radioaktive Röhren

Begonnen von DL3HRT, 24. Juni 2019, 17:08

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Lennart

Tungsram Spannungsreferenzröhre "85A2T"

Die 85A2T des ungarischen Herstellers Tungsram enthält eine geringe Menge an Kr-85. Der Peak bei 514 keV hebt sich geringfügig von der Vernichtungsstrahlung ab, die man im Hintergrundspektrum sieht. Der Großteil der erhöhten Zählrate dürfte aber auf die Bremsstrahlung entfallen, die man im niederenergetischen Bereich des Spektrums sieht.

Lennart

Mein kleines Experiment zum Cobaltchloridfleck ist nun fertig. Ich habe die Röhre so ausgerichtet, dass die Position des Flecks direkt über dem Pluszeichen des Szintillationszählers sitzt, also über dem Referenzpunkt. Dabei hat sich gezeigt, dass der Rand der 1B35 haargenau in die Aussparung des SPRD-GN passt, wo sich der Hebel für das Batteriefach befindet. Somit war die Positionierung ein Kinderspiel.

Die erste Messung (grün) erfolgte wie auf dem Bild dargestellt, also mit dem BWB-Stempel nach oben. In dieser Position ist der Fleck ca. 10 mm von dem Gehäuse des Szintillationszählers entfernt. Danach habe ich die Röhre umgedreht, wobei dann der Varian-Schriftzug, also die Vorderseite der Röhre, nach oben zeigt. Die Distanz zwischen Fleck und Gehäuse beträgt bei der zweiten Messung (schwarz) ca. 2,5 mm.

Messung 1:
Die Zählrate liegt bei 0,504 CPS (0,504 CPS - 0,360 CPS = 0,144 CPS netto)

Messung 2:
Die Zählrate liegt bei 0,588 CPS (0,228 CPS netto)

Das ist eine Steigerung der Nettozählrate um 0,084 CPS, bzw. um 58 %.

Ebenfalls fällt jedoch auf, dass der Rückstreupeak bei ca. 210 keV in der zweiten Messung deutlich ausgeprägter ist. Der ist in der linearen Darstellung besser sichtbar.


Lennart

Eimac Senderöhre "100TH" (VT 218)

Eine Senderöhre aus dem Hause Eimac. Es gibt sicherlich Röhren mit mehr Uranglas, aber trotzdem ist dies eines der attraktivsten Modelle, die ich bisher gesehen habe. Die Röhre enthält angeblich auch eine thorierte Wolfram-Kathode. Höhe ca. 185 mm exklusive Anschlusspins. An der richtigen Ausleuchtung muss ich scheinbar noch arbeiten  :)


DL8BCN

#243
Das ist schon Glaskunst :yahoo:
Die Eimac 304 TL hat aber auch was:
Siehe mein Beitrag #134.
https://www.geigerzaehlerforum.de/index.php?action=dlattach;fs=31973;attach=37207;image
Die hat an 3 Stellen Uranglas.

Lennart

Varian BTR-641 S-Band TR-Röhre

Eine riesige, schwere und massiv gebaute Breitband TR-Sperrröhre für S-Band Radarsysteme. Flanschaußenmaße 104 x 66 mm, Länge ca. 140 mm, Gesamtgewicht ca. 952 g. Baujahr ist 1974. Innen liegen drei Funkenstrecken hintereinander. Durch das grobporige Spezialglas war es fast unmöglich, den Innenraum zu fotografieren. Ich habe dann eine Folie mit Alkohol an das Fenster geklebt, um die ungleichmäßige Oberflächenbeschaffenheit auszugleichen.

Eine Flanschseite ist an einem Ansatz mit einer Art Drahtgeflecht umgeben, was scheinbar als eine Art HF-Dichtung dient. Die Röhre ist umfangreich als radioaktiv gekennzeichnet, wobei die Ausgangsaktivität bei < 0,7 Mikrocurie Co-60 lag. Ich schätze, dass die Aktivität bei dieser großen Röhre weitestgehend ausgeschöpft worden ist. Die heutige Restaktivität liegt also bei < 27 Bq. Auch ohne Bleiburg sieht man mit dem RadiaCode-110 die Co-60-Peaks nach ungefähr einer Stunde.

An den Fenstern misst man im Kontakt erhöhte Zählraten, wenn man das RadEye B20 dagegenhält. Diese liegen bei ca. 1 CPS netto und müssen nicht unbedingt mit dem Co-60 in Zusammenhang stehen. Das muss ich noch weiter untersuchen.

Die Sicherheitshinweise lagen der Röhre bei, gedruckt im Jahr 1973. Daraus geht hervor, dass die Röhren von Varian entweder H-3, Co-60, Ni-63 oder Pm-147 enthalten können. Zumindest die Nutzung von Promethium hat mich bei Varian-Röhren überrascht. Es wäre mal interessant zu erfahren, wo genau dieses Nuklid zum Einsatz kam.
Interessant ist auch, dass der Grenzwert für die Dosisleistung sämtlicher Röhren bei < 1 mrad/h in einem Zentimeter Entfernung von sämtlichen Oberflächen lag, also < 10 µGy/h.