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Autor Thema: radioaktiver Phosphatdünger am Beispiel von Triple-Superphosphat  (Gelesen 2242 mal)

DL3HRT

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Dass Phosphatdünger Spuren von Uran enthalten kann ist bekannt. Häufig wird Naturhosphat aus Lagerstätten in Marokko verwendet. Diese Phosphatlagerstätten sind schwach mit Uran überlagert. Natürlich wäre es technisch kein Problem das Uran zu entfernen. Das würde den Dünger allerdings verteuern, passt also nicht zur Geiz-ist-geil Mentalität. Ich habe in der Vergangenheit verschiedene Phosphatdünger im Gammaspektrometer untersucht. Dabei habe ich kein Fabrikat gefunden, welches uranfrei war.

Die Aktivität eines Düngers ist natürlich vom Phosphatgehalt abhängig. Auf der Suche nach Dünger mit möglichst hohem Phosphatgehalt landet man unweigerlich beim Superphosphat. Mittels entsprechender chemischer Reaktionen sind Phosphatgehalte von bis zu 46% P2O5 erreichbar. Man spricht dann von Triple-Superphosphatdünger. Ein Vertreter dieser Art ist der "Triple-Superphosphat 45" von der Firma Dehner mit 45% P2O5. Im Gammaspektrum kann man sehr schön die Linien von Radium-226, Blei-214 und Bismut-214 sehen. Der Peak bei ca. 78 keV stammt von der Röntgenfluoreszenzstrahlung der Bleiburg. Die Hintergrundstrahlung ist separat als graue Kurve eingeblendet, damit man den Vergleich hat.

Ein Bekannter hat eine massenspektrometrische Analyse des Düngers durchgeführt. Hier die Ergebnisse:

Analyse von Dünger der Firma Dehner
Tripel-Superphosphatdünger NPK 0-45-0
Messung per ICP-MS nach Aufschluss
  • Cadmium: 18,8 mg/kg
  • Blei: 1,5 mg/kg
  • Chrom: 110 mg/kg
  • Molybdän: 12,8 mg/kg
  • Kupfer: 33,7 mg/kg
  • Zink: 460 mg/kg
  • Eisen: 950 mg/kg
  • Nickel: 32,9 mg/kg
  • Bismut: < 1 mg/kg
  • Antimon: < 1 mg/kg
  • Zinn: <1 mg/kg
     
Es zeigt sich, dass auch der Gehalt an Cadmium nicht unbeträchtlich ist. Ab 20 mg/kg besteht Kennzeichnungspflicht, also hat der Hersteller noch einmal Glück gehabt... Natürlich erfüllen alle im Handel erhältlichen Dünger die gesetzlichen Vorschriften (sofern es welche gibt). Dennoch zeigen die Messungen, dass man beim Einsatz dieser Produkte sparsam damit umgehen sollte. Hier einige Ausführungen des Umweltbundesamtes zu diesem Thema: https://www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/umweltbelastungen-der-landwirtschaft/duengemittel#textpart-3

NoLi

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Phosphat-Dünger + Uran.
« Antwort #1 am: 29. November 2019, 18:17 »
https://www.focus.de/wissen/natur/phosphor-die-welt-steht-vor-einer-krise-das-hat-fatale-folge-fuer-uns-menschen_id_11401017.html

Ca. 114 Tonnen Uran pro Jahr auf deutsche Äcker durch uranhaltige Phosphat-Düngemittel.  :-\

fernaufklärer

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Entsprechendes wird über eine GrundwasserKontamination w.i.m.r.e. östlich von Berlin berichtet, wo große Mengen Kommunal- Abwasser versickert wurden, das Phosphat- Waschmittel enthalten hatte.
Das Natriumphosphat bzw. dessen Rohphosphat solle aus Nordafrika stammen und mit Cer / Thorium (Monazit?) verunreinigt sein. Erwähnt wurden in diesem Zusammenhang auch die Wirtschaftsbeziehungen der DDR zu nordafrikanische Länder.

FA