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Autor Thema: Thermo EDD Mk2.3  (Gelesen 255 mal)

Lutathera-177

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Thermo EDD Mk2.3
« am: 14. Januar 2021, 19:10 »
Hallo  :)

Das o.g Gerät habe ich vor kurzem bei eBay erstanden. Es wurde hier schon ein paar mal erwähnt (hier hier hier) aber nicht ausführlich vorgestellt. Ich hoffe mal ein neuer Thread ist daher in Ordnung, ansonsten bitte woanders anhängen. Ich habe es „New in Box“ von einem Anbieter in Großbritannien erhalten. Kam kurz vor Weihnachten noch Zollfrei bei mir an.

Verpackt in einem kleinen weißen Pappschächtelchen ohne jede Beschriftung. Enthalten ist eine Kurzanleitung, ein Band um es um den Hals zu tragen und natürlich das Gerät selbst. Der Gürtelclip war schon vormontiert.

Grundsätzlich gibt es eine zugehörige Software „EasyEPD“ die ich leider nirgends bekommen konnte. Sie ist glücklicherweise auch für die allermeisten Funktionen nicht notwendig, solange alle Menüs entsperrt sind  :good3:  (Vorsicht beim Gebrauchtkauf!)

Grundsätzlich ist es in Personendosimeter aus dem Profi-Bereich. Recht klein, mit Batterie etwa 95g schwer. Die Bedienung erfolgt über einen einzelnen Knopf auf der Vorderseite, der LCD Display ist oben angebracht. Laut Handbuch hat er sogar eine Hintergrundbeleuchtung, die allerdings im Auslieferungszustand deaktiviert ist was nur mit der Software geändert werden kann. Dazu würde das EPD via Infrarot verbunden werden. Zum Betrieb kann man eine normale AA Alkaline oder 3,6V LTC Batterie einsetzen. Erstere soll etwa 55 Tage halten, die LTC bis zu 5 Monaten.
Das Gehäuse ist IP55 geschützt gegen Staub, Spritzwasser und kurzes Untertauchen. Falltest aus 1.5m auf Beton klingt auch sehr gut. Es gibt eine rote Alarm-LED und einen Lautsprecher (es ist sehr Laut).

Gemessen wird mit 3 Silizium Dioden Detektoren, einer davon für die Hautdosisleistung Hp(007) durch Beta- und weiche Gammastrahlung. Dieser ist mit einem dünnen Orangenen Fenster abgedeckt.
Die Bedienung ist nicht immer ganz Intuitiv. Grundsätzlich wechselt man mit einem langen Druck durch die Hauptmenüs, mit einem kurzen durch die Untermenüs und per Doppeldruck werden Einstellungen verändert. Wenn man alles mal probiert hat klappt es gut ohne noch mal ins Handbuch zu schauen.
 
Menü 1) Ist die Standartanzeige, auf welche das Gerät immer nach einer Weile zurückspringt. Angezeigt wird die Dosis in HP10 in Sievert von 0 uSv bis zu 16 Sv mit einer Auflösung von 1 uSv (bis zu 10mSv, danach weniger) Im Untermenü die H10 Dosisleistung bis zu 4 Sv/h, wobei das Gerät nur bis 1 Sv/h verwendet werden soll. Darüber steigt die Ungenauigkeit. Für die Auflösung gilt hier das gleiche.

Menü 2) HP07 Dosisanzeige, Untermenü H07 Dosisrate. Für die Dosisrate beginnt die Anzeige bei 10uSv/h

Menü 3) „Total Dose“ für Hp10 und Hp07, lässt sich am Gerät selbst nicht löschen.

Menü 4) „SECS“ wie eine Eieruhr, nach Ablauf der Zeit ertönt der Alarm. Die voreingestellte Zeit lässt sich leider nur über den IR-Link ändern.

Menü 4) On/Off Schaltet man das Gerät hier aus bleibt in Display die Anzeige „Off“ durchgehend stehen. Gemessen wird nicht mehr. Laut Handbuch nur noch 20% Energieverbrauch im Vergleich zu „On“. Der Speicher bleibt erhalten, selbst dann wenn man die Batterie herausnimmt.

Menü 5) „r HI“ Zeigt die jeweils höchsten gemessenen Dosisraten für H10 und H07 an

Menü 6) „test“ Erlaubt einen Funktionstest, alle Displayelemente werden für einige Sekunden aktiviert, die LED blinkt und verschiedene Alarmtöne werden abgespielt. 

