Thermo Scientific RadEye SPRD-GN Kit

Begonnen von Lennart, 05. August 2025, 20:32

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Lennart

Die Spectra-Software kann genutzt werden, um alle im Gerät gespeicherten Spektren zu importieren. Das verwendete Dateiformat ist .N42 und kommt wohl bei den Profigeräten häufiger zum Einsatz.

Man kann die Spektren jedoch als .csv exportieren, leider konnte ich die Datei danach nicht in BecqMoni einlesen. Ich habe auch versucht, in .xml zu konvertieren - wieder Fehlanzeige  >:(

Irgendwann ist mir aufgefallen, dass man mit BecqMoni nicht nur Dateien öffnen, sondern auch importieren kann. Zum Glück steht auch .N42 zur Auswahl. Beim Importieren erschienen einige Meldungen, aber letztendlich hat es funktioniert. Sehr schön!

Die Peaks sind auch genau dort, wo sie sein müssten. Hier mal ein Spektrum von Lu-176 in BecqMoni:

(man sieht auch den Peak bei ~ 88 keV / Bild 1 + 2 in log. Darstellung, Bild 3 in lin. Darstellung)

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Quelle war der 36 g Testadapter von Thermo.

In der Spectra-Software sieht man auch noch andere Informationen, die in der Datei hinterlegt werden. Bei dem fraglichen Lu-Spektrum z.B. folgende Infos:

Gamma count rate 79.9
Neutron count rate 0,00667
Real time duration 300
Live time duration 291,7
Gamma dose rate (µSv/h) 0,203
Temperature 26 °C
Identified nuclides:
Lu-176 / 99,1 % (keV: 202;307;509;)

Das gute ist, dass die Spektren (sofern konfiguriert) automatisch gespeichert werden. Nicht nur, wenn man manuell etwas aufzeichnet, sondern auch bei jeder automatisch gestarteten Nuklid-ID.

Das wäre auch mal eine Idee für den RadiaCode! Ein (optionaler) automatischer Start eines Spektrums, wenn ein Alarm getriggert wird. Mit einer Aufzeichnungszeit die endet, wenn die Alarmschwelle unterschritten wird. Danach muss das Spektrum noch automatisch gespeichert werden, mit Datum und Zeit. Eventuell sogar mit den GPS-Koordinaten vom Handy.

miles_teg

Zitat von: Lennart am 07. August 2025, 20:01Ich bin ziemlich begeistert.
Versteht hier sicher jeder. ;-) Gratulation zu einem wirklich tollen Messgerät!

Lennart

Die automatische Nuklid ID ist hauptsächlich für den Feldeinsatz konzipiert, macht aber auch in der Bleiburg eine gute Figur.

Für den mobilen Einsatz finde ich eine automatische Messzeit sinnvoll, die auf 10 min limitiert ist. Das Gerät misst also so lange wie notwendig, bis diese max. Zeit erreicht ist. Was man in 10 min nicht identifiziert hat, wird man vermutlich auch in 15 oder 20 min nicht nachweisen können.

Möchte man aber z.B. daheim Lebensmittel vermessen, kann man mit einer manuellen Messzeit arbeiten. Als kleinen Versuch hab ich mal eine rudimentäre Bleiburg aufgebaut, 40 mm Pb unten und 20 mm Pb seitlich. Die Oberseite habe ich zum Filmen nicht geschlossen. Als Testobjekt nutze ich getrocknete Pilze.

Die Pilze habe ich in 3 separaten Beuteln um den Kristall herum positioniert. Ein Beutel seitlich, einer unter dem Kristall und der letzte Beutel stirnseitig. Keine Marinelli-Geometrie, sollte aber ausreichen.

Die Messzeit habe ich auf 3600 s eingestellt. Tatsächlich hat es die automatische Nuklid ID problemlos geschafft, Cs-137 eindeutig zu identifizieren. Noch einige Screenshots aus der Spectra-Software / BecqMoni:

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DG0MG

Zitat von: Lennart am 25. August 2025, 00:05Tatsächlich hat es die automatische Nuklid ID problemlos geschafft, Cs-137 eindeutig zu identifizieren.

Gibts denn auch die Möglichkeit, die Aktivität zu bestimmen?
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Lennart

Zitat von: DG0MG am 25. August 2025, 08:30Gibts denn auch die Möglichkeit, die Aktivität zu bestimmen?

Eine elegante Methode dafür habe ich bisher nicht gefunden. Vermutlich läuft es auf einen Abgleich zu einer Referenzprobe mit bekannter Aktivität hinaus, den man am PC durchführen muss. Was jedoch möglich ist, sind Umrechnungsfaktoren von CPS in Bq, die sich bei bekannter Strahlung nutzen lassen. Das lässt sich zumindest für den Scaler einstellen und funktioniert so auch beim PRD-S. Damit muss ich mich mal genauer auseinandersetzen. "Leider" besitze ich das Handbuch des PRD-S nur in Papierform. Bei Gelegenheit werde ich das mal einscannen und im dazugehörigen Thread als .pdf anhängen.

Flipflop

Thermo Scientific RadEye SPRD-GN Kit Review - worth a new car?

RADiOiNactivity


Lennart

Wenn jemand 39 % Rabatt gewährt, könnte dann nicht der ursprüngliche Preis etwas zu hoch sein?  :D

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Lennart

Ich habe mal wieder einige Spektren mit dem SPRD-GN aufgezeichnet, diesmal in der großen Bleiburg mit 60 mm Wandstärke. Mir ist dabei aufgefallen, wie gut der Formfaktor des RadEyes dafür geeignet ist. Der relativ mittig verbaute Kristall ist von Vorteil, verglichen mit dem RadiaCode. Auch super ist die einstellbare Wartezeit, bevor die Aufzeichnung beginnt. Ich habe z.B. 200 s eingestellt. So kann die Bleiburg in aller Ruhe verschlossen werden. Meiner Meinung nach fehlen derartige Funktionen beim RC, auch wenn das Gerät - zumindest in den meisten Fällen - drahtlos bedient werden kann. Zumindest eine vorher einstellbare, begrenzte Messdauer wäre auch im RadiaCode sehr gern gesehen.

Die manuelle Messzeit habe ich diesmal auf 65k s eingestellt, also ca. 18 h + 200 s Wartezeit. Testobjekt sind meine geliebten Cs-Pilze, die ich in 3 separaten Beuteln um das Gerät herum verteilt habe. Letztes Mal konnte ich bereits feststellen, dass die automatische Nuklid-ID Cs-137 nach 3600 s problemlos identifizieren kann. Sogar in einer oben offenen Behelfs-Bleiburg mit lediglich 20 mm Wandstärke.

Ein Hintergrundspektrum habe ich ebenfalls aufgezeichnet, auch 65k s lang.

Messdauer: 65k s
Zählrate Hintergrund: 0,360 CPS
Zählrate Brutto: 0,923 CPS
Zählrate Netto: 0,563 CPS

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Sieht doch hübsch aus  :)

Pb-XRF, Rückstreupeak, Compton-Kante und ein schöner Photopeak. Leider ist der 32 keV Barium XRF-Peak unterhalb der minimalen Energie angesiedelt und daher nicht wirklich sichtbar.

Lennart

Winzige Fragmente von Uransekundärmineralien aus Menzenschwand in einem Glasgefäß.

Messdauer: 65k s
Nettozählrate: 14,2 CPS - 0,36 CPS = 13,84 CPS

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Darstellung ohne Glättung. Bis ca. 600 keV sehen die Peaks wie gemalt aus. Die hochenergetischen Peaks kommen in der Log-Darstellung deutlich besser raus.