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Autor Thema: Sonde an SV500  (Gelesen 341 mal)

DG0JN

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Sonde an SV500
« am: 19. Januar 2019, 21:46 »
Im Internet findet man Lösungen zum Einsatz russischer Zählrohre am SV500, welche aber aufgrund der relativ großen Belastung des Grundgerätes durch die Zenerdioden (z.B. bei Roberto Chirio) nicht optimal sind. Nach Einsicht in die Schaltpläne zum SV500 habe ich mich für einen anderen Weg entschieden.

Für mein Verstrahlungsmeßgerät SV500 habe ich für das Beta-Gamma-Zählrohr SBM19 und das Gamma-Zählrohr SI22G je einen Adapter gebaut. Da die Spezialstecker für das SV500 relativ schwer zu beschaffen sind und darüber hinaus auch noch teuer, habe ich mich dazu entschlossen ein Verbindungskabel zu zerteilen und mittels 5-poligem Kabel-Stecker und Kabel-Buchse zu versehen. Die Beschaltung des Kabels ist im Anhang erläutert. Aus beigefügtem Schaltplan und Platinenlayout ist die Beschaltung der Adapterplatine zu ersehen. Das Beta-Gamma-Zählrohr habe ich in einen Käfig eingebaut, das Gamma-Zählrohr in ein Alu-Rohr aus einer Tonerkartusche (Abschluß bildet eine passende Kappe von einem Klebestift). Jeweils angeflanscht ist ein kleines Hammond-Gehäuse, welches die Platine samt Flanschstecker aufnimmt.

Aus den Bildern leider nicht ersichtlich ist, daß ein Gewindestab durch ein Messingrohr ersetzt ist. Durch dieses Rohr ist das GND-Kabel isoliert geführt. Den Abschluß der Stirnseiten bildet Leiterplattenmaterial, an welches leichte Federn zur Kontaktierung des Zählrohres befestigt sind.

DG0MG

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Re: Sonde an SV500
« Antwort #1 am: 20. Januar 2019, 19:15 »
Da fehlt ja erstmal eine ausführliche Vorstellung des SV500  ;D

Schicke mechanische Lösung, das dürfte ne Weile halten.

relativ großen Belastung des Grundgerätes durch die Zenerdioden (z.B. bei Roberto Chirio) nicht optimal sind. Nach Einsicht in die Schaltpläne zum SV500 habe ich mich für einen anderen Weg entschieden.

Ich kenne jetzt den SV500 nicht näher, hab keinen zur Verfügung und auch die Innenschaltung ist mir nicht gegenwärtig, aber wenn der Innenwiderstand des Grundgerätes der an Pin 4 anliegenden 540 Volt niedrig genug ist (was ich annehme), hat die mit Vorwiderstand 120k versehene 400V-Supressordiode nur einen ganz geringen Einfluss. Das Zählrohr hängt ja über den 390k trotzdem an den 540 Volt?

Hast Du mal am Punkt 390k/4,4M/100p hochohmig die Spannung gemessen? Ich denke, die ist ganz weit über 400 V.

DG0JN

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Re: Sonde an SV500
« Antwort #2 am: 20. Januar 2019, 23:56 »
Hast Du mal am Punkt 390k/4,4M/100p hochohmig die Spannung gemessen? Ich denke, die ist ganz weit über 400 V.

Einen hochohmigen Tastkopf (100M) muß ich mir erst mal noch zusammenlöten um das genauer zu betrachten. Das muß ich mal noch machen, wenn die Enkel wieder abgereist sind.

Wenn ich das Ganze mit 10M (Multimeter) belaste komme ich am Zählrohranschluß auf 173V. Das ist dann immer noch weniger als damals beim AS622 mit mehr als 200 Volt zu 400 Volt. Fakt ist, daß das SV500 relativ schwach auf der Brust ist und die Spannung unter Belastung relativ schnell in die Knie geht. Daß das an meinem Gerät liegt, kann ich mir nicht vorstellen. So, wie es Roberto Chirio praktiziert funktioniert es jedenfalls nicht dauerhaft. Er verbrät 140 Volt mit seinen Zenerdioden und das macht das Teil nicht lange mit, denn dann kommen nach ca. einer Minute nicht mehr viele Zählimpulse. Über die Z-Diode in Reihe mit den 120k wird der 540 Volt-Ausgang mit 4,5 mA belastet. Evtl. könnte man sich die Mühe machen, den Widerstand 120k so lange zu Verringern, bis der Punkt erreicht ist, wo die Last zu hoch wird, aber das war für mich keine Option. Wichtig war mir, daß es funktioniert. Einen Auszug aus der Zeichnungssammlung des SV500 zur externen Sonde habe ich im Anhang beigefügt.

