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Autor Thema: Verkenningsmeter IM-4175  (Gelesen 411 mal)

DG0MG

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Verkenningsmeter IM-4175
« am: 27. Dezember 2020, 10:46 »
Bei ebay ist ein solches Verkenningsmeter IM-4175 (lt. Beschreibung hergestellt von SAPHYMO für die angeblich schwedische Armee) gestern für fast 70 EUR weggegangen.


Kann mir jemand sagen, warum?

Wenn man sich die Bieterliste anschaut, dann haben da eine ganze Reihe verschiedene Bieter Summen geboten, die ich nicht ansatzweise dafür geben würde - mir hat immer nur das robuste Alugussgehäuse für einen eventuellen Selbstbau gefallen  ;D - deshalb hab ich irgendwann mal eins für 15.- EUR oder so erworben, das seitdem auf dem Dachboden liegt. Mein Gerät ist aber auf jeden Fall von der niederländischen Armee "Koninklijke Landmacht", auf den Fotos in der Auktion ist ein diesbezüglicher Aufkleber auch drauf.
Das Gerät misst im EMPFINDLICHSTEN internen Messbereich 5 rad/h.  1 rad = 0,01 Gy oder 1 cGy, entsprechend 10 mSv/h. Also Endausschlag ~50 mSv/h im empfindlichsten Messbereich!  :( Ja, "MILLI"!

Es ist von Ionisationskammer die Rede - ist da vielleicht ein Strahler drin, auf den alle geil sind?

DL3HRT

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Re: Verkenningsmeter IM-4175
« Antwort #1 am: 27. Dezember 2020, 11:38 »
Vielleicht liegt es an diesem Satz:

Zitat
Große Detektorenkammer. Viel Empfindlicher und genauer als ein herkömmlicher kleiner Geigerzähler.

DG0MG

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Re: Verkenningsmeter IM-4175
« Antwort #2 am: 27. Dezember 2020, 12:10 »
Ja, das kann mal ein einzelner für "voll" nehmen, aber gleich so viele Bieter?
Ich meine, die Schalterbeschriftungen sind doch deutlich zu lesen. Deswegen die Idee, dass es noch einen anderen Grund als die "hohe Empfindlichkeit" geben könnte.

pangeiger

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Re: Verkenningsmeter IM-4175
« Antwort #3 am: 27. Dezember 2020, 12:31 »
Vielleicht ein Sammler? Ein Selbstbeschenker? Zu Weihnachten gönnt man sich selbst doch mal was.

Ansonsten geben ich meinen Vorrednern recht: so einen ollen unempfinlichen Militärscherben wollte ich auch für weniger nicht haben. Vor allem wenn man bedenkt, dass die wenigsten einen dafür passenden Teststrahler haben dürften.

Gruß
Peter

NoLi

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Re: Verkenningsmeter IM-4175
« Antwort #4 am: 27. Dezember 2020, 13:31 »
Es waren bestimmt die neuen Batterien (2 Mono-Zellen)!!! :D

Aber im Ernst: wenn ein Prepper sich für den möglichen Einsatz einer Atomwaffe messstechnisch vorbeugend eindecken möchte, ist er mit solch einem Gerät zum Aufspüren relevant hoher Dosiseistungen im Gelände bestens bedient. Um die Lücke zwischen natürlichem Strahlungsuntergrund und dem Beginn der Messbereiche des VERKENNINGSMETER zu schließen, empfehle ich solchen Personen die zusätzliche Beschaffung des BESMETTINGSMETER IM-3004:   




Beide Geräte arbeiten mit je einem internen energiekompensierte Geiger-Müller-Zählrohre unterschiedlicher Größe (groß = Niederdosisleistung ; klein = Hochdosisleistung); die als Zubehör zugehörige Außensonde dient zum qualitativen Beta-Nachweis.

http://www.civildefensemuseum.org/southrad/im4175.html  (VERKENNINGSMETER IM-4175)
http://www.civildefensemuseum.com/southrad/im3004.html  (BESMETTINGSMETER IM-3004)

Optisch stellen beide Gerät schon was dar, wenn man mit ihnen durchs Gelände hüpft, oder auf dem Armaturenbrett (habe heute gelernt, dass man das jetzt DASHBOARD nennt... >:( )  liegen hat :good2:

Gruß
Norbert

DG0MG

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Re: Verkenningsmeter IM-4175
« Antwort #5 am: 27. Dezember 2020, 14:32 »
"Prepper" kann ich mir als Erklärung für den Verkaufspreis auch nicht vorstellen. Dann müssten sich GRAETZ X50 ZS genau so gut verkaufen - der misst sogar bis 1 Sv/h! Aber die liegen wie Blei in den Regalen. Und wenn schon ein Armeegerät für den Fall der Fälle, dann doch einen ggü. dem IM-4175 erheblich moderneren SV500, ebenfalls mit Monozellen und bis 10 Sv/h(!). Da brauch ich dann auch nicht zwei Geräte für den gesamten Bereich bis zur letalen Dosis.

