Röntgenstrahlung Bildröhren

Begonnen von DL8BCN, 15. April 2023, 18:16

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Kermit

Zitat von: Peter-1 am 24. April 2023, 18:07Als Quelle kam die kleine Röhre aus der Zahnmedizin zum Zuge.

Dine Messung an sich ist chic, nach meiner Meinung bei der obigen Frage aber höchstens ein Anhaltspunkt. ;)

Denn 1. ist das eine Röntgenröhre und so konstruiert, das sie Rö-Strahlung erzeugt und dafür optimiert ist, was bei den Kathodenstrahlröhren ja eher ein - unerwünschter - Nebeneffekt ist.
Und 2. hast Du hier eine Cu oder Wolfram-Anode, bei der Kathodenstrahlröhre ist das Material, welches die Rö-Strahlung erzeugt Glas und was weiß ich noch alles  ;).

Und 3. hat Deine Röhre eine Eigenfilterung, damit sollten die sehr niedrigen Energien der Rö-Strahlung, die nicht Bildwichtig sind schon gefiltert werden. Denn Rest macht dann der Filter im Röhrengehäuse.

(hierzu hätte ich noch eine Frage: gehört die Al-Filterangabe zur Röhre oder ist das die Filterangabe des Strahlers im Gehäuse?)

Insofern würde mich eine Messung an einer solchen Bildröhre oder Osziröhre, wie von DL8BCN beschrieben, schon mal interessieren.

Peter-1

#16
Das war keine wissenschaftliche Messung !
Es sollte nur zeigen, wo oder ab wann man Strahlung erwarten kann. Die genannten 0,4mm Al sind die Eigenfilterung der Röhre durch die Glaswand. Es war kein weiteres Material dazwischen. Diese nette kleine Röhre habe ich mir zum 100. Jahrestag der Entdeckung blasen lassen. Aufwand mit Vakuumpumpe usw. ist hoch aber auch eine Freude das hinter Bleiglas zu sehen.

Gruß  Peter

etalon

Zitat von: Peter-1 am 24. April 2023, 18:07Warum nicht einfach messen ?
Als Quelle kam die kleine Röhre aus der Zahnmedizin zum Zuge.

Mit gerade mal 0,1 mA Anodenstrom sollte etwas zu messen sein.
1. Versuch : test mit  RadiaCode101
2. Versuch : test mit  Radex 1503+
Gemessen ist falsch, denn es wurde nur nach dem Wert der Hochspannung gesucht wo die beiden Geräte ansprechen.
Überraschend geringe Unterschiede. RC101 zeigte bei 13 kV an, Radex1503+ bei 14 kV.
2 sehr unterschiedliche Detektoren kommen zu fast identischem Ergebnis.
Die sog. Eigenfilterung dieser Röhre beträgt 0,4mm Al.
Muß mal sehen wie der Schwächungskoeffizient für Glas aussieht.

Peter

Witzig, jetzt wo du das schreibst, erinnere ich mich, so eine Mini-Röntgenröhre auch schon seit Jahren in der Schublade liegen zu haben...  :)

Keine Ahnung, ob die noch funktioniert, aber hast du zu dem Ding ein paar Daten (Annodenspannung, -strom, Filamentspannung, -strom, etc.)?
Danke!

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opengeiger.de

Ich finde die hier genannten Experimente  wirklich interessant, aber ich will an dieser Stelle doch mal ganz vorsichtig eine nicht-technische Frage stellen: Unter welchen Bedingungen ist es denn für Hobbyisten zulässig, eine Anlage in Betrieb zu nehmen, die wissentlich Röntgenstrahlung mit nennenswerter Dosisleistung erzeugt? Kennt sich da jemand im Detail aus?

etalon

Zitat von: opengeiger.de am 25. April 2023, 07:59Ich finde die hier genannten Experimente  wirklich interessant, aber ich will an dieser Stelle doch mal ganz vorsichtig eine nicht-technische Frage stellen: Unter welchen Bedingungen ist es denn für Hobbyisten zulässig, eine Anlage in Betrieb zu nehmen, die wissentlich Röntgenstrahlung mit nennenswerter Dosisleistung erzeugt? Kennt sich da jemand im Detail aus?

Na, natürlich verboten  :D

Alles, was eine Beschleunigungsspannung von ich glaube >3 kV hat, wird als Störstrahler (wenn die Röntgenstrahlung als Nebenprodukt entsteht, z.B. REM) oder als Röntgenapparatur, wenn die Strahlung gezielt erzeugt wird, eingestuft und fällt dann unter die Röntgenverordnung. Dort ist genau reguliert, welche baulichen und sicherheitstechnischen Maßnahmen erfüllt sein müssen, dass ein genehmigungsfreier Betrieb möglich ist, und ab wann eine Genehmigung durch bzw. Anmeldung bei der zuständigen Behörde erfolgen muss...

P.S.: Die Röntgenverordnung gibts so nicht mehr. Die ist jetzt Teil der StrlSchV...

etalon

...so, hab gerade nochmal nachgelesen:

§§7,8 StrlSchV verweisen auf Anlage 3 Teil C und D, was den genehmigungsfreien Betrieb betrifft.

Dort steht frei zusammengefasst, dass eine Anodenspannung <30 kV vorliegen muss und die Dl in 0,1 m Abstand zu zugänglichen Oberflächen 1 uSv/h nicht überschreiten darf.

Wenn das also gewährleistet ist, darf man wohl auch als Hobby solche Experimente genehmigungsfrei betreiben.

