habe ich geschrieben, dass ich gerne einen AATiS-Geigerzähler in das Gehäuse einbauen möchte. Dieses Projekt habe ich nun umgesetzt (siehe Fotos). Taster, LED-Fassung, Schnittstellenbuchse und Zählrohrbuchse erfüllen alle die Schutzart IP67. Schmutz und Feuchtigkeit beim Outdoor-Einsatz sind damit kein Problem.

Für das Zählrohr habe ich eine TNC-Buchse gewählt. Diese gewährleistet durch die Verschraubung einen zuverlässigeren elektrischen Kontakt als BNC-Buchsen mit Bajonettverschluss.

DG0MG

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Re: AS622 vom AATiS e.V. (Geigerzählerbausatz)
« Antwort #7 am: 24. Mai 2019, 12:41 »
Sieht sehr professionell aus  :yahoo:

DM1ML

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Re: AS622 vom AATiS e.V.
« Antwort #8 am: 06. Juni 2019, 22:49 »
Für den AATiS-Geigerzähler gibt es eine neue Firmware mit wesentlichen Erweiterungen. Vorabinformationen findet ihr unter folgendem Link: AATiS-Praxisheft 29
Das neue Praxisheft 29 kann ab März 2019 beim AATiS bestellt werden.

Hallo,
ich hätte Interesse an der neuen FW für meinen AS622. Kann ich die eventuell auf der HAM Radio erhalten oder dort einen PIC mit der FW am Stand des AATIS kaufen?
Viele Grüße,
DM1ML

DL3HRT

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Re: AS622 vom AATiS e.V. (Geigerzählerbausatz)
« Antwort #9 am: 07. Juni 2019, 07:25 »
Ich habe eine große Stange PICs mit der neuen Firmware für die HAM-Radio gebrannt. Du kannst den PIC am AATiS-Stand bekommen. Mich findest du auch dort.

DM1ML

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Re: AS622 vom AATiS e.V. (Geigerzählerbausatz)
« Antwort #10 am: 07. Juni 2019, 19:58 »
okay, Danke. Werde auf jeden Fall vorbeikommen.

Viele Grüße, DM1ML

DG0MG

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Re: AS622 vom AATiS e.V. (Geigerzählerbausatz)
« Antwort #11 am: 07. Juni 2019, 20:01 »
.. den Eröffnungsbeitrag bebildert.

DG0MG

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Re: AS622 mit Datenlogger
« Antwort #12 am: 12. Mai 2020, 20:30 »
Ich habe heute einen OpenLog-Datenlogger am AATiS-Geigerzähler ausprobiert. Informationen zum OpenLog finden man hier: https://www.sparkfun.com/products/13712

Der Logger hat "out of the box" funktioniert.

Ich hatte in letzter Zeit auch mit dem OPENLOG-Baustein rumprobiert, leider war das nicht ganz so einfach, wie es ursprünglich schien. Ich habe inzwischen mehrere Openlog-Bausteine aus 3 unterschiedlichen Quellen, davon gingen nur die aus einer Quelle auf Anhieb. Und natürlich war das die dritte Lieferung, nicht etwa die erste.

Eigentlich dachte ich, wenn ich etwas kaufe, was OPENLOG heisst, dass das dann auch wie beschrieben funktioniert. Dem ist aber nicht so. Im Prinzip soll sich der OPENLOG-Baustein wie ein Arduino verhalten, nur dass sich die Interfaceschaltung (FTDI-RS232-auf-USB-Wandler) nicht auf der Platine befindet. Verdrahtet man den extern, soll man die OPENLOG-Software mit der Arduino-Entwicklungsumgebung compilieren und hineinspielen können. Das setzt aber voraus, dass in dem ATMEGA328P ein Bootloader drin ist, der die Kommunikation über die serielle Schnittstelle ermöglicht. Ist das nicht der Fall, braucht man einen ICSP-Programmer, um den leeren Prozessor erstmal überhaupt mit einem Stück Software zu füttern.

Es gibt also für den OPENLOG-Baustein 3 Zustände:

  • Beim Anlegen der Betriebsspannung passiert überhaupt nichts, keine LED, keine serielle Kommunikation, kein Zugriff auf die Micro-SD-Karte und auch der auf der Platine befindliche 16 MHz-Oszillator oder -Resonator scheint nicht zu schwingen. ==> Der ATMEGA328P ist unprogrammiert oder der OPENLOG ist komplett defekt.
  • Nach Anlegen der Betriebsspannung blinkt eine der LEDs gleichmäßig, keine SD-Karte wird angesprochen.
    ==> Der Arduino-Bootloader ist im Chip.
  • Nach Anlegen der Betriebsspannung blinkt die linke LED einmal und die rechte LED dreimal.
    ==> OPENLOG-Software ist drin, dreimal Blinken bedeutet, keine SD-Karte.

Zwei Sorten waren bei Lieferung in Zustand #1, eine in Zustand #3, also dem Optimum.

Die OPENLOG-Platine hat nun 6 Anschlusspins: 2*GND, 5V, RS232-Out, RS232-in, RESET.
Um einen komplett leeren Chip zu programmieren, braucht man aber noch den SPI-Anschluss: MOSI, MISO, SCLK.
Die waren auf der Platine kaum zu sehen, da überlackiert und so klein, dass es chirurgischer Präzision bedurfte, dort hauchdünne Drähtchen anzulöten um die zu kontaktieren. Ein Programmiergerät für ATMELs hat auch nicht jeder rumliegen, aber da gib es eine Lösung: Ein anderer ATMEL kann Programmiergerät sein. Ein "ARDUINO nano" wird also mit dem Sketch "ArduinoISP" versehen und damit zum Programmiergerät. Über 6 Drähte wird der OPENLOG als Slave mit dem "Arduino nano" verbunden und dann bekommt er mit der Funktion "Bootloader brennen" eben den Bootloader für die serielle Kommunikation. Er wird dann wie ein Arduino behandelt und im nächsten Schritt mit der Open-Log-Software versehen. Für manch einen ist dieser Weg völlig klar, mich hat das einige Zeit gekostet bis ich diese Vorgehensweise realisiert habe.

Das alles hatte ich erfolgreich durchgeführt und heute nun kam die dritte Sorte OPENLOGs an, bei der das alles nicht nötig war, weil sie direkt aus der Tüte raus funktionierten.

Die Variante die für mich funktioniert hat, ist diese:
Man sieht es auch auf den Bildern: Die Variante "purple" hat auch die Programmieranschlüsse auf der Seite des SD-Karteneinschubes als "richtige" Lötaugen ausgeführt bei "black" und "red" sind die so richtig gar nicht vorhanden. Aber worauf man achten muss, merkt man erst, wenn man schon ins Fettnäpfchen getreten ist.