Russische Soldaten aus Chernobyl wegen Strahlenkrankheit im Krankenhaus

Begonnen von Hannes, 31. März 2022, 15:56

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miles_teg

Scheint so, als wäre das verlinkte Drohnenvideo nicht über dem Roten Wald aufgenommen, sondern eher östlich von Yaniv. Dieser Bereich scheint zumindest nicht besonders stark belastet zu sein, wenn man diesem Video glauben mag:
https://fb.watch/cev8LOSHzU/
Trotz allem halte ich das Buddeln in der Zone nicht unbedingt für die beste Idee...:-D

Radiator

CNN war in einem ("dem"?) Gebäude von Tschernobyl drin. Auf dem Stockwerk, wo die Russen gehaust haben, schlägt noch jetzt wo sie wegsind das Dosimeter aus (ab 1:45). Also ein bißchen radioaktiver Staub war dran, an der Geschichte und an den Schuhen. :)

Das verwendete Ekotest MKS-05 zeigt 0,58. Ist das µS/h? Und möchte man in so einem Raum ohne Atemmaske ein Gespräch führen?

https://edition.cnn.com/videos/world/2022/04/09/chernobyl-russia-military-nuclear-ukraine-prisoners-pleitgen-dnt-lead-vpx.cnn


NoLi

Zitat von: Radiator am 09. April 2022, 03:34
...
Das verwendete Ekotest MKS-05 zeigt 0,58. Ist das µS/h? Und möchte man in so einem Raum ohne Atemmaske ein Gespräch führen?
...

Die zu sehende blinkende gültige Maßeinheit war µSv/h. Für Cs-137 gilt: Gamma 0,02 µSv/h (20 nSv/h) = 4 Bq/cm², ergo entsprechen 0,58 µSv/h etwa 116 Bq/cm²...

Norbert

Janni

Hier ist auch noch ein ganz interessantes Video. Messwerte kann man da allerdings leider nicht erkennen...


NoLi

Zitat von: Janni am 09. April 2022, 13:35
...
Messwerte kann man da allerdings leider nicht erkennen...
...

Schade, gerade Messwerte wären interessant, um die ukrainischen Angaben über mutmaßliche Strahlungsschäden der russischen Soldaten verifizieren zu können.

Norbert

Janni

Zitat von: NoLi am 09. April 2022, 15:54

Schade, gerade Messwerte wären interessant, um die ukrainischen Angaben über mutmaßliche Strahlungsschäden der russischen Soldaten verifizieren zu können.

Norbert

Ja stimmt schon. Ich kann das auch gar nicht verstehen, dass Leute die Messwerte nicht vernünftig zeigen, wenn sie schon da sind und die Möglichkeit haben. Ist doch eine der interessantesten Informationen... :unknw:

NoLi

Zitat von: Janni am 09. April 2022, 16:42
...
Ja stimmt schon. Ich kann das auch gar nicht verstehen, dass Leute die Messwerte nicht vernünftig zeigen, wenn sie schon da sind und die Möglichkeit haben. Ist doch eine der interessantesten Informationen... :unknw:

Vielleicht passen diese gemessenen Werte nicht so ganz in die Propaganda... :secret:

Norbert


sh4711

Zitat von: Radiator am 09. April 2022, 03:34
https://edition.cnn.com/videos/world/2022/04/09/chernobyl-russia-military-nuclear-ukraine-prisoners-pleitgen-dnt-lead-vpx.cnn
Die 11,32 uSv/h (im Video an der Stelle mit dem russischen Fresspaket) sind eher
ueberschaubar. Im Roten Wald liegt die Strahlung in 50-100 cm Hoehe bei 50-100
uSv/h. Aehnliche groesserflaechige Werte gibt es noch in Pidlisniy.

Von 10 mSv/h habe ich noch nie was gehoert (und auch nicht gemessen). Ausnahme
sind die beruehmten "hot particles", an denen sich mutmasslich ueber LKW-Reifen
verschlepptes Reaktormaterial im Boden vergraben hat. Das findet sich aber aus-
serhalb des Roten Waldes genauso.

Die Dinger sind selten groesser als 1 mm (das groesste, was ich jemals ausgegraben
hatte war gut 2 mm), habens aber in sich. Trotzdem bleibens Punktstrahler und solange
die Deppen es nicht gefressen oder anderweitig inkorporiert haben, bleiben eigentlich
nur einstellige mSv / Tag bei Daueraufenthalt an den schlimmsten Stellen.

Die 0,57 uSv/h an anderer Stelle in dem Video sind eher albern. Das AKW selber ist
zwar gerade im Bereich der nicht technischen Raeume schon sehr sauber, aber 0,57 ist
gerade mal das Doppelte dessen, was man dort weitlaeufig so findet. Da reicht ein so'n
Kack-Russe mit kontaminierten Latschen...

Radiator

Laut ukrainischen Aussagen sollen die Russen auch radioaktive Substanzen aus den Laboren in Tschernobyl geplündert haben (Quelle Frankfurter Rundschau, aber das ist auch nicht besser wie Twitter.)


Janni

Das Video ist auch ganz interessant. Man erkennt sogar Zahlen, ich kann mit dieser Anzeige allerdings auch nicht so viel anfangen...  :unknw:



Zitat von: sh4711 am 10. April 2022, 17:07
Zitat von: Radiator am 09. April 2022, 03:34
https://edition.cnn.com/videos/world/2022/04/09/chernobyl-russia-military-nuclear-ukraine-prisoners-pleitgen-dnt-lead-vpx.cnn
Die 11,32 uSv/h (im Video an der Stelle mit dem russischen Fresspaket) sind eher
ueberschaubar. Im Roten Wald liegt die Strahlung in 50-100 cm Hoehe bei 50-100
uSv/h. Aehnliche groesserflaechige Werte gibt es noch in Pidlisniy.

Von 10 mSv/h habe ich noch nie was gehoert (und auch nicht gemessen). Ausnahme
sind die beruehmten "hot particles", an denen sich mutmasslich ueber LKW-Reifen
verschlepptes Reaktormaterial im Boden vergraben hat. Das findet sich aber aus-
serhalb des Roten Waldes genauso.

Die Dinger sind selten groesser als 1 mm (das groesste, was ich jemals ausgegraben
hatte war gut 2 mm), habens aber in sich. Trotzdem bleibens Punktstrahler und solange
die Deppen es nicht gefressen oder anderweitig inkorporiert haben, bleiben eigentlich
nur einstellige mSv / Tag bei Daueraufenthalt an den schlimmsten Stellen.


Das mit den kleinen Partikeln kann ich auch bestätigen. Wenn dann ist das meistens eher so punktuell im Bereich von paar mSv/h. Außer da sind an einem Ort ganz viele kleine Partikel, dann ist das auch schon mal großflächiger. Im roten Wald hab ich ganz in der Nähe von der Hauptstraße 500 bis 600 µSv/h gemessen. Es variiert aber auch sehr stark. Paar Meter daneben war dann sehr viel weniger...

Henri

Zitat von: Radiator am 11. April 2022, 17:20
Ein etwas ausführlicherer Artikel mit einigen Zahlen.

https://rubryka.com/en/2022/04/11/promeneva-hvoroba-chornobyl/

Also, die Ortdosisleistung dort (es wird ja von 3-4 µSv/h geredet) ist so hoch wie in einem Flugzeug in Reiseflughöhe, er noch weniger.


Zur besseren Einordnung empfehle ich die Unfall-Reports der IEAE:

https://www.iaea.org/publications/8117/the-radiological-accident-in-nueva-aldea

Da sieht man, was für Dosisleistungen erforderlich sind, um wirklich strahlenkrank zu werden. Da gab es Leute, die sich Quellen für die Radiographie von Rohren im TBq-Bereich in die Hosentasche gesteckt und eine Stunde damit herumgelaufen sind. Die verklemmte Pakete in einer Anlage zur Gammasterilisierung medizinischer Güter bei exponierter Quelle weggeräumt haben. Die Quellen aus "Kobaltkanonen" für die Strahlentherapie in eine Ecke ihres kleinen Schrottplatzes geworfen haben. Es gab einen Fall, wo ein Radiographiegerät mit versehentlich nicht eingefahrener Quelle 8 Stunden lang im "Gepäckdeck" eines Reisebusses transportiert wurde, und man hat die Passagiere nicht finden können.
Viele der an diesen Unfällen Beteiligten sind strahlenkrank geworden, ja, aber erstaunlich viele haben es überlebt.

Wahrscheinlich haben die Soldaten so einiges an radioaktivem Staub inkorporiert, ja. Aber wie viel mg sind das? Was man einatmet, hustet man zum größten Teil wieder aus. OK, vielleicht gehen auch ein paar mg in Lösung und gelangen in den Blutkreislauf. Aber es sind ja mg Erde, nicht mg Kernbrennstoff.  Wie viel Dreck isst man versehentlich? Wird sich auch in Grenzen halten. Wird man davon gleich strahlenkrank? Oder sind das eher stochastische Schäden, die halt in den nächsten Jahren zu Krebs führen werden?

Also, es kann natürlich alles so sein, aber irgendwie...   :unknw:

Viele Grüße!

Henri

Hannes


In diesem Video, sagt ein Ukrainer, dass die Russen mit dem Sand aus dem Roten Wald auch Sandsäcke befüllt haben und teilweise auch drauf gelegen und geschlafen haben. Wenn dort dann ein kleiner Graphitpartikel aus dem Reaktor drin ist, könnte dieser doch für die hohen Strahlendosen verantwortlich sein, oder nicht?
Grüße,
Hannes

NoLi