DL8BCN

Moin, komischerweise habe ich vor Experimenten mit Röntgenröhren großen Respekt :o
Vielleicht weil ich der Meinung bin, das man die Dosisleistung von Röntgenstrahlung im niedrigenergetischen Spektrum schlecht messen kann.
Obwohl es ja auch immer mal Schulexperimente mit Röntgenröhren gab (oder gibt??)
Interessant ist es allemal ;D
Es gab auch ja bei Youtube so gewisse Videos, wo ziemlich verrückte Dinge mit Röntgenröhren gemacht werden.
Dazu hatten wir hier ja auch schon mal ein Thema aufgemacht.
Ich hatte dieses Thema hier tatsächlich nur begonnen, weil auf meinem Oszi so eine komische Angabe der Rönten-Reststrahlung war.
Das konnten wir ja hier inzwischen klären!
Vielen Dank dafür.


opengeiger.de

Zitat von: etalon am 25. April 2023, 08:39§§7,8 StrlSchV verweisen auf Anlage 3 Teil C und D, was den genehmigungsfreien Betrieb betrifft.

Dort steht frei zusammengefasst, dass eine Anodenspannung <30 kV vorliegen muss und die Dl in 0,1 m Abstand zu zugänglichen Oberflächen 1 uSv/h nicht überschreiten darf.

Oh, das würde dann ja doch ein paar Möglichkeiten für Experimente eröffnen! Die Hochspannung nachzumessen, sollte mit nem Hochspannungs-Spannungsteiler kein Problem sein. Dann könnte man sich bei Ebay so ein Röhrchen holen z.B. für tiermedizinische Untersuchungen, es wäre nur vielleicht noch das Problem den Strahlstrom so unter Kontrolle zu halten, dass da sicher nicht mehr als 1uSv/h rauskommt. Nicht dass man den Strahlstrom so schlecht steuern könnte, man kann ja den Strom durch die Heizwendel recht präzise vorgeben, aber wie misst man die 1uSv/h sicher nach? Das Bremsstrahlungsspektrum ist ja recht breit und streng genommen müsste das Messgerät dann z.B. bei 20kV Hochspannung von 20keV runter bis 3keV sauber integrieren können. Nicht dass der Nachbar und Foto-Freund irgendwann mault, dass er auf Ebay bereits belichtete Filme für seine antike Hasselblad verkauft bekommen hat, die er im Schrank direkt an der Wand gelagert hat. :punish:

etalon

Ja, die Messung der ODL ist meiner Meinung nach das größte Problem. Auch ist das Streuverhalten von Röntgenstrahlung nicht zu unterschätzen, was bei der Auslegung des Experimentierraumes berücksichtigt werden sollte. Ich glaube auch, dass der Dl-Grenzwert mit frei zugänglicher Röhre auch bei 30 kV Beschleunigungsspannung nur mit Röhrenströmen im uA oder gar nA Bereich eingehalten werden können, da die Strahldurchmesser klein und damit die Intensitäten doch sehr hoch sind. Heutige Feinstrukturröntgenröhren (sehr kleiner Brennfleck) schaffen im Brennfleck theoretisch Dosisleistungen von 10^4 Sv/h...

Peter-1

Es war mir klar dass der erhobene Zeigefinger kommt  :(
Ich sollte solche Berichte nicht schreiben.
Gruß  Peter

etalon

Zitat von: Peter-1 am 25. April 2023, 10:29Es war mir klar dass der erhobene Zeigefinger kommt  :(
Ich sollte solche Berichte nicht schreiben.


Wer hat denn gezeigefingert?  :scratch_one-s_head:  :unknw:

Kermit

Zitat von: Peter-1 am 24. April 2023, 22:28Das war keine wissenschaftliche Messung !
Es sollte nur zeigen, wo oder ab wann man Strahlung erwarten kann.

So hatte ich das auch aufgefasst :) , mich hatten eben nur die Bedingungen drumherum interessiert.

Ich hatte keinesfalls vor Kritik zu üben oder zu kritteln.. Deshalb hatte ich ja auch geschrieben, das ich die Messungen chic finde  :).

Mein Hintergrund ist einfach: auf einigen Fernsehern, zum Beispiel den Sony-Taschenfernsehern mit Bildröhre steht ja auch der Hinweis mit der Rö-Strahlung drauf. Da ich gern selber was messe, hat mich schon interessiert, ob bei den Geräten etwas zu messen ist. Einfach um mal zu sehen, in was für Größenordnungen man kommt.
Ich selbst habe eben nichts messen können, weil vermutlich meine Messtechnik dafür nicht geeignet ist.

Niedrige Energien im Rö-Bereich zu messen ist sicherlich eine messtechnische Herausforderung, deine Experimente haben ja gezeigt, wie komplex das ist und man unter 10kV keine nennenswerten Messeffekte mehr erwarten kann.

Für den Strahlenschutz ist das prima, für denjenigen, der gern was messen möchte eben nicht  ;)

Peter-1

Zu den Daten der kleinen Röhre.


Gruß  Peter

Radioquant98

Hallo,

das wollte ich auch schonmal messen, wiviel Strahlung aus einer Bildröhre kommt.
Und ich habe schon ewig diese M10FS300 liegen - siehe Anhang.

Ihr habt doch Ahnung von der Strahlung. Wäre der nicht gerade dafür sehr gut geeignet?

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Viele Grüße
Bernd

opengeiger.de

Autsch! Das ist doch eine Photomultiplier-Röhre, oder täusch ich mich?  :o

Lies mal unter
https://de.wikipedia.org/wiki/Photomultiplier