DG0MG

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Re: Sonde an SV500
« Antwort #3 am: 21. Januar 2019, 17:19 »
Über die Z-Diode in Reihe mit den 120k wird der 540 Volt-Ausgang mit 4,5 mA belastet.

Ist das gemessen? Das erscheint mir ganz schön viel!

Das müsste doch weniger sein, wenn die Bauteile richtig sind?
540 V (Gesamt) - 400 V (Z-Diode) = 140 V über dem Widerstand.
R=U/I ==>  I=U/R ==> I=140 V / 120.000 Ohm = 1,1 mA! Die dürften es nur sein!

Wo ist der Fehler?

~ ~

Ah, der Herr Ohm sagt:
Der Strom von 4,5 mA fliesst, wenn NUR(!) der 120k-Widerstand (ohne die Suppressor-Diode) an 540 V hängt:
I=U/R ==> I= 540 V / 120.000 Ohm = 4,5 mA.
Das würde bedeuten, die Diode hat einen ständigen Kurzschluss und keinen Einfluss, was ich wiederum nicht glaube.

Warum eigentlich so eine Suppressor-Diode (P6KE 400CA) und nicht eine (oder zwei) "normale" Z-Diode(n)?
Falschrum kann man sie nicht einbauen, das "C" sagt: "unipolar". Aber ansonsten kenne ich diese Bauteile und deren Verhalten nicht so.

Da würde ich sagen, dass Deine Lösung zwar funktioniert, aber die Hochspannung nur durch die (zu) große Last verringert wird. Da halten die Batterien auch nicht lange. 8)

~ ~

Noch ein Gedanke:
Die maximale Last des Transverters, die in der Praxis auftreten kann, ist ja ein Quasi-Kurzschluss der Hochspannung hinter dem 4,7-MOhm-Widerstand. Das wäre ein Strom von I=U/R ==> 540V / 4.700.000 Ohm = 1,14mA. Wesentlich mehr muss der Transverter also gar nicht liefern können (auch, wenn er es vielleicht kann). Dass bei Überlastung um den Faktor 4 die Spannung einbricht, ist klar.

DG0JN

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Re: Sonde an SV500
« Antwort #4 am: 03. Februar 2019, 19:19 »
Steffens konstruktive Kritik habe ich zum Anlaß genommen, das Ganze nochmal zu überdenken. Dabei habe ich Wert auf minimale Belastung im Hochspannungszweig des SV500 gelegt. Nach etwas Experimentieren und Auswechseln von Bauteilen auf der vorhandenen Streifenleiterplatte ist die im Anhang beigefügte Schaltung entstanden. Einen Dauertest hat das Ganze an beiden 400V-Zählrohren erfolgreich absolviert.

DG0MG

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Re: Sonde an SV500
« Antwort #5 am: 03. Februar 2019, 22:54 »
Ah, das ist prima!

So sieht die Schaltung auch funktionaler aus.
Den fehlenden Widertstand für den Basisstrom - wie in der Originalschaltung - hast Du selber bemerkt.

Was zieht denn der SV500 aus den Monozellen für einen Strom?

DG0JN

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Re: Sonde an SV500
« Antwort #6 am: 03. Februar 2019, 23:25 »

Was zieht denn der SV500 aus den Monozellen für einen Strom?

gemessen: 100 mA mit Beta-Gamma-Originalsonde (der Hersteller gibt optimistische 90 mA an) - 108 mA mit meiner Schaltung

DG0JN

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Re: Sonde an SV500
« Antwort #7 am: 09. Februar 2019, 23:49 »
Es gibt nichts, was man nicht noch besser machen kann. So habe ich festgestellt, daß es mit meiner Schaltung und dem SV500 Probleme bei der Nutzung der Warnschwelle gibt. Das nervige Signal lief auch nach Wegfall der Strahlenquelle munter weiter.

Das Ergebnis meiner Überlegungen, angelehnt an die Schaltung der Originalsonde, ist die angefügte Schaltung, die in der Grundfunktion auch nicht schlechter funktioniert und dazu den vorher beschriebenen Fehler nicht hat. Leider liegt die Kathode in der Schaltung nicht auf Masse. Daher ist eine gute Masseverbindung des Schirms zwischen Grundgerät und Sonde wichtig. Sonst wird das Ganze handempfindlich.

Am Stromverbrauch hat das nichts geändert.