Klinikum Stuttgart: Schwach radioaktives Abwasser ausgetreten.

Begonnen von NoLi, 17. November 2022, 20:27

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Kermit

Zitat von: Henri am 20. November 2022, 00:08Huch? Das ist nicht einheitlich geregelt, was für bauliche Maßnahmen da vorzusehen sind? :unknw: Gibt doch sonst auch für alles Vorschriften 

Ja, ist es  ;D Und die Behörden lassen das auch keine "Luft" ran. (obwohl ich öfters am Verstand von den Leuten zweifele, die die Forderungen, Vorschriften etc in D "machen"..da sind wir häufig überreguliert..) Da gibt es einen Haufen DINs :))

Jetzt das "Aber": alte Anlagen von 1960 oder so haben "Bestandsschutz" und dürfen noch betrieben werden...

Umbau ist meistens zu teuer, daher Neubau und den kann keiner mehr bezahlen, weil sich diverse Forderungen beim Bau überschneiden oder ausschließen.

Brandschutz mit Strahlenschutz mit Hygenieverordnung mit Medizinbetreiberverordnung usw usf...Daher wird auch keine Baumaßnahme in D mehr fertigm weil bei der Planung noch andere VOs galten... ;)

Bei den Vakuumanlagen muss das Vakuum die WC und Waschbecken steuern, denn diese sind ja quasi gegen das unter Vakuum stehende Rohr "abgeschlossen". Erst beim Wasserzulauf wird über eine Dreiwegesystem das "Ventil" freigegeben, eben damit nichts verstopft....




Kermit

Zitat von: NoLi am 19. November 2022, 22:29Daher ist ihre Hinzuziehung nicht sinnlos.

Natürlich nicht  :)

Die Feuerwehr ist nie sinnlos, schon um solche seltenen Fälle korrekt zu regeln und natürlich auch mal zu üben. Denn mal so einfach in "echt" üben, gerade wenn es um Kontamination geht, ist nicht einfach (oder unzulässig)

Allerdings sollte das die hauseigene Medizinische Physik auch selbst regeln können. Nuklearmedizinische Therapiestationen dürfen nicht ohne Medizinphysiker betrieben werden, die haben die Kompetenzen dazu (und auch einen 24h Bereitschaftsdienst  ;) )

NoLi

Zitat von: Kermit am 20. November 2022, 13:32...
Zur Dosisleistungsmessung auf einer Therapiestation, falls es die gleiche Etage war, möchte ich anmerken, das die Patienten da natürlich berücksichtigt werden müssen. Der "Untergrundmesswert" ist da natürlich erheblich höher.Bei hochdosierter Schilddrüsentherapie (Tumor oder große Schilddrüse) kommen da schnell etliche Mikrosievert/h zusammen, wenn man das nicht berücksichtigt, misst man halt Fahrkarten...(das möchte ich den Kameraden der FW aber nicht unterstellen  ;) )
Die angegebene Dosisleistung am Eimer mit aufgefangenem Abwasser, noch im Umkleidebereich stehend, wurde von der Aufsichtsbehörde ermittelt... ;)

Norbert

Kermit

Ein paar Informationen konnte ich noch auftreiben, es bleibt aber trotzdem "nebelig"...

Eine Vakuumanlage scheint es nicht gewesen zu sein, da die dafür zuständigen Firmen dort keinen Service machen.

Freispiegel-Entwässerung ist in D nur noch an ganz wenigen Kliniken (so etwa 2-3 Anlagen, bessere Zahlen sind irgendwie nicht zu bekommen..) zulässig.

Diese Anlagen haben aber eine Doppelverrohrung, es ist ein Fallrohr umgeben mit einem Schutzrohr verbaut. Da sollte eigentlich kein Abwasser rauskommen... ausser das komplette Rohrsystem wird zum Bsp bei Bauarbeiten beschädigt.

Mehr Infos sind nicht aufzutreiben.

aus dem link hier:
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/radioaktives-abwasser-klinikum-stuttgart-100.html

ist aber eine andere interessante Information zu entnehmen:

Zitat:
"In Absprache mit der Behörde für Strahlenschutz des Regierungspräsidiums Stuttgart wurden die Patienten der betroffenen nuklearmedizinischen Station angesichts ihrer als gering eingeschätzten Strahlenbelastung am Mittag nach Hause entlassen."

Das wird nur gemacht, wenn man die Abwasseranlage (WC und Waschbecken) nicht innerhalb von 12h repariert werden kann. ;)

NoLi