Geigerzähler kit

Begonnen von Flipflop, 26. Juli 2023, 13:40

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Flipflop

Hallo Leute, man findet verschiedene Bausätze im Internet, was kann man damit machen?

Als Beispiel, wenn ich das unten verlinke Gerät nehme, kann man  verschiedene Zählrohre damit betreiben. Geht das auch mit einer Steckverbindung?, ich glaube die ist ja nicht vorhanden. Zb. Ein SBM-19 Zählrohr an einem Kabel das lang genug ist, an einem Stab zb. als Bodensonde? Oder das gleiche mit einem SBT10A Zählrohr? Vermutlich wäre ein Anschluss für einen Kopfhörer hilfreich. Und dann fehlt vermutlich ein Gehäuse und Schutz vor Feuchtigkeit.

https://www.rhelectronics.store/mygeiger-3-pro-diy-dosimeter-ratemeter-radiometer-kit-with-lcd-usb

wrdmstr inc.

ich habe den vor-vorgänger und den vorgänger https://www.geigerzaehlerforum.de/index.php?action=dlattach;fs=325118;attach=2996;image

im menue lassen sich alle parameter für verschiedene sonden einstellen,kabel kann man anlöten oder die Spangen so bearbeiten das ein Amp/Flachstecker drauf passt,Gehäuse selber bauen (4mm Acryl)

DL8BCN

@ Flipflop: Lange Kabel an Zählrohren funktionieren manchmal nicht wegen der zusätzlichen kapazitiven Belastung.
Da muss man dran denken.
Ansonsten kann ich rhelectronics empfehlen.
Ich habe da auch schon ein paar Dinge gekauft, die gut funktionieren.

Flipflop

Ok, Danke, jetzt weiss ich wieder ein bisschen mehr. :)

Henri

Zitat von: DL8BCN am 27. Juli 2023, 09:13Ansonsten kann ich rhelectronics empfehlen.
Ich habe da auch schon ein paar Dinge gekauft, die gut funktionieren.

Da der Firmensitz Israel ist, muss man allerdings noch Einfuhrabgaben (mind. 19%) draufrechnen.

Wenn man noch nicht viel mit Elektronik gemacht hat und bereit ist, ein wenig Löten zu lernen, kann es auch sehr viel Spaß machen, ein Kit zu kaufen, das man selber zusammenlöten muss. Natürlich eines mit konventionellen Bauteilen, ohne SMD-Bauteile. Die kosten sehr wenig und können viel Freude bereiten. Wichtig ist, dass eine gute Anleitung mitgeliefert wird oder zumindest ins Netz gestellt wurde.

;)

https://www.youtube.com/results?search_query=l%C3%B6ten+lernen+f%C3%BCr+anf%C3%A4nger

https://www.pollin.de/bauelemente/bausaetze-module/bausaetze/

https://de.aliexpress.com/item/1005005398790039.html

DG0MG

Das sehe ich genauso wie @Henri . Entweder man kauft ein Fertiggerät und hat sofort ein Erfolgserlebnis beim Messen oder: Man kauft einen Bausatz der aber ohne Umwege zu einem Fertiggerät führen sollte. Also alles enthalten muss: Platine, Teile, evtl. Gehäuse und ganz wichtig: Den Sensor, also ein Zählrohr.

Diese Module-Angebote "Ich habe ihnen hier schonmal einen kompletten GZ zusammengelötet, sie brauchen nur noch ein Zählrohr anschließen" sind für den Großteil des Publikums untauglich.

Nun besteht aktuell leider ein Beschaffungsproblem für gescheite Sensoren, SBM-20 sind nicht mehr zu akzeptablen Preisen zu bekommen. Bleiben die China-Glasröhren oder es geht mal jemand den Weg vom Bettergeiger und experimentiert mit einem Sensor, der ein SBM-20 ERSETZT, aber aus Preisgründen nicht gleich um Größenordnungen besser ist (wie ein SiPM mit Szintillator).


