Radium-Quelle Břetislav bei Plesna (Radonquelle)

Begonnen von DG0JN, 20. Oktober 2024, 10:41

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DG0MG

Nach etwas mehr als einer Woche liegt die Aktivität noch bei rund 60 cps, also einem Drittel der ursprünglichen 180 cps. Das ist etwa der Wert, den das Wasser der Thierbergquelle kurz nach dem Abfüllen erzeugt.

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Flipflop

Leider viel zu weit weg für mich, was kannst du denn mit zb. dem RadEye B20 Messen?

DG0MG

Die Flasche liegt, an der höchsten Stelle befindet sich eine Luftblase. Das ist zwar ungünstig, lässt sich beim Zapfen aber nicht ganz vermeiden.

Dort, wo Wasser ist, messe ich etwa 8-9 cps, über der Luftblase immerhin 31 cps. Die Blase wird also erheblich ausgegastes Radon enthalten.

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Insgesamt ist das aber weniger interessant, so zu messen, weil keine besonders gute Wiederholbarkeit gegeben ist.
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Flipflop

#18
Ok, Danke. Messe auch mal nach, sind aber nur 0,5 Lt. Wasser. Das mit der Luft kriege ich auch nicht hin. Habe zwar Luftfrei abgefüllt, aber wenn sich das Wasser erwärmt dann bildet sich eine Luftblase. Vermutlich müsste man das Wasser kühlen um das zu verhindern. Jedenfalls, interessant mit der Luftblase.

Ja, sieht so aus als könne man an der Luftblase mehr messen, habe dazu mit dem GQ 600+ 10 Minuten Messungen gemacht.

DG0MG

Wie man sicher weiß, ist die Löslichkeit von Radon in verschiedenen Stoffen unterschiedlich groß, deshalb haben Prof. Philipsborn und R. Geipel gerne Versuche mit "Radonol" gemacht, mit in Alkohol gelöstem Radon. Ein Stoff, in dem sich Radon ganz besonders gut löst, ist Olivenöl. Es gibt Radonmessverfahren, die Luft durch Quellwasser blubbern und das so ausgetriebene Radon dann in Olivenöl einleiten, um es zu konzentrieren.

Eine Versuchsbeschreibung für das "Aufkonzentrieren zu Heilzwecken" von Radon mittels Olivenöl habe ich bei der "Tschechischen chemischen Gesellschaft" gefunden, die ihren Versuch an der Quelle Břetislav bei Plesna durchführten:


Übersetzung:
Die Karzinogenität von Radon (222Rn) im Wohnbereich ist wissenschaftlich bereits widerlegt. Eine positive Korrelation zwischen Radon und Lungenkrebs stützt sich lediglich auf die LNT-Hypothese (Linear-No-Threshold-Modell); bei Anwendung voraussetzungsfreier statistischer Verfahren zeigt sich hingegen kein Zusammenhang. Andererseits wird Radon aufgrund seiner ausgeprägten hormetischen Wirkung erfolgreich in der Balneologie eingesetzt. Bei der Radon-Balneotherapie kann die natürliche Aktivität der Quelle für eine intensivere Behandlung bisweilen unzureichend niedrig sein. Daher wurde ein Feldversuch durchgeführt, um im technischen Maßstab ein hochaktives Präparat herzustellen, indem Radon aus Wasser in Olivenöl extrahiert wurde. Als Radonwasserquelle diente die Bretislav-Quelle (2016) (http://www.estudanky.eu/11000-radonka-pramen-bretislav).
Die gemessenen Parameter waren: Aktivität 12.123 Bq/l 222Rn, Durchflussrate 2,8 l/min, Temperatur 8,0 °C. Die Extraktion erfolgte in einem 2-Liter-Scheidetrichter. Es wurden jeweils 2 Liter Frischwasser verwendet. Als Ausgangsmedium dienten 120 ml Olivenöl in Lebensmittelqualität (nicht nativ). Im Trichter verblieb ein Gasvolumen von 165 ml, um die Durchmischung der Phasen zu erleichtern. Zudem wurde der zeitliche Ablauf der einzelnen Extraktionsschritte protokolliert. Nach dem Schütteln (1 min) und der Phasentrennung (2–4 min) wurde das Wasser abgelassen; anschließend wurde die Gamma-Aktivität des Öls im Trichter mittels eines empfindlichen Szintillometers gemessen und eine 1-ml-Probe für die spätere LSC-Bestimmung des Radon-Gehalts vor Ort entnommen. Insgesamt wurden nacheinander neun Extraktionsschritte über einen Zeitraum von 1 Stunde und 27 Minuten durchgeführt. Schließlich erhielt man 76 ml Öl mit einer Aktivität von 130 kBq/l 222Rn. Die Gamma-Aktivität nahm schrittweise zu und erreichte nach der neunten Extraktion ein Gleichgewichtsniveau von 84 %. Hingegen war das Öl bereits nach der dritten Extraktion zu etwa 100 % gesättigt; in einer Gesamtdauer von 23 Minuten.
Es wurde ein Radon-Verteilungskoeffizient zwischen Wasser und Olivenöl von 10,7 ermittelt, wenngleich in der umfangreichen Literatur Werte von bis zu 45 angegeben werden.
Radonöl wurde vom Team des Autors abends zu Heilzwecken verwendet.


Ein "Scheidetrichter" ist soetwas:

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Man kann also das Wasser unter dem Öl wieder ablassen, wenn sich die beiden Schichten nach dem Schütteln und einigem Warten wieder voneinander separiert haben.

Zu denken über die Autoren gibt mir allerdings der erste Satz, dass der Zusammenhang zwischen Radon im Wohnbereich und Krebs widerlegt sei.
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