☢ geigerzaehlerforum.de ☢

Autor Thema: Hotspots im Ronneburger Forst  (Gelesen 111 mal)

DL3HRT

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 181
Hotspots im Ronneburger Forst
« am: 11. Mai 2019, 19:43 »
Am 11.5. waren wir zu zweit im Ronneburger Forst unterwegs. Ziel waren zwei Hotspots, die bereits vorher aufgefunden wurden. Screenshots mit dem eingeblendeten Track sind an diesen Bericht angehängt.

Parkkoordinaten: 50°50'13.9"N 12°11'12.9"E

Hotspot #1:
Der Hotspot befindet sich am Rande des Waldes am Fuße einer alten Eiche. Gemessen am Durchmesser des Stamms dürfte diese ca. 150 Jahre alt sein. Die Frage ist, wieso sich dort ein Hotspot befindet? Die Antwort gibt eine Luftbildaufnahme von 1988, die auf dem Thüringer Geoportal zur Verfügung steht. Auf der Aufnahme kann man sehen, dass der Fuß der südlichen Spitzkegelhalde bis zu dieser Baumgruppe reichte. Bei der späteren Sanierung wollte man anscheinend die Bäume nicht schädigen und hat die Erde nicht komplett abgetragen.

Ein interessantes Detail ist ein aus einem alten Baum heraushängender Schlauch :) . Wazu mag der wohl gedient haben?

Hotspot #2:
Dieser Hotspot befindet sich inmitten eines Birkenwäldchens. Die Birken sind noch nicht sehr alt. Auffällig in diesem Waldstück ist eine sehr wellige Bodenstruktur. Außerdem findet man Reste von Stromkabeln, die aus der Erde ragen, Erdungsstangen und andere Relikte, die auf eine vormals industrielle Nutzung des Areals hindeuten. Eine Luftbildaufnahme von 1997 zeigt, dass sich dort vor 22 Jahren noch die Überbleibsel einer Verladestation mit Gleisanschluss befand. Damit erklärt sich auch die erhöhte Aktivität in diesem Bereich. Offensichtlich war die Sanierung nicht ganz so effektiv, wie geplant.

Die angehängten Bilder geben einen Eindruck des Gebietes. Es lohnt sich sicherlich, dort noch weitere Untersuchungen anzustellen. Falls also jemand dort unterwegs sein sollte, bin ich auf weitere Berichte gespannt.




DL3HRT

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 181
Re: Hotspots im Ronneburger Forst
« Antwort #1 am: 11. Mai 2019, 22:09 »
Hier die KMZ-Datei für Google Earth.

DL3HRT

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 181
Re: Hotspots im Ronneburger Forst
« Antwort #2 am: 12. Mai 2019, 18:35 »
Eine Recherche in der "Chronik der Wismut" (Ausgabe 2010) brachte interessante Ergebnisse. Dort ist auf Seite 2964 beispielhaft die Sanierung der Betriebsanlagen der Doppelschachtanlage 374/374b bildlich dokumentiert. Als ob man gewusst hätte, dass wir genau auf diesem Gelände ein paar Jahre später zwei Hotspots finden  ;) .

Ich habe die Position der Hotspots in die beiden dort angebildeten Fotos eingetragen. Das 1. Foto zeigt das Gelände im Jahre 1991 und das 2. Foto das gleiche Gelände nach abgeschlossener Sanierung im Jahre 2010. Die Ursache für Hotspot #1 ist damit leicht auszumachen. Der Fuß der Halde erstreckte sich bis zu der Baumgruppe, wie schon aus den Luftbildaufnahmen vermutet. Die Ursache für Hotspot #2 geht aus den Fotos nicht hervor. 1991 existierte das Birkenwäldchen bereits. Ebenso ist es schon auf älteren Aufnahmen von 1983 zu sehen. Vielleicht wurde dort schon in den 1970er Jahren ein Bereich "saniert".

In dem im ersten Posting gezeigte Overlay mit der Luftbildaufnahme von 1997 war die Positionierung der Luftbildaufnahme nicht ganz korrekt. Ich hänge eine korrigierte Version an.




DL5ARG

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 1
Re: Hotspots im Ronneburger Forst
« Antwort #3 am: 13. Mai 2019, 16:11 »
Hallo Karsten,

vielen Dank für den interessanten Bericht. Nur wenige hundert Meter entfernt, in dem großen H-Formigen Gebäude auf dem Bild von 1991, hab ich mal gearbeitet.
Am Fuß der ehemaligen Halde sind tatsächlich noch Bäume aus Altbestand vorhanden. Am westlichen Punkt Deiner Spur war früher ein Bahndamm, südlich davon war bereits zu DDR Zeiten aufgeschüttestes (Halden-)Gelände, mit Birken bewachsen. Da wurde auch schon mal "Material aus der Fabrik", aus dem wie man sagte "das Uran ausgewaschen" war, verkippt. Radium und Anderes, was nicht gebraucht wurde, war natürlich noch drin.
In Google Earth, kann man die alte Ansicht aus dem Jahr 2005 einschalten, da sieht man gut, wie weit beim Abtragen der Halden abgebaggert wurde.

Gruß Gert.

DG0MG

  • Administrator
  • Full Member
  • *****
  • Beiträge: 225
Re: Hotspots im Ronneburger Forst
« Antwort #4 am: 18. Mai 2019, 21:52 »
Ich hab dazu auch mal noch ein historisches Foto.

Bei  50.838821°  12.180143° - jetzt mitten im Solarfeld - stand mal ein Wasserturm. Wenn man in GoogleEarth die Ansicht auf 2005 zurückdreht, sieht man ihn noch. Auf den bin ich im November 2005 hinaufgeklettert. Ich hab nicht viele Fotos gemacht, u.a. aber eins zum Reuster Turm hinüber. Am rechten Bildrand müsste die besagte Waldkante zu sehen sein.


DL3HRT

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 181
Re: Hotspots im Ronneburger Forst
« Antwort #5 am: 19. Mai 2019, 10:16 »
Die Richtung passt. Die Eiche mit dem Hochsitz befindet sich rechts, knapp außerhalb des Hochsitzes. So wie es aussieht, war die Halde sowwiet abgetragen, dass als nächstes die Abdeckung aufgebracht werden konnte?

DL3HRT

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 181
Re: Hotspots im Ronneburger Forst
« Antwort #6 am: 19. Mai 2019, 16:28 »
Unser Nachbar arbeitete seit 1976 im Bergbaubetrieb Reust untertage im Schacht 374/374bis beim Sprengtrupp. Er ist sich ziemlich sicher, dass das Birkenwäldchen 1976 bereits vorhanden war.