Australien: Kapsel vom Laster gefallen

Begonnen von wrdmstr inc., 28. Januar 2023, 07:49

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NoLi

#105
Es ist so, dass Eingangskontrollen nicht explizit vorgeschrieben sind, weil davon ausgegangen wird, dass der Absender auf Grund seiner Verantwortung und Haftung bei Verstößen "schon das richtige tun wird".
Wie die Erfahrung aber zeigt, gibt es immer mal wieder Fälle, bei denen die Kategorisierung nicht stimmt...meistens sind dies aber Grenzfälle, die vermutlich durch die unterschiedlichen Geräteabweichungen bei Messung der Dosisleistung hervorgerufen werden. Die Aufsichtsbehörden tolerieren auch solche Fälle ohne eingeleitete Verfahren...nur bei gravierenden Verstöße werden sie tätig.
Gerade im medizinischen Bereich erfolgen ja die meisten Transporte, aber nur in Ausnahmefällen messtechnische Eingangskontrollen bei den Empfängern.

Norbert

DG0MG

Zitat von: Kermit am Gestern um 21:13Ich bin der ketzerischen Ansicht "nein". ;)  Häufiger wird ein Versandstück abgenommen, bei dem, wenn die Verpackung augenscheinlich unversehrt ist, keine DL Eingangskontrolle vorgenommen wird.

Das war die Frage und ich danke Dir für eine ehrliche Antwort.
Im Vortrag in Beitrag #92 erklärt der Strahlenschutzverantwortliche der Bergbau-Firma RioTinto, warum denn am Ende herauskam, das eigentlich niemand einen Fehler gemacht habe. U.a. war die Frage der Aufsichtsbehörde, warum denn beim Eingang des Versandstückes keine Strahlenkontrolle erfolgt ist. Die für die Behörde erstaunliche Antwort war: Weil es nicht vorgeschrieben ist. Es gab nur die Regel, die Unversehrtheit der Verpackung zu überprüfen, nicht jedoch, ob der Strahler überhaupt (noch) drin ist.

Dass der Vortrag, der den Hergang des Falles recht ausführlich - teilweise augenzwinkernd beleuchtet, nur ein paar 100 Aufrufe und keinerlei Kommentare hat, ist nach der Medienresonanz damals eigentlich auch ein Skandal.
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

DG0MG

Zitat von: Kermit am Gestern um 21:13Die Situation sieht sicher ganz anders aus, wenn nur sehr spezielle radioaktive Stoffe gebracht oder geholt werden, die Situation also nicht in die Routine passt.

Hm, ob das hier nun eine "außergewöhnliche" Fracht war, oder ob die ständig mit solchen Industriestrahlern umgehen, war nicht genau herauszulesen oder zu -hören. Er sagte aber irgendwann, dass es ein "licensed" Lagerhaus gewesen wäre, sie hatten dort also zumindest mit radioaktiver Fracht wohl häufiger zu tun.

Wenn das der Standard-Warenumschlagplatz für die Herstellerfirma in Perth ist (was ich annehme), dann haben die dort andauernd mit derlei strahlender Fracht auf Paletten zu tun. Allerdings sagt er auch, es gäbe Videomaterial "von der Ankunft", auf dem man die Unversehrtheit der Kiste sehe. Ob die nun von jedem durchschnittlichen Frachtstück Handy-Videos machen, wenn ein LKW auf den Hof fährt? Aber vielleicht war es auch ein Video von einer Überwachungskamera, denn sowas sollten die Firma ja auch haben, wenn sie derartige Strahler lagern.
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