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Autor Thema: Das ODL-Messnetz des BfS  (Gelesen 1368 mal)

DL3HRT

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #15 am: 01. Mai 2019, 14:14 »
Es gibt nicht nur in Deutschland ein Radioakitivitäts-Messnetz. Auf der folgenden Seite findet Ihr einen Überblick über verschiedene Messnetze aus dem Ausland:https://nuklearia.de/strahlungsdaten/

Sehr gelungen ist auch folgende Seite: http://eurdepweb.jrc.ec.europa.eu/EurdepMap/Disclaimer.aspx

Europa ist recht gut abgedeckt. Es gibt vielfältige Darstellungsvarianten der Karte. In Frankreich ist eine Clusterbildung auffällig. Blendet man in der Karte die Standorte der Nuklearanlagen ein, so sieht man die Ursache dafür  ;) . In Großbritannien sieht das anders aus. Dort ist das Messnetz gleichmäßig verteilt.






DG0MG

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #16 am: 01. Mai 2019, 15:04 »
Wenn man von der ersten Liste die Schweiz auswählt:
Dann steht man im Dunklen, denn die haben anscheinend einen Geoblocker vor ihrer Seite.

DL3HRT

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #17 am: 01. Mai 2019, 16:44 »
Stimmt.Ist aber eigentlich unverständlich, denn im Falle eines Ereignisses möchte man vielleicht auch vom Ausland aus auf die Karten zugreifen können.
Da ich ohnehin generell per VPN im Internet unterwegs bin ist das Ganze aber kein Problem, da ich mir den VPN-Server auswählen kann. Wenn ich einen aus der Schweiz nehme klappt es, allerdings nicht mit der angegebenen URL sondern so: http://radenviro.ch/de/map

Insgesamt sind nur 15 Sonden im Einsatz. Die messen allerdings nicht nur die Ortsdosisleistung sondern man bekommt Messwerte für folgende Isotope:
  • Bismut 214
  • Cäsium 134
  • Cäsium 137
  • Beryllium 7
  • Blei 214
  • Iod 131
  • Cobalt 60
Ich verstehe den Einsatz eines Geoblockers überhaupt nicht.



DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #18 am: 05. Mai 2019, 18:44 »
ODL in der Wetterstation Schleiz
Mein zweiter Tip war richtig, wie ich mich heute überzeugen konnte.

DG0MG

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #19 am: 05. Mai 2019, 19:16 »
Und ich hab heute auch was gemacht, was normalerweise nicht meine übliche Sonntagsbeschäftigung ist: Ich bin im Kurpark spazieren gegangen. Natürlich nicht einfach so, ziellos. Neiiin - die Kartenposition der Sonde in Bad Schlema legte nahe, dass sich der Standort entweder auf der Freifläche am Radon-Heilbad ACTINON oder eben irgendwo im Kurpark befinden könnte.


In die Bad-Freifläche kann man nicht besonders gut schauen, musste ich aber nach einigem Wandern auch nicht mehr: Vor dem Gebäude der Kurverwaltung, in unmittelbarer Nähe des früheren WISMUT-Schachtes 6b, befindet sich eine eingezäunte eher niedliche Wetterstation, dort ist auch die ODL-Sonde.

Dass die Wetterstation zwar einerseits recht professionell aussah, aber andererseits trotzdem nicht vom Deutschen Wetterdienst stammte, hat man gesehen. Ich tippte vor Ort auf METEOMEDIA (früher Kachelmann), in deren Messstellenliste taucht Bad Schlema aber auch nicht auf.
Der Betreiber ist wohl doch die Kurverwaltung Bad Schlema selbst, wenn man den Angaben auf dieser Seite glauben kann http://webs.idu.de/wetter/?site=meteosens
Letzte Daten sollten enttäuschenderweise vom "Wed May 29 2019 um 22:47:00 MEZ" sein  :( (mehr als 4 Wochen her!), aber wenn man die Einzeldiagramme anklickt, ists dann doch aktuell. So ganz nebenbei ergab sich dann beim Herumklicken noch die Information, dass diese Server-Webseite irgendwie die Firma UTK – EcoSens GmbH aus Zeitz betreibt, die laut eigener Aussage auch die Wetterstation auf dem Fichtelberg wartet. Davon hatte ich mündlicherweise durch den Buschfunk auch schon gehört ..  ;D

Das jetzige Gebäude der Kurverwaltung war ab 1941 das deutsche Radiumforschungsinstitut. Der Biophysiker und Strahlenforscher Boris Rajewsky leitete die Erforschung der Wirkung des Radons auf den tierischen und menschlichen Organismus. Später befand sich im Gebäude das Labor des Schachtes 6.




DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #20 am: 05. Mai 2019, 20:59 »
Na prima, in Erfurt habe ich es gestern gar nicht erst versucht, da die Sonde dort sicher in der Henne-Kaserne steht. Wegen des schlechten Wetters haben wir nicht weiter gesucht und erst mal im Weimar übernachtet.

In Weimar-Schöndorf steht am nördlichen Ende der Wohlsborner Straße eine agrarmeteorologische Station mitten im Müll eines landwirtschaftlichen Baubetriebes. Dort war ich heute vor Ort, habe aber gegen die Sonne keine Details sehe können und erst jetzt bei der Bildauswertung festgestellt, daß ich an der richtigen Stelle war. Dort steht die ODL-Sonde zwischen Müll- und Bauschuttbergen durch Bauzäune eingezäunt, wie im dritten Bild ersichtlich ist. Ob da eine Ladung Steine, wie im Hintergrund ersichtlich, das Ergebnis wohl verfälschen?. Das Gelände sieht zwar sehr wüst aus, aber es war kein Loch im Zaun.

Übrigens sind wir nicht extra hingefahren, wir waren zu einer Hochzeitsfeier eingeladen  ;D

DG0MG

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #21 am: 06. Mai 2019, 15:20 »
Na prima, in Erfurt habe ich es gestern gar nicht erst versucht, da die Sonde dort sicher in der Henne-Kaserne steht.

Hast Du das hier überprüft: 50.973706°  11.092499° ?
Könnte natürlich auch eine Gasreglerstation sein und fiele als Standort auch etwas aus dem Rahmen, da es kein festes Gebäude in der Nähe gibt. Gabs aber ernsthaft betrachtet in Plauen auch nicht mehr.
Ansonsten bleibt tatsächlich nur die Kaserne.

Die Steine in Weimar sehen ja schon wie Schlackesteine aus, denke schon, das man das merken könnte.
Im Diagramm sieht man aber nichts davon:


DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #22 am: 06. Mai 2019, 18:48 »

Hast Du das hier überprüft: 50.973706°  11.092499° ?

Ich habe es nicht überprüft, sondern nur nach Kartenlage entschieden. Dort verlaufen parallel eine Wasserleitung und eine Gasleitung. Eine Gasstation wäre also möglich.

Es wäre dort auch schlecht möglich gewesen auf der Konrad-Adenauer-Straße zu halten. Und im Anzug in guten Schuhen durch den Schlamm zu laufen hatte ich auch keine Lust.

Sieht eher aus, wie Gasstation.

DG0MG

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #23 am: 10. Mai 2019, 21:27 »
Kleines Zwischenresümee:
Wir haben bisher 11 Messstellen besucht, das ist etwa ein halbes Prozent aller Sonden  :o

Etwas Kopfarbeit war nötig, um zu erforschen, wie der Kartenaufbau auf der BfS-Webseite funktioniert - bei jedem Aufruf wird neben -zig Skripten eine Liste mit den Positionen aller Stationen (die ungenauen) in den Browser geladen. Aus dieser kann man dann aber ein KMZ generieren, das die Verwaltung der sonntäglichen Reiseziele dann doch etwas einfacher macht:




DG0MG

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #24 am: 12. Mai 2019, 21:11 »
Chemnitz.

Auf dem Gelände der DWD-Wetterstation an der Neukirchner Straße.


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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #25 am: 12. Mai 2019, 23:16 »
Na prima, schön blitzblanke ODL-Sonde. Die Wetterstation wurde damals gebaut, als man wegen des Fritz-Heckert-Gebietes den Flugplatz dort dichtgemacht und nach Jahnsdorf verlegt hat. Das müßte so Mitte der 1970er Jahre gewesen sein.

DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #26 am: 18. Mai 2019, 20:10 »
Wir waren heute im Erzgebirge:

- an der Wetterstation in Weitersglashütte bei Carlsfeld ist eine Luftgütemeßstation (Bild 1 - 3) aber nix, was einer  ODL-Sonde ähnlich sieht. Zu Hause angekommen habe ich bemerkt, daß die Sonde wohl eher auf dem Gelände des Wasserbehälters am Eibenstöcker Weg nördlich Carlsfeld stehen wird. Bei der nächsten Fahrt nach OK schauen wir dort nochmals vorbei.