Menü 7) „Clr“ Zum Löschen des Dosisspeichers von 1) und 2) – der „Total Dose“ speicher bleibt erhalten.

Menü 8 )  „d AL“ Einstellen von Alarmgrenzen für die akkumulierte Dosis in Menüs 1) und 2). Für die Hp10 lassen sich zwei Separate Werte einstellen. Mögliche Einstellungen sind uSv 10 – 50 – 100 - 500 mSv 1 - 5 – 10 - 50 – 100 – 500 und 1Sv

Menü 9) „r on“ Einstellen einer Alarmschwelle für die Dosisleistung, wieder zwei Schwellen für H10 und eine für H07 mit den gleichen Grenzen wie bei 8 )

Menü 10) „r OFF“ Alarmschwelle bei welcher der Dosisleistungsalarm wieder ausgehen soll. Oberhalb dieser Alarmschwelle lässt er sich zwar per Knopfdruck quittieren ertönt aber nach einigen Minuten erneut.

Menü 11) „beep“ Ein- oder Ausschalten des Tastentones sowie Einstellen eines „Dose Chirps“ Den finde ich ganz nützlich, jedes mal wenn sich eine bestimmte Dosis aufsummiert hat gibt das Gerät einen dezenten Pieps von sich. Der niedrigste Wert der sich hier einstellen lässt sind 10 nSv!
Laut Handbuch gibt es in diesem Untermenü noch die Möglichkeit sich die Counts jedes eingebauten Detektors anzeigen zu lassen. Die Anzeige ist aber leider im Auslieferungszustand deaktiviert.


Dieses Dosimeter ist eher für höhere Strahlungslevel gedacht, wenn man kurz mal seine Steinchen umsortiert passiert mit der Anzeige wahrscheinlich gar nichts. Die angegeben Empfindlichkeit liegt bei 32 Counts/uSv Gamma. Für mein Vergleichsgerät, das FH41F-M mit einem ZP1301 Zählrohr sind laut einer Tabelle im Internet 2,04 CPM/uSv/h zu erwarten also etwa 122 Counts/uSv Dosis.

Ich habe ein paar kleine Versuche gemacht um zu sehen wie die beiden Geräte auf Prüfstrahler reagieren. Zuerst eine Hintergrundmessung:
Thermo EPD:
~24h 2uSv (Hp10) 2uSv (Hp07)
~72h 6uSv (Hp10) 5uSv (Hp07)
~96h 8uSv (Hp10) 7uSv (Hp07)

THI FH41F-M
~48h 11uSv
~72h 17uSv


Dann mit einem Thorium-Glühstrumpf, in einem Plastikbeutel und mittig über das Beta-Fenster gelegt:
Thermo EPD: ~26h 28uSv (Hp10) und 1352 uSv (Hp07)
THI FH41F-M: 10uSv

Ein Alpha-Strahler (241Am) lässt sich dich über dem Beta-Fenster nicht messen, es ist wohl dicker als bei manchen vergleichbaren Geräten.

Bei der Hintergrundmessung zeigte das Zählrohrbasierte Gerät deutlich mehr an, bei dem Glühstrumpf ist es andersherum. Ich frage mich ob die Beta-Strahlung teilweise hart genug ist um die abgedeckten Detektoren im EPD auszulösen, diese sollen ja eine Gewebetiefe von einem Zentimeter simulieren. Oder liegt das an was anderem?  :unknw:

Letzte Woche hab ich dann noch beide Geräte mit auf eine kleine Reise genommen (kein Urlaub, beruflich) Der Gepäckscann am Flughafen hat auf dem Thermo EPD 11uSv Hp(10) und 12 uSv Hp(07) angezeigt. Das Gerät steckte dabei mit unbekannter Orientierung in meiner Jacke. Dann ging es in etwa 85min von Düsseldorf über die Alpen nach Südosteuropa. Ergebnis:
Thermo EPD 2uSv (Hp10) und 3uSv (Hp07)
FH41F-M: 4uSv


Ich habe mir dabei die Zeiten notiert in denen das Flugzeug gestiegen und gesunken ist um dann mit dem EPCARD Tool die Dosis ungefähr auszurechnen. Die Flughöhe hat der Pilot dieses mal nicht durchgesagt, es dürften aber etwa 10.000 Meter sein. Ausgespuckt hat der Rechner 4uSv !


emanator

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Re: Thermo EDD Mk2.3
« Antwort #1 am: 18. Januar 2021, 19:37 »
Habe es auch bei EBAY zu dem eigentlich sehr guten Preis gekauft.

https://www.ebay.de/itm/Thermo-Fischer-Electron-EPD-MK2-3-Personal-Dosimeter-geiger-counter-NEW-NIB/264923493037?hash=item3daeabb2ad:g:dk4AAOSw6o9fcLb8

Top Gerät und anscheinend nagelneu.

Leider lassen sich einige Daten (DL max, Interne Dosissumme) nur mit der Software EasyEPD2 zurücksetzen  :unknw:

Der Infrarotadapter wäre sicher nicht das Problem, das schein eine handelsüblicher (Actisys) zu sein.

Falls jemand was zur Software weiss, wäre ich sehr dankbar.

Henri

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Re: Thermo EDD Mk2.3
« Antwort #2 am: 18. Januar 2021, 22:50 »
Ich habe auch so ein Gerät, aber schon vor vielen Jahren gekauft, mit Gebrauchsspuren. Einen Infrarotadapter hatte ich mir auch mal besorgt und es mit der Software für das Vorgängermodell, dem MK1, ausprobiert - die geisterte mal durch das amerikanische Forum. Funktionierte aber nicht. Man konnte nicht mal das Protokoll mitsniffen, weil man eine ganz bestimmte Sequenz an das Dosimeter senden muss, damit es überhaupt anfängt zu reden. Und wenn man die nicht kennt...
Bei meinem Gerät war allerdings fast alles freigeschaltet. Ich hätte nur gerne den Speicher ausgelesen, weil es intern eine Verlaufskurve speichert - ganz spannend, wenn man es mal mit in den Flieger nimmt.

Nach dem Preis für die Software hatte ich mich auch mal erkundigt, der lag um die 1000,-, den Adapter gibt es gleich mit dazu. Das war mir zu viel, obwohl man damit den Gebrauchswert des Geräts um gefühlt Faktor 50 steigern kann.

Der Formfaktor ist ja wirklich bestechend und der Funktionsumfang und die lange Betriebsdauer mit einer Batterie auch. Wenn man die niedrigsten Dosisleistungs-Alarmschwellen einstellt, kommt es aber häufig zu Fehlalarmen, weil die Zählstatistik bei so wenigen Impulsen schlecht ist. Unter 10µSv/h ist der Alarm eigentlich nicht zu gebrauchen. Das Ding ist ja laut! Und hat keine Vibrationsfunktion.



Noch ein Hinweis zum Schluss: passt sehr gut auf, wenn ihr den Batteriedeckel auf- und zudreht! Die Nut am Gehäuse, in die dieser greift, ist zu schwach dimensioniert und bricht irgendwann weg. Das kann man auch nicht mehr mit Epoxy reparieren. Wenn das Batteriefach nicht ganz zu ist, bekommt man außerdem EMV-Probleme. Und da die Feder sehr stark ist, müßte man sich schon einen Stahlbügel o.ä. basteln, um den Deckel zuzuhalten.
Bei meinem Gerät ist schon was abgebröselt, aber es hält noch. Ich habe damals allerdings auch nicht viel für bezahlt.

Viele Grüße!

Henri

Lutathera-177

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Re: Thermo EDD Mk2.3
« Antwort #3 am: 20. Februar 2021, 22:19 »
Whooop Update!!  :yahoo:

Ein freundlicher Thermo-Mitarbeiter hat mit die Software (EasyEPD2) samt Handbuch zukommen lassen.

In die Menüs muss ich mich noch einlesen, Daten abrufen klappt schon mal  ;D

Henri

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Re: Thermo EDD Mk2.3
« Antwort #4 am: 20. Februar 2021, 22:44 »
Nanu? Hat das Nachfolgemodell eine andere Software?? Normalerweise haben die ja nichts zu verschenken, EasyEPD2 kostet über 1000,-...

Jedenfalls, herzlichen Glückwunsch!!   :yahoo:

TimLUV

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Re: Thermo EDD Mk2.3
« Antwort #5 am: 25. Februar 2021, 13:09 »
Der Verrückte von Weaponsandstuff93 hat auch mal ein Video drüber gemacht. „Thermo Radiation dosimeter review“ auf YouTube.

cds

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Re: Thermo EDD Mk2.3
« Antwort #6 am: 25. Februar 2021, 13:59 »
Was heißt denn "zukommen lassen"?

Einfach so? Wenn es die irgendwo gäbe wäre das Dosimeter in der Tat interessant ....