Berthold Kontaminationsmonitor LB1210b

Begonnen von DG0MG, 19. Juli 2023, 22:03

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DL8BCN

Hallo Janni, das ist ein sogenannter Schalenkern.
Wenn man den Metallbügel abmacht kann man das Teil in 2 Hälften zerlegen.
Es befinden sich verschiedene Wicklungen mit Kupferlackdraht darauf.
Das der Draht durchbrennt ist sehr selten, fast ausgeschlossen.
Eventuell habe ich noch so ein Teil von einem defekten Berthold im Keller👍

Die Drähte Schwarz und Weiß sind verbunden mit der Hochspannungswicklung und haben bei mir ca. 3,7 kOhm.
Die anderen beiden Blau/Rot und Gelb/ Grün sind sehr niederohmig also Primärwicklungen mit ca. 0,5 und 0,7 Ohm.

Janni

So, es gibt Neuigkeiten. Der LB1210B funktioniert wieder.  :yahoo:  :yahoo:  :yahoo:

Danke Rainer erstmal für die Information mit dem Schalenkern, hab mir darüber erstmal ein YouTube Video angesehen und was neues gelernt.  :)

Und du hattest recht, der Draht war nämlich tatsächlich gar nicht durchgebrannt.  ;D Dennoch hatte ich ja zwischen dem roten und dem blauen Draht (also der einen Primärwicklung) immer so einen hohen Widerstand gemessen. Zuerst ungefähr 20 Megaohm, dann tatsächlich auch komplett Open Line. Es schwankte zeitweise etwas, aber egal wie oft ich gemessen hatte, der Widerstand von dieser Wicklung blieb immer hoch.

Alle Lötstellen an diesem Schalenkern sahen aber auf den ersten Blick gut aus und alle Kabel waren auch fest. Also dachte ich ja die ganze Zeit, diese eine Spule ist innen drin defekt. Ich hab dann also diesen Schalenkern von der Platine abgelötet und wollte die Spulen dann nochmal messen und gegebenenfalls auch diesen Metallbügel abnehmen und gucken, ob man da eine durchgebrannte Stelle an der Spule sehen kann.

Als ich den Schalenkern dann endlich von der Platine ab hatte (es war schon etwas mühsam...), hatte ich dann die Spulen einzeln gemessen und plötzlich war zwischen beiden (blau/rot und grün/gelb) tatsächlich der Widerstand etwa 0,5 Ohm.  :o  :unknw:

Ich hab daraufhin an den Drähten gewackelt und merkte dann, dass der blaue auch irgendwie sehr viel elastischer war als der rote, aber auch nur an einer Stelle, kurz bevor der am Pin angelötet war. Durch hin und her wackeln war dann der Widerstand mal ganz groß und mal wieder ganz klein. Das Kabel war einfach mal innen drin in der blauen Isolierung gebrochen, obwohl da ja an der Stelle nie eine mechanische Belastung drauf einwirkt.   :unknw:

Hab dann das blaue Kabel etwas gekürzt und wieder neu angelötet, alles zusammengebaut und beim Einschalten hörte man zum ersten Mal bei diesem Gerät auch die Hochspannung. Zählrohr noch dran gesteckt und es funktioniert!  :yahoo:

Eigentlich so ein simpler Fehler, aber muss man auch erstmal sehen, wenn es innerhalb der Isolierung ist.  :dance3:

Hier der abgelötete Schalenkern:
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Das Kabel, das in der Isolierung gebrochen war:
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Endlich stimmte der Widerstand:
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Schalenkern wieder angelötet (da rechts wo TR2 steht):
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Jetzt hab ich zwei die funktionieren.  :yahoo:
Der eine misst zwar etwas weniger und für den hab ich auch keinen Griff, aber das sind ja erstmal Nebensächlichkeiten  ;D
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Ach so, warum ich gestern bei der Spule ungefähr 3,5 Ohm gemessen hatte und heute 0,5 Ohm, das liegt wohl einfach an den Messpitzen. Hab heute mal andere genommen, weil ich irgendwie schon an allem gezweifelt hatte, weil sich das ja so komisch verhalten hatte. Jetzt ist