- in Johanngeorgenstadt wollte sich auch keine ODL-Sonde zu erkennen geben, Freibad, Pferdegöpel, große gepflegte Wiesen am Rathaus - alles negativ

- auf dem Fichtelberg hatten wir dann in der Wetterwarte endlich mal Glück (Bild 4 und 5)

DG0JN

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #27 am: 19. Mai 2019, 19:57 »
Heute Nachmittag war ich mit meiner XYL in der Nähe des Hermsdorfer Kreuzes unterwegs um den Standort der ODL-Sonde in St. Gangloff zu ergründen. In Vorbereitung der Suche hatte ich mir in div. Karten und bei GE einen Überblick über mögliche Standorte verschafft. Zuerst war ich bei einem Wasserhochbehälter südlich des Sandplatzes an der Werner-Seelenbinder-Straße. Ein total verwildertes und von den Wasserwerken selbst vermülltes, ungepflegtes Gelände im Wald. Dort hätte sich keine Sonde wohlgefühlt. Auf dem Sandplatz selbst leider Fehlanzeige. Dafür eine Frage, die es in einem anderen Forum zu klären gilt: Dort steht im Wald ein Stahlgittermast, der sicherlich als Antennenträger diente und an dessen Fuß ein kleines mit Stacheldraht eingezäuntes Gebäude mit ca. 3 x 3 m Grundfläche, leider verschlossen. Könnte ein Kanalumsetzer gewesen sein oder eine abgesetzte Sendestelle eines LP-09. Weiter ging es dann zu einem Sportplatz an der Fabrikstraße im OT Reichenbach. Dort wurde nicht gespielt, dafür aber im westlich angrenzenden Bürgerhaus gefeiert. Schon von der Straße aus sah ich, daß dort einige Meter westlich vom Fußballtor eine funkelnagelneue ODL-Sonde zum Anfassen stand. Die Feiergesellschaft die bei dem schönen Wetter auch das Außengelände nutzte störte es nicht, daß ich das Objekt ablichtete. Eine Sache ist mir bei der Nachbereitung hier aufgefallen - es wurde hier nur die Nord-Koordinate verfälscht. Da muß man doch mal untersuchen, ob das noch öfter vorkommt.

DG0MG

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #28 am: 19. Mai 2019, 22:26 »
Sehr schön!

Bei dem Wasserbehälter hätte ich gar nicht erst gesucht, denn der ist zu weit weg.
Wie weiter oben schon geschrieben, ergibt sich durch das Runden ein Viereck, mit dem Mittelpunkt der BfS-Positionsangabe. Die weiteste Entfernung, die die tatsächliche Sondenposition von der BfS-Angabe haben kann, ist eine der Ecken des Vierecks - und die sind von dessen Mittelpunkt 660m entfernt - zumindest hier in unserer Gegend.

Dogma: Ist ein vermuteter Standort weiter als 660m von der BfS-Karten-Position weg, fällt er grundsätzlich aus.

Dass nur die Breite "verfälscht" (gerundet) wurde, finde ich nicht außergewöhnlich oder bemerkenswert. Es bestätigt im Gegenteil alle bisherigen Vermutungen:

Die REALE Position der Sonde am Sportplatz im OT Reichenbach IST nun mal zufällig genau auf 11.87° Ost Länge. Wenn da keine weiteren Kommastellen sind, ändert sich natürlich bei einer "Rundung auf 2 Stellen nach dem Komma" auch nichts.

Es mag also auch Sondenstandorte geben, bei denen nur die Länge verfälscht wird, oder es ist sogar möglich, dass die Position in der Karte genau stimmt - wenn nämlich die reale Position so liegt, dass sich beim runden nichts ändert.
« Letzte Änderung: 20. Mai 2019, 11:12 von DG0MG »

DG0MG

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Re: Das ODL-Messnetz des BfS
« Antwort #29 am: 20. Mai 2019, 21:01 »
Eilenburg.


Wie immer hatte ich mir vorher die Gegend um die Position in GoogleEarth angeschaut und der heißeste Kandidat war die Sternwarte "Juri Gagarin" in der Straße 'Mansberg'. Etwas oberkünftig, außerhalb der Kernstadt, große Wiese, (vermutlich) städtisches Grundstück, Zaun drum. Alles da.
Das Navi führte mich bis zum Mansberg, die Sternwarte ist an den Kreuzungen deutlich ausgeschildert. Auf der linken Seite ein unbefestigter Parkplatz, den benutzen wir gleich. Und wie ich so den Motor ausmache, sehe ich: Ich stehe mit dem Auto fast unmittelbar vor der Sonde! Punktlandung!
Sie befindet sich gar nicht in dem eingezäunten Bereich der Sternwarte mit dem architektonisch auffälligen Observatorium, sondern völlig frei zugänglich auf der Wiese außerhalb neben der zweiten Kuppel, die wahrscheinlich ein Planetarium beherbergt.

Ein Rundgang um das ansprechend gepflegte Außengelände rundete den Kurzbesuch ab. Im Gelände steht eine Büste von - naheliegend - Juri Gagarin.