radioaktive Röhren

Begonnen von DL3HRT, 24. Juni 2019, 17:08

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Lennart

Ich denke bereits jetzt kann man sagen, dass das wohl keine Einbildung war. Die Kalibrierung ist übrigens über den gesamten Energiebereich gut, das habe ich neulich mit einem Th-Spektrum verifiziert.

Ich bin wieder einmal begeistert  :yahoo:





exicator

Guten Abend,

... ich reiche mal noch ein Bild von der 4.8 Krypton Druckflasche nach.

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Grüsse aus Berlin,
Ralf

Lennart

Valvo 150C2

Eine weitere 0A2-Variante von Valvo. Ich habe eine bestellt, um folgende Aussage von Norbert zu prüfen:

Zitat von: NoLi am 09. März 2026, 19:49Die VALVO OA2 aus den 1970er Jahre enthält Ra-226 in sehr geringer Menge (etwa 3 bis 4-fache Nullrate außen am Röhrenkolben). Keine weitere Kennzeichnung auf ein Radionuklid auf der Röhre.

Zumindest für mein Exemplar trifft die Aussage zu. Außen am Glas misst man mit dem offenen Zählrohr des RadiaScan-701A wenige, einstellige CPS. Die Zählrate hängt aber stark davon ab, an welcher Stelle man misst.

Auch mit dem RadiaCode-102 konnte man eine leicht erhöhte Zählrate nachweisen. Der tat sich aber schon recht schwer, so dass das Fensterzählrohr hier aufgrund der Empfindlichkeit für Betastrahlung klar im Vorteil war.

Zusammen mit dem RadEye SPRD-GN wanderte die Röhre für 7200 s in die Bleiburg. Die lange Messzeit wäre nicht nötig gewesen, aber ich wollte ein einigermaßen ordentliches Spektrum haben.

Keine Ahnung, warum BecqMoni unfähig ist, die anderen Peaks zu identifizieren und zu beschriften.

Lennart

Zum Thema "Elesta ER21A" wurde schon eine Menge geschrieben. Ich habe 24 Exemplare bestellt, für lediglich 3,30 € pro Stück. Ein günstiger Preis, ich habe schon Angebote von 80 € für eine Röhre gesehen...

An 23 Röhren messe ich mit einem Fensterzählrohr absolut nichts. Röhre Nr. 24 sollte man aber besser nicht fallenlassen  :o

Die Stelle mit der höchsten Dosisleistung befindet sich oben am Radius, nur an einem Punkt.

Interessant sind auch die unterschiedlichen Kennzeichnungen. Teilweise nur "ELESTA ER 21 A / Made in Switzerland", wie auf der Radium-Röhre, oder zusätzlich mit "He / 3 / 65" plus eine weitere Zahl, die jedoch variiert.

Eine Röhre trägt hinter der Bezeichnung noch ein "G", also "He / 3 / 65 24G"

Ein Hinweis auf "T" für Tritium findet sich nirgends.

Lennart

Noch ein weiterer Vakuum-Kondensator mit Uranglas (12pF / 20.000 Volt)

DL8BCN


Lennart

Zitat von: DL8BCN am 19. März 2026, 08:11Hübsch! ;D
Danke Rainer, wäre auch was für Dich  :)

Lennart

РБ-5 / RB-5

Bei der RB-5-Röhre handelt es sich um einen edelgasgefüllten Überspannungsableiter sowjetischer Bauart.

Mein Verdacht war ursprünglich, dass das Modell mit Krypton gefüllt ist und zusätzlich dessen radioaktives Nuklid Kr-85 enthält. Im Verlauf der genaueren Untersuchung, haben sich diese Röhren als äußerst widerspenstig erwiesen.

Zunächst habe ich versucht, die Röhren mit dem USB Anschluss meines RC-110 zu vermessen. Schusselig wie ich bin, stand der RadiaCode falsch herum in der Abschirmung. Das war schon mal ein schlechtes Omen  >:(

Danach folgte ein fünfstündiges Spektrum mit dem RC-110, diesmal in korrekter Orientierung in der Messingburg.
Dabei sah man im höheren Energiebereich nur erhöhte K-40 Aktivität, am unteren Ende tat sich jedoch ein kurioser 80 keV Peak auf. Direkt neben dem XRF-Peak der Abschirmung. Hat dafür jemand eine Erklärung?

Im Bereich von knapp 80 keV würde ich z.B. Pb-XRF erwarten, für Ba-133 fehlen die Peaks bei > 300 keV, das kann es also nicht sein.

Da ich so nicht weiterkam, habe ich die 5 Röhren mit dem SPRD-GN zusammen in die große Bleiburg geschmissen, in der Hoffnung etwas Klarheit zu erhalten. Leider hat mich das auch nicht weitergebracht.