"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Henri

Zitat von: DG0MG am 27. Juli 2023, 11:07Doder es geht mal jemand den Weg vom Bettergeiger und experimentiert mit einem Sensor, der ein SBM-20 ERSETZT, aber aus Preisgründen nicht gleich um Größenordnungen besser ist (wie ein SiPM mit Szintillator).

Ob man so was

https://www.geigerzaehlerforum.de/index.php?msg=335

selber bauen kann?

Da gibt es sicherlich irgendwo eine Patentschrift für.

"Sandwich Proportionalzählrohr", Betrieb mit 3200... natürlich etwas aufwändigere Elektronik als bei einem Geigerzähler. Vermutlich ist das nur eine flache Kammer aus kupferkaschierter Leiterplatte, mit sehr feinem straff gespanntem Zähldraht und mit Feuerzeuggas gefüllt.

DG0MG

Ja die Patentschrift hatte ich ja verlinkt. Es wird die Produktion recht ausführlich beschrieben. Da gehts aber auch so mit: mehrere Stunden eine größere Anzahl Zählrohre hintereinander mit Edelgas durchströmen lassen. Auch das Material des Zähldrahtes ist eine Wissenschaft, weiter gehts bei der Abdichtung - nicht jedes Epoxy ist geeignet und dauerhaft stabil. Sicher wird man das nachmachen können, aber die Zukunft ist das nicht.

Ich sehe die Zukunft für Geigerzählerselberbastler in Modulen wie z.B. dem Teviso BG51, also Spannung ran und Impulse raus. Nur muss das wenigstens so empfindlich, wie ein SBM-20 werden. ~ 100 EUR für einen Sensor, der nichtmal 10 ipm bei 1 µSv/h liefert ist einfach viel zu wenig.
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Henri

Zitat von: DG0MG am 27. Juli 2023, 12:05Ich sehe die Zukunft für Geigerzählerselberbastler in Modulen wie z.B. dem Teviso BG51, also Spannung ran und Impulse raus. Nur muss das wenigstens so empfindlich, wie ein SBM-20 werden. ~ 100 EUR für einen Sensor, der nichtmal 10 ipm bei 1 µSv/h liefert ist einfach viel zu wenig.

Es gibt ja diese billigen chinesischen zylinderförmigen Dongles, die man direkt an den Mikrofoneingang des Smartphones anschließen kann (solange dieses noch eine Klinkenbuchse hat  :D ). Wenn ich mich recht erinnere, ist dort einfach eine billige PIN-Diode mit einem kleinen Blob irgend eines undefinierten Szintillatormaterials drin. Vermutlich ähnlich wie beim BetterGeiger.
Diese Dinger sind ja auch reichlich unempfindlich.

Mit den Teviso Modulen hat sich Bernd schon mal beschäftigt: http://www.opengeiger.de/TevisoModul.pdf Damals (2014) kosteten die etwas unter 100,-. 5 cpm pro µSv/h ist allerdings auch nicht das, was man zu dem Preis haben möchte  :-\

Ein billiger (aber nicht sehr gesunder) Szintillator wäre Naphthalin. Dies emittiert jedoch im UV-Bereich, für das die günstigen BPW34 (Maximum im Infrarot-Bereich bei ca. 920 nm) nicht empfindlich sind. Und dann wird es schon wieder teuer und speziell... 

https://de.farnell.com/sglux/sg01s-18/fotodiode-sic-uv-a-0-06mm2-to18/dp/2253310

https://www.distrelec.de/en/uv-photodiode-06-335-nm-310-370-nm-sglux-sg01s-a18/p/17524690

 :unknw:

Ionisationskammern wären auch noch ein sehr günstiger Weg, den man gehen könnte. Aber die sind halt sehr störanfällig.


Ich fürchte, es wird bei den chinesischen Glaszählrohren bleiben müssen. Man kann davon mehrere parallel schalten, wenn man möchte...