Optisch stellen beide Gerät schon was dar, wenn man mit ihnen durchs Gelände hüpft,

Das auf jeden Fall! Mit dem Ding kann man sich im Nahkampf auch gut wehren.

NoLi

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Re: Verkenningsmeter IM-4175
« Antwort #6 am: 27. Dezember 2020, 17:38 »
Das GRAETZ X-50 ZS ist zwar von der Bauart und Qualität her ein Profigerät, aber für jemanden, der sich überwiegend nur für schwach strahlende Objekte bzw. der Umweltradioaktivität interessiert, erstmal nicht* oder nur bedingt geeignet, weil im "Ratemeter-Betrieb" zu unempfindlich und anzeigeschwankend. Außerdem ist es ~ 30 Jahre alt (der Hauptbeschaffungszeitraum durch das ehemalige BZS/BZB, heute BBK, war 1988 - 1990), und dafür wird es leider für sein Alter überteuert angeboten. Wer weiß, wie lange noch die LCD`s mitmachen (ich habe das Problem z.B. beim "AUTOMESS Teletector-6112D" mit nach ca. 15 - 20 Jahren auslaufenden Displays).
Gleiches (natürlich nicht das "Display" betreffend  :) ) gilt auch für die SV-500, die im allgemeinen noch deutlich älter sind; außerdem sind vollständige SV-500 (vor allem mit der "internen Zählrohrpatrone" für die Dosisleistungsmessungen!) zu annehmbaren Preisen kaum noch zu finden, allenfalls noch "Gerätezombies", zusammengebastelt aus Bundeswehr-Lager-Ersatzgeräteteilen (Elektronikgrundgeräte ohne Sonden und Batteriehalter, Ersatzeinzelsonden, Kabel,...) und/oder ausgestattet mit selbstgebastelte Sonden, etc..


*Für Bestimmung der Umweltstrahlung mit dem GRAETZ X-50 ZS in µSv/h braucht man  a) einen Timer  b) einen Kalibrierfaktor:

a) Timer auf 10 Minuten einstellen; Gerät einschalten, akust. Impulswiedergabe (Piepser) aktivieren; Timer starten und die vom Gerät registrierten Piepser zählen; Impulszahl durch die 10 Minuten teilen, um auf Imp/Min (cpm) zu kommen.
B) Kalibrierfaktor für das im X-50 ZS verbaute Zählrohr: 0,9 cpm = 0,1 µSv/h

Schon ist das Gerät auch für Messungen der Umweltdosisleistungen geeignet ;D
Man braucht nur etwas mehr Zeit.

Gruß
Norbert


« Letzte Änderung: 28. Dezember 2020, 13:00 von NoLi »

NoLi

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Re: Verkenningsmeter IM-4175
« Antwort #7 am: 28. Dezember 2020, 13:22 »
Es ist von Ionisationskammer die Rede - ist da vielleicht ein Strahler drin, auf den alle geil sind?

Nö, da ist kein Strahler (wie normalerweise beim "TOTAL TTL-6109 A": C-14 mit 60 µCi = 2,22 MBq  ;) ) drin!

Ansonsten geben ich meinen Vorrednern recht: so einen ollen unempfinlichen Militärscherben wollte ich auch für weniger nicht haben. Vor allem wenn man bedenkt, dass die wenigsten einen dafür passenden Teststrahler haben dürften.
Gruß
Peter

Es gibt aber Testmöglichkeiten:
einfach mal im Branchenbuch nach einer Werkstoffprüffirma (NDT- bzw. ZfP-Testverfahren) in der Nähe suchen. In der Regel machen die auch zerstörungsfreie ortsfeste oder mobile Schweissnahtprüfungen mit Isotopen (im TBq-Bereich!) und /oder harter Röntgenstrahlung und benötigen für ihre Tätigkeiten geeichte Dosisleistungsmessgeräte. Meistens haben diese Firmen für ortsfeste Prüfungen auch einen Bestrahlungsbunker mit Strahlungs- und Kameraüberwachung (falls die Strahlungsüberwachung fest installiert sein sollte, zur Ermittlung des Anzeige-Sollwertes vom Prüfling einfach das Abstandsquadratgesetz anwenden!). Wenn man lieb nachfragt, kostet dies vielleicht nen Kasten Bier oder ne Kiste Wein... :i-m_so_happy:

Gruß
Norbert
« Letzte Änderung: 28. Dezember 2020, 19:48 von NoLi »