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Autor Thema: Uranversuchsabbau in Müllenbach bei Baden-Baden  (Gelesen 2329 mal)

Reinhold

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Re: Uranversuchsabbau in Müllenbach bei Baden-Baden
« Antwort #15 am: 20. Dezember 2019, 10:01 »
Hallo Prospektor,
ich benutze ein Radex Rd 1008, was mit dem Pancake Zähler schon ziemlich empfindlich ist. Ich habe meistens das Problem einzelne Stücke aus der erhöhten Umgebungsstrahlung herauszufiltern. z.B. ist auf der Halde in Wittichen die Hintergrundstrahlung in 1m Höhe stellenweise bereits 1-2 µSv/h.

Gibt es übrigens eine Möglichkeit, die mit meinem Gerät gemessene Zählrate von 1/(cm²*Minute) in Bq/cm² umzurechnen?

Prospektor

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Re: Uranversuchsabbau in Müllenbach bei Baden-Baden
« Antwort #16 am: 21. Dezember 2019, 13:58 »
Die besten (aktivsten) Stücke wurden wieder in die Stollen geschmissen; das merkt man u.a. an der Abluft. Messungen mit dem AlphaGUARD der Fa. Saphymo letztes Jahr im Sommer im austretenden Luftstrom am Fledermausflugloch  :vampire:    im Sauersboschtal-Stolleneingang ergaben Radonwerte von etwa 300.000 Bq/m³, im Unterstand vor dem Eingang in ca. 2m Abstand vom Fledermausflugloch Werte um die 20.000 Bq/m³.

Ja, wie bei anderen Explorationsstollen auch wurde der Großteil des losgeschossenen Materials dazu verwendet, die aufgegebenen Stollen partiell zu verfüllen - sofern es nicht zur Aufbereitung gekarrt wurde. Leider ist dieser Teil der Geschichte des west-deutschen Uranbergbaus damit eben auch quasi von Boden verschwunden. So kontrovers das Thema (zurecht) war/ist, so wichtig wäre es, dass man sich an derartige Geschichte erinnert. Ich würde was dafür geben, wenn es heute noch möglich wäre die Stollen dort oder die abgesoffenen im Krunkelbachtal befahren zu können  :victory:

300.000 Bq/m³ ist schon echt ne Hausnummer  8) Ich stand auch schon des öfteren am dortigen Fledermausschlitz und je nach Windrichtung/Wetterlage sind die Unterschiede echt enorm! Wenn die Luft (für längere Zeit) in den Stollen zieht, hält sich die Aktivität im Unterstand und am Schlitz sehr in Grenzen. Weht sie dagegen aus dem Stollen, wird speziell im Sommer durch die kalte, absinkende Luft der ganze Unterstand schnell mit den Zerfallsprodukten kontaminiert und es tickt gewaltig.


Hallo Prospektor,
ich benutze ein Radex Rd 1008, was mit dem Pancake Zähler schon ziemlich empfindlich ist. Ich habe meistens das Problem einzelne Stücke aus der erhöhten Umgebungsstrahlung herauszufiltern. z.B. ist auf der Halde in Wittichen die Hintergrundstrahlung in 1m Höhe stellenweise bereits 1-2 µSv/h.

Gibt es übrigens eine Möglichkeit, die mit meinem Gerät gemessene Zählrate von 1/(cm²*Minute) in Bq/cm² umzurechnen?

Mit dem Ranger (ebenfalls pancake) habe ich die Erfahrung, dass man schon sehr nah am Boden herumkriechen muss, um die "heißen" Stücke zu finden. In Hüfthöhe beispielsweise - Abstandsregel sei dank - reicht die Empfindlichkeit schon bei leicht erhöhtem Hintergrund idR einfach nicht aus. Daher ist für mich der alte Berthold echt Gold wert  ;D Auch hier ist es unter solchen Bedingungen nicht ganz einfach kleine Hotspots zu identifizieren, mit etwas Erfahrung klappt das aber echt gut  :)
Alternativ lässt sich natürlich aus ein paar Utensilien auch eine Halterung bauen, mit der man den pancake-Zähler bequem und ganz in Metalldetektor-Manier dicht über dem Boden führen kann  ;)

Reinhold

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Re: Uranversuchsabbau in Müllenbach bei Baden-Baden
« Antwort #17 am: 21. Dezember 2019, 15:54 »

Ich benutze einen Selfi-Teleskop-halter, in den ich an Stelle des Smartphons meinen Zähler einklemme. Das geht gut, um damit dicht über dem Boden zu suchen.

Floppyk

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Re: Uranversuchsabbau in Müllenbach bei Baden-Baden
« Antwort #18 am: 21. Dezember 2019, 17:55 »
300.000 Bq/m³ ist schon echt ne Hausnummer  8) Ich stand auch schon des öfteren am dortigen Fledermausschlitz und je nach Windrichtung/Wetterlage sind die Unterschiede echt enorm!
Hmmm, dann sollte man die Fledermäuse lieber nicht essen. Bei Schwarzwild ist die Grenze 600 Bg/Kg.