DL8BCN

Hallo Henri, du schriebst:
Wenn ich mich recht erinnere, ist dort einfach eine billige PIN-Diode mit einem kleinen Blob irgend eines undefinierten Szintillatormaterials drin. Vermutlich ähnlich wie beim BetterGeiger.

Soweit ich weiß, arbeiten die Dinger ohne Szintillatormaterial, nur mit einer oder mehreren Fotodioden ála BPW34.
Ich habe auch so ein Teil, was nur Hausnummern anzeigt.

DG0MG

Das Teviso-Modul ist im Prinzip Stand der Technik von vor ~40 Jahren. Wem die Aussage zu hart ist: In der DDR gab es sowohl den RAM II (wir haben noch keinen Thread dazu) und das KSMG 1/1. Beide wurden in Großserie produziert und besaßen einen reinen Halbleitersensor (kein Zählrohr). Während das KSMG bei Umweltradioaktivität keine sonderlich gute Figur macht (zu wenig Impulse) ist der RAM II sogar geeignet und vorgesehen gewesen, Lebensmittel zu messen. Warum hat sich denn das nicht breiter durchgesetzt? Gerade, als man es verkaufen konnte: Kurz nach 1986? Aus dieser Zeit findet man allenfalls in irgendwelchen Hinterhofwerkstätten schnell mit Baumarkt-Material zusammengeschossene "Profi-Geigerzähler".

40 Jahre später werden von Hobbyisten immer noch nur Fotodioden aufgedremelt und der Erfolg ist dann allenfalls die Detektion von hochenergetischen Alphas aus Am-241 oder Ra-226 innerhalb einer abgeschirmten Blechkiste. Es gibt keinen günstigen Gamma-Sensor, der so einfach wie ein SBM-20 zu benutzen ist (bei dem man ja immerhin auch HV braucht). Das macht mich so im Großen und Ganzen etwas unzufrieden.

Zitat von: DL8BCN am 27. Juli 2023, 14:01Soweit ich weiß, arbeiten die Dinger ohne Szintillatormaterial, nur mit einer oder mehreren Fotodioden ála BPW34.

Richtig, hätte ich auch so gesagt. Reine PN-Übergänge.

Aber gibt es denn überhaupt "hobbymäßige" Versuche, günstige Szintillatoren (Lyso, CsI etc.) auf billigen Pin-Fotodioden zu betreiben? Ja, ein SiPM ist Welten besser, aber auch erheblich teurer. So ein Zwischending könnte doch auch gehen? Zumindest gibt es ja kommerzielle Produkte auf dieser Basis, z.B. von First-Sensor: 4 mm CsI auf Pin-Diode mit 500 cpm/µSv/h. Das ist immerhin schon rund das Dreifache eines SBM-20 und liegt in der richtigen Größenordnung. Aber 120 EUR für eine Fotodiode + winzigem Kristall?

An alle Firmen, Studenten, Forschungseinrichtungen, Entwicklungslabore, Geldgeber, Investoren, Frickler und Chinesen:
Ich will einen Sensor: Maximal streichholzschachtelgroß, 3 Anschlüsse (3.3V, Imp, GND), mehr als 5 ips pro µSv/h bei Ra-226, Preis 30$, Vertrieb über Conrad oder Reichelt. (Nee, ich bezahle keine Forschungsgelder  ;D )
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Flipflop

https://www.teviso.com/file/pdf/bg500-specification.pdf

5 ppm (pulse per minute) ‡15% for 1uSv/h :o

Ich habe jetzt die Zahl von einem SBN 20 Rohr nicht im Kopf 220? gegen 5?


DG0MG

Zitat von: Flipflop am 27. Juli 2023, 14:53Ich habe jetzt die Zahl von einem SBM 20 Rohr nicht im Kopf 220? gegen 5?

SBM-20 Gamma Sensitivity Ra226 (cps/mR/hr): 29

Demzufolge ~174 cpm/µSv/h
also 174 gegen 5
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!