Rubidium als Prüfstrahler

Begonnen von DL3HRT, 11. Juni 2022, 16:43

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

opengeiger.de

@NoLi : Was schlägst Du vor als Beta-Blocker?

PS: Wenn ich nur die Energien bis 50keV richtig beurteilen will?

NoLi

Um Beta-Strahlung auch höherer Energie (um 2 MeV) abzuschirmen, muß ein Alu-Absorber eine Dicke von 4 mm haben. Damit werden aber auch die zu messenden Photonen geschwächt. 3,1 mm Alu schwächen 50 keV-Photonen um 50 %.

Norbert


Gigabecquerel

Es muss kein Alu sein!
Nimm doch einfach PMMA, oder, um ehrlich zu sein, irgendeinen Kunststoff.
Nach 1 cm PMMA hat man sicher keine 2 MeV Elektronen mehr, und noch 80% aller 50 keV Photonen.


Lukas
Gammaspektroskopie, Proportional- und Halbleiterzähler!

opengeiger.de

Super danke! Dann kommt der Berthold LB1210 Prüfstrahler jetzt nochmal in den Ofen, und ich versuch mein Glück mit 4mm Plexigas aus dem Baumarkt als Beta-Blocker, das hab ich passend.

Aber hier jetzt mal das, was ich heute früh aus dem Ofen (kleine Bleiburg) raus hab, den selbstgebauten RbCl Prüfstrahler mit Frischhaltefolie als Abdeckung und darauf einen dünnen Karton und darauf den RC-103. Man sieht jetzt doch bei den niedrigen Energien nach 10Std ein "Muggaseggele" mehr als den Background (für Nichtschwaben: Muggaseggele = Exkrement eine Mücke). Also das könnte jetzt zu den Ergebnissen von @Peter-1 passen. Und das muss doch jetzt wirklich Bremsstrahlung sein, bei 81keV mittlerer Energie der Betas, oder?

Peter-1

Frage:
macht es Sinn mit einer PIN-Diode zu versuchen ein Spektrum vom RbCl aufzunehmen?
Gruß  Peter

NoLi

Zitat von: opengeiger.de am 24. Januar 2026, 09:47Super danke! Dann kommt der Berthold LB1210 Prüfstrahler jetzt nochmal in den Ofen, und ich versuch mein Glück mit 4mm Plexigas aus dem Baumarkt als Beta-Blocker, das hab ich passend.
Besser sind für das Y-90 zweimal 4 mm , also 8 mm Plexi.

Zitat von: opengeiger.de am 24. Januar 2026, 09:47Man sieht jetzt doch bei den niedrigen Energien nach 10Std ein "Muggaseggele" mehr als den Background (für Nichtschwaben: Muggaseggele = Exkrement eine Mücke).
Wobei die Mugg oder "Mücke" im Südwesten Deutschlands die Bezeichnung für eine Stubenfliege ist:

oder
https://www.facebook.com/schwoba/videos/muggaseggele-schw%C3%A4bische-ma%C3%9Feinheit/553307387688713/


Norbert

opengeiger.de

Zitat von: NoLi am 24. Januar 2026, 13:30Wobei die Mugg oder "Mücke" im Südwesten Deutschlands die Bezeichnung für eine Stubenfliege ist:

In meiner Erklärung ist sogar noch ein zweiter Fehler, siehe Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Muggeseggele . Laut Einzelnachweis [2] ist es eine Längeneinheit: "Der Begriff Muggeseggele bezieht sich auf das Geschlechtsorgan der männlichen Stubenfliege."

Das passt dann vielleicht sogar noch besser zu der Beschreibung des spektralen Unterschieds zwischen der Messung mit RbCl und dem Hintergrund. Selbst als Schwabe wird wird man im Forum immer gscheiter.   :D   

NoLi

Zitat von: opengeiger.de am 24. Januar 2026, 18:27
Zitat von: NoLi am 24. Januar 2026, 13:30Wobei die Mugg oder "Mücke" im Südwesten Deutschlands die Bezeichnung für eine Stubenfliege ist:
...
Selbst als Schwabe wird wird man im Forum immer gscheiter.  :D   
Und mit badischer Unterstützung... :yahoo:  ;D  :whistle3:

Grüßle Norbert

opengeiger.de

Als Schwabe kann sogar noch mehr als nur Schwäbisch von einem Badener lernen, wie das Ergebnis der Sr90 Messung schon mit 4mm Plexiglas zeigt (siehe die Screenshots). 

Die 10h Messzeit für die Messung des Berthold LB1210B Prüfstrahlers, den ich nun mit 4mm Plexiglas abgedeckt hatte, sind rum und der RC-103 zeigt jetzt ein Spektrum, das dem des RbCl sehr ähnelt. Wir haben jetzt auch nur noch ein Muggeseggel an Differenz zum Background. Das heißt @NoLi hatte völlig recht, die Betas machen deutlich mehr Effekt als die Bremsstrahlung beim Sr90. Ich muss aber zugeben, ich hatte nicht an die Zerfallsreihe gedacht. Das Sr90 mit 28Jahren HWZ koexistiert inzwischen ja mit dem Y90 und 64h HWZ schon fast im Gleichgewicht. An das hatte ich nicht gedacht. Und das Y90 hat eine hohe Beta Energie im Mittel von 932keV. Das sieht man nun ganz deutlich wenn man auf die höheren Energien schaut. Ich denke ich kann mir jetzt die 8mm Plexiglasdicke sparen. Das Fazit beim Radiacode und Beta-Quellen: Immer gut über einen Betablocker nachdenken!

Jetzt müsste uns @Peter-1 nur verraten, wie sein Schichtenaufbau zwischen NaI und RbCl aussah, um abschätzen zu können wieviel Brems- bzw. Beta-Strahlung für das Spektrum verantwortlich war. Das Rb87 mit seinen 81keV an mittlerer Beta-Energie zerfällt in das stabile Sr87.

Aber ja, der Punkt geht eindeutig nach Baden  :(

Peter-1

Meine Versuche mit einer großen 1cm² PIN-Diode etwas Betastrahlung nachzuweisen ging schief. Nur vereinzelnde Impulse ohne erkennbaren Zusammenhang.
Dass der Detektor funktioniert kann man am Alphaspektrum von kleinen Ra-Zeiger gut sehen. Selbst die Kalibrierung stimmt halbwegs.
Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.
Gruß  Peter

Radiohörer

Zitat von: NoLi am 24. Januar 2026, 13:30Wobei die Mugg oder "Mücke" im Südwesten Deutschlands die Bezeichnung für eine Stubenfliege ist:
...da muss es wohl mal eine "kleine, weitgehend vergessene Verbindung" nach Nordbayern gegeben haben ;D
--> Muggn

opengeiger.de

War die Tage etwas busy, nun will ich aber noch was zu dem Beitrag von @Peter-1 sagen. Ich kam auf einen ganz ähnlichen Gedanken, eigentlich müsste eine PIN-Diode doch auf die Beta's vom Rb87 reagieren. Ich hatte ja schon früh in meiner Citizen Science Karriere versucht herauszufinden, wie man ganz einfache Strahlungs-Detektoren bauen kann, da kam dann das "Stuttgarter Geigerle" mit den 3 BPW-34 PIN-Dioden raus, die man für ein paar Cent bekommt. Da viel mir schon auf, dass diese PIN-Dioden recht wenig auf Gamma-Strahlung reagieren, um so mehr auf Beta und Alpha, wenn man zum Beispiel eine PIN-Diode im Metallgehäuse nimmt und das Deckglas entfernt. Aber, und das sehe ich jetzt nach den Experimenten mit dem Rb87 als Problem: Einmal ist der aktive Halbleiter immer noch mit einer Passivierungsschicht aus SiO2 versehen und die kann schon mal 200 Mikrometer dick sein. Und dann liegt der pn-Übergang um den sich die strahlungsempfindliche Raumladungszone bildet auch nicht ganz an der Oberfläche. Also die Betas müssen schon ein wenig in das dotierte Si eindringen. Da diese PIN-Dioden oft für IR-Anwendungen hergestellt werden, ist die Tiefe des pn-Übergangs für den Hersteller sicher nicht so wichtig. Daher könnte die notwendige Eindringtiefe also auch nochmal zunehmen. Jetzt hat ja @NoLi ausgerechnet, so groß ist die Schichtdicke nicht, die so arg niedrigenergetische Betas noch schaffen. Und Silizium hat immerhin eine Dichte von 2,336 g/cm3. Wenn man sich nun den Transmissionskoeffizienten von Elektronen mit 80keV anschaut, dann ist der 50% bei einer Schichtdicke von 1E-3 g/cm2, d.h. wir sind bei 0.5*1E-3cm oder ungefähr 500 Mikrometer. Also das könnte schon der Grund sein, warum da kaum noch Beta's mit dieser niedrigen Energie wie beim Rb87-Zerfall in der Raumladungszone ankommen und dort zur Ionisation führen können. Mit gealtertem Sr90 sieht das sicher viel besser aus. Ich hoffe ich habe richtig gerechnet  ;)       

Peter-1

Unter identischen Bedingungen wie zuvor mit den Ra-Zeiger, habe ich auch eine kleine Keramik mit Uranglasur gemessen. Dazu auch ein Beispiel von der Uni-Uppsala. So falsch liege ich nicht  ;D
Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.
Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Schade dass es mit Rubidium nicht funktioniert.
Peter
Gruß  Peter