Wie man sieht ist auch hier der K-40 Peak leicht erhöht, was durch das Glas nicht ungewöhnlich ist. Bei 511 keV ist der Annihilationspeak etwas erhöht, verglichen mit dem 65k s Hintergrundspektrum. Ich würde aber nicht behaupten, dass sich dort ein deutlicher 514 keV Peak von Krypton-85 mit dem 511 keV Peak überlagert.

Nebenbei bemerkt: das mir vorliegende Datenblatt gibt keinen Hinweis auf mögliche rad. Zusätze, was aber absolut nichts heißen muss.

Also blieb nur der Griff nach KI, oder sagen wir mal nach einer "erweiterten Goggle Suche":

Frage: "Ist der sowjetische Überspannungsableiter RB-5 radioaktiv?"

Antwort: "Der Ableiter enthält eine geringe Menge eines radioaktiven Isotops, typischerweise Nickel-63 (Ni-63) oder in manchen sowjetischen Modellen Radium, um die Zündung der Gasentladung zu erleichtern."

Tja, soll man das jetzt einfach glauben? Das erklärt auch nicht, woher der ~ 80 keV Peak kommt? Sicher nicht von Ni-63, dessen Bremsstrahlung müsste im Mittel weit darunter liegen. Ich bin immer noch ratlos.

Edit:

Die Frage an die KI war über die reguläre Google-Suche gestellt. Wenn man dann auf "in den KI-Modus wechseln" klickt, kommt plötzlich folgende Antwort:

"Nein, der sowjetische Überspannungsableiter (Funkenstrecke) RB-5 (russisch РБ-5) ist in der Regel nicht radioaktiv.
Im Gegensatz zu einigen anderen sowjetischen Entladungsröhren oder Funkenstrecken, die radioaktive Isotope wie Tritium, Krypton-85 oder Promethium-147 zur Vorionisierung enthalten können, handelt es sich beim RB-5 um einen sogenannten Barium-Entlader (Разрядник бариевый)."

Ah ja... sehr hilfreich, wie üblich.

Lennart

#173
StR 75/60

Ein Glimmstabilisator aus DDR-Produktion. Aufgrund eines Hinweises von @DL3HRT hab ich mal zwei Stück besorgt.

Das linke Exemplar trägt zahlreiche Prüfstempel und Gütesiegel auf dem Glas und ist weniger stark abgedunkelt. An dem Ring misst man mit dem RadiaScan-701A (offenes ZR) ca. 2-3 CPS. Das Gammaspektrum läuft aktuell noch, aber vermutlich handelt es sich um einen Hauch von Radium oder Thorium.

Das zweite Exemplar auf der rechten Seite ist nicht offensichtlich radioaktiv. Dazu steht auch noch ein Gammaspektrum aus, aber das steuert vermutlich jemand anders bei, für eine vergleichbare Röhre  ;)

Edit:

Die linke Röhre mit dem Ring enthält eine kleine Menge Th-232. Messzeit war 65k s mit dem SPRD-GN. Bei einem Hintergrund von 0,36 CPS ergab sich eine Nettozählrate von:
1,8 - 0,36 = 1,44 CPS

DL3HRT

Na da will ich mal ;).

Ich habe seit gestern zwei StR 75/60 vor dem Detektor. Die beiden Röhren haben keinen Ring sondern sehen genauso aus, wie die rechte Röhre in Lennarts Foto.

Im Datenblatt der StR 75/60 wird explizit auf den radioaktiven Zusatz zur Verbesserung des Zündverhaltens hingewiesen. Röhren mit Ring vom Werk für Fernsehelektronik enthalten Th-232. Irgendwann in den 1970er/1980er Jahren ist man wohl zu Kr-85 übergegangen.

Problematisch bei der Messung schwacher Kr-85 Aktivität ist die Tatsache, dass die Gammalinie mit 514 keV sehr dicht an den 511 keV der Vernichtungsstrahlung liegt. In diesem Fall ist das Ergebnis nach Abzug des Hintergrunds aber eindeutig.
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Die Kr-85 Restaktivität ist allerdings äußerst gering. Ich kann leider das Herstellungsjahr nicht eindeutig entschlüsseln. Auf den Röhren ist "NS 932" bzw. "NS 920" aufgedruckt. Laut KI steht die die erste Ziffer für das Jahr innerhalb eines Jahrzehnts und die letzten beiden Ziffern für die Kalenderwochen. Es kommen dann realistisch 1969 und 1979 in Frage, denn 1989 wurden diese Röhren nicht mehr gebaut. Kr-85 deutet auf spätere Röhren hin, so dass 1979 am wahrscheinlichsten ist. Das wären dann 47 Jahre bzw. 4,4 Halbwertszeiten.