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Autor Thema: Das ODL-Messnetz des BfS  (Gelesen 2492 mal)

DG0MG

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #60 am: 14. Juli 2019, 13:47 »
Im ersten Beitrag dieses Threads habe ich eine überarbeitete Version der KMZ-Datei ergänzt, die den aktuellen Stand widerspiegelt.

DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #61 am: 15. Juli 2019, 18:54 »
Wenn man etwas nicht weiß, sollte man fragen. Das habe ich gestern mal getan und eine freundliche Mail an die Leute vom BfS geschrieben, die sich damit schließlich auskennen:

"...interessiert habe ich mir Ihre Homepage zur ODL-Meßstellenliste in Tabellenform und als Karte angeschaut.

Wenn man die aktuelle Karte der Meßstellen anschaut, dann findet man dort in Summe derzeit 1682 Meßstellen. Schaut man sich die aktuelle Liste der Meßstellen nach Bundesländern aufsummiert an, kommt man auf eine Zahl von 1743.

Woher kommt die Differenz von 61 Meßstellen?

Und noch etwas interessiert mich in Bezug auf die tabellarische Übersicht. Woher bezieht das BfS die hier veröffentlichten Höhendaten der Standorte der einzelnen ODL-Sonden?..."

Heute schon kam die Antwort, welche ich Euch nicht vorenthalten will:

"...Die Differenz der Messstellenanzahl zwischen der Kartendarstellung und der Messstellenliste ergibt sich daraus, dass in der Karte nur die Messstellen dargestellt werden, die sich aktuell im Normalbetrieb befinden und somit zuverlässig aktuelle Messwerte liefern. In der Messstellenliste werden zudem momentan defekte Messstellen (aktuell 42) und Messstellen im Testbetrieb (aktuell 19) aufgeführt. Hierzu zählen beispielsweise Messstellen, an denen vor Ort Bauarbeiten durchgeführt werden, oder Messstellen die nach Umbauten oder Wartungsarbeiten für ein paar Tage auf Plausibilität geprüft werden, bevor sie wieder in den Normalbetrieb übergehen.

Die Höhe über Normalnull der einzelnen Sondenstandorte wird beim Aufbau der jeweiligen Messstelle, oder bei Bedarf auch bei den routinemäßigen Wartungsarbeiten, durch unsere Außendienstmitarbeiter mittels GPS bestimmt..."

Besten Dank an die Mitarbeiter vom BfS für die schnelle Antwort auf meine Fragen.

Nun ist allerdings nicht klar, welche GPS-Geräte die Mitarbeiter verwenden. Ist das was für die Hemdtasche (etrex, Smartfon o.ä.) oder ein Gerät mit großer Antenne und DGPS? Aber damit werde ich die Leute nicht nerven. Es würde aber erklären, warum es manchmal größere Differenzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit gibt. Und dann wäre da auch wieder der Faktor Mensch mit seinem kleksenden Kuli und den unleserlichen Notizen zum Schluß am Büroschreibtisch.  ;D

DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #62 am: 20. Juli 2019, 21:01 »
Heute ging es ins Mittlere Erzgebirge. Dort galt es, die ODL-Sonden in Reitzenhain, Rübenau, Deutschneudorf, Cämmerswalde, Mulda und Freiberg zu suchen und natürlich zu finden. Nach gründlichem Kartenstudium und Recherche auf diversen örtlichen Homepages fühlte ich uns gut gerüstet. Sabine hatte zwar, eingedenk diverser negativer Erfahrungen in der Vergangenheit, so ihre Zweifel und glaubte nicht, daß wir vor Sonnenuntergang wieder zu Hause seien.

Gegen 10.15 Uhr waren wir in Reitzenhain. Dort wurde unsere Suche nach einer Parkmöglichkeit schon von Anwohnern und der Bundespolizei beäugt, nachdem sich dies als schwierig erwies. Überall war die Straße mit roten und weißen Begrenzungen verbaut. Ich vermutete die Sonde bei der örtlichen Forstverwaltung, was aber nicht zu traf. Nun suchten wir das Rathaus auf, welches sich hinter einem roten Sparkassen-Container befindet. Dort konnte man ungestört parken. Ich stieg aus ging ein paar Schritte um das Rathaus, fand dort einen Wohnblock mit dahinter liegenden Wäscheplatz, einer Wasserwirtschaftlichen Anlage und einer ODL-Sonde dazwischen. Aufgabe erfüllt!
« Letzte Änderung: 21. Juli 2019, 12:28 von DG0JN »

DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #63 am: 20. Juli 2019, 21:21 »
Weiter ging es nach Rübenau. Dort lockte das Umfeld des Feuerwehrgerätehauses. Ansonsten war über den Ort vorab nicht viel in Erfahrung zu bringen, was von Nutzen gewesen wäre. Rund um das Gerätehaus waren zwar ausgedehnte Wiesenflächen in passender Höhenlage zu finden, aber sonst nichts, was unser Herz erfreuen würde. Oberhalb des Pfarrhauses befindet sich ein neuer, etwas verunkrauteter Kinderspielplatz und ein, mit Mitteln zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes gefördertes,  Multifunktionsgebäude (Sporthalle mit Außenstelle einer Arztpraxis). Das war aber alles viel zu neu, als daß dort schon länger eine ODL-Sonde beheimatet sein konnte. So blieb uns also nichts weiter übrig, als alles Straßen im Planquadrat nacheinander ab zu fahren und die Augen offen zu halten. Und schließlich konnte Sabine gegen 12 Uhr die ODL-Sonde an der Südwest-Ecke der "Naturherberge Rübenau" - ein Zeltcampinglager für Kinder - entdecken.
« Letzte Änderung: 21. Juli 2019, 12:29 von DG0JN »

DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #64 am: 20. Juli 2019, 21:34 »
Nächstes Ziel sollte ein preiswertes Mittagessen bei unseren tschechischen Nachbarn sein, danach suchten wir noch eine Tankstelle mit den hier üblichen günstigen Spritpreisen. Allseits gut gestärkt ging es weiter nach Deutschneudorf. Dort gibt es in entsprechender Höhenlage zwei große Sportplätze. Am zweiten Platz angekommen, glaubte Sabine, die Sonde gesehen zu haben. Es war aber von Nahem betrachtet nur ein glänzender Alu-Beschlag an einer windschiefen Sortplatzhütte. Dahinter allerdings, auf der Rückseite befand sich die in der Sonne blitzende ODL-Sonde. Weiter ging es gegen 14.45 Uhr Richtung Cämmerswalde.
« Letzte Änderung: 21. Juli 2019, 09:03 von DG0JN »

DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #65 am: 20. Juli 2019, 21:47 »
Weiter ging es nach Cämmerswalde, nördlich der Rauschenbachtalsperre gelegen. Hier hatte ich mir schon vorab die Dienststelle der Bundespolizei ausgeguckt und glaubte, dort bei GE die Sonde und Spuren des zugewachsenen Kabelgrabens schon aus der Luft gesehen zu haben - Volltreffer! Da alles rundum videoüberwacht nur schnell ein paar Bilder gemacht und bevor jemand Fragen stellt ging es gegen 15.30 Uhr weiter.
« Letzte Änderung: 21. Juli 2019, 08:59 von DG0JN »

DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #66 am: 20. Juli 2019, 21:56 »
Vorletzte Station sollte Mulda sein. Auch hier gibt es zwei Sportplätze in entsprechender Höhenlage. Wir machten Halt an der "Muldentalhalle" an welcher sich einer der Plätze anschließt. Dort war vom Parkplatz aus erst mal nichts zu entdecken. Das lag allerdings am ungünstigen Blickwinkel, denn nach einer Runde um den Sportplatz waren dann in der Südecke auch die Zielfotos im Speicher. Gegen 16.15 Uhr ging es weiter Richtung Freiberg.
« Letzte Änderung: 21. Juli 2019, 09:01 von DG0JN »

DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #67 am: 20. Juli 2019, 22:04 »
Letzte Station war Freiberg. Dort gibt es ein großes Gebäude mit weitläufigem Gelände der örtlichen Berufsfeuerwehr. Während wir uns in der angrenzenden Nebenstraße eine günstige Parkgelegenheit suchten, konnten wir bereits im Gelände die ODL-Sonde sehen. In der nahe liegenden Gartenanlage wurde unsere Fotoaktion von "wachsamen Nachbarn" genau verfolgt, die erst dann von der Straße in ihren Garten zurück gingen, als wir wieder weg fuhren. Abfahrtszeit 17.15 Uhr.

Alles in allem hat uns unsere Suchfahrt heute wieder an Orte gebracht, an die wir ohne diese Sonden nie gekommen wären.
« Letzte Änderung: 21. Juli 2019, 08:58 von DG0JN »

DG0MG

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #68 am: 20. Juli 2019, 23:07 »
Na das kann man ja als äußerst erfolgreichen Tag verbuchen!

DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #69 am: 03. August 2019, 23:11 »
Heute wollte ich mit Sabine einen Ort aufsuchen, wo sie in Kindertagen Urlaub gemacht hat. Es ging in die Dahlener Heide. Nachdem wir uns in dem kleinen Ort Lausa umgesehen hatten, ging es weiter nach Belgern, denn dort steht eine ODL-Sonde des BfS. Nachdem wir den Sportplatz an der Ev. Schule unter die Lupe genommen hatten und dort nichts vorfanden, haben wir die andere Seite der Schule betrachtet und sahen vom Auto aus das Gesuchte auf einer Wiese hinter der Bushaltestelle an der Schule. Dabei stellten wir eine Besonderheit fest: Die Datenübertragung von der Sonde zur Übertragungseinrichtung erfolgt drahtlos, wie man am Unterbau erkennen kann. Gegen 12.45 Uhr ging es weiter Richtung Riesa.

DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #70 am: 03. August 2019, 23:22 »
In Riesa angekommen, betrachteten wir zuerst mal "verdächtige" Stellen im Hafen, was aber nichts brachte. Selbst an Rettungsstation des DRK und gegenüberliegendem Atemschutzzentrum war nichts zu entdecken. Auch war an vielen Stellen die Elbe mit Spundwänden verbaut, was die Sicht erheblich erschwerte. Wir traten also den Rückzug an, nahmen dabei aber einen anderen Weg und das war gut so. So kamen wird aus der Bewegung heraus dann doch noch zum Erfolg, denn wir sahen eine blitzende Sonde hinter dem Maschendrahtzaun der örtlichen Kläranlage nördlich der Gröbaer Kirche. 15.16 Uhr ging es weiter Richtung Lommatzsch.

DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #71 am: 03. August 2019, 23:28 »
In Lommatzsch gab es wieder ein passendes Objekt, die dortige Ev. Schule auf einem Berg gelegen im Nordosten der Stadt. Da das vorgelagerte Getreidefeld bereits abgeerntet war und die Sonnen günstig stand, blinzelte uns die Sonde bereits aus der Ferne entgegen. Gegen 15.50 Uhr ging es weiter nach Mügeln.

DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #72 am: 03. August 2019, 23:34 »
In Mügeln gibt es im Planquadrat bei passender Höhe etwas außerhalb gelegen ein schmuckes Freibad. Das hatte heute aus unerklärlichen Gründen Betriebsruhe. Bereits aus dem Auto sahen wir bei der hinter dem Volleyballplatz die ODL-Sonde. Gegen 16.40 Uhr ging es weiter zur letzten Station Richtung Waldheim.

DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #73 am: 03. August 2019, 23:43 »
Im Osten von Waldheim gibt es östlich des modernen Tagungs- und Schulungszentrum der AOKPlus zwei unmittelbar nebeneinander liegende große Sportplätze. Nachdem ich mit dem Fernglas beide Plätze erfolglos abgesucht hatte, betrat ich die Plätze durch die offene Eingangspforte und stolperte fast über die Sonde, denn die stand noch vor der Aschenbahn. Ich hatte sie glatt übersehen.

Wenn man die Fundorte bei GE näher betrachtet, kann man die heutigen Sonden mit Ausnahme der Riesaer aus der Luft erahnen.

DG0MG

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #74 am: 04. August 2019, 09:33 »
Uh, ganz schöne Runde.

Aber der Standort Belgern ist ja tatsächlich bemerkenswert. Zuerstmal, weil die Sonde von der Firma Genitron stammt, die auch den ungewöhnlichen mini monitor + counter hergestellt hat. Wie im dortigen Thread festgestellt, gibts die Firma inzwischen nicht mehr, sie ist schon vor mehr als 10 Jahren in SAPHYMO und BERTIN aufgegangen. Dementsprechend alt muss die Sonde sein.

Und zum zweiten: Wie funktioniert denn dort die Stromversorgung? Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass innerhalb der Sonde für einen Langzeitbetrieb genug Batterien enthalten sein können? Oder sind es Akkus und es steckt immermal einer an den Pömpel untendran ein Ladegerät? Man erkennt auf dem Foto leider nicht, oder der Deckel abgegriffen ist, weil er immermal geöffnet wird?

Die Beschriftung auf dem Typenschild ist auch etwas rätselhaft: HAT die Sonde nun SHORTLink und SKYLink Interfaces und KEIN GPS und KEIN GSM oder ist es gerade andersherum? Also die ausgestanzten schwarzen Punkte bedeuten: "JA"? Dann hätte sie GSM und GPS, aber auch das braucht Strom ..

Eine GSM-Antenne könnte ja unter der Kunststoffabdeckung an der Spitze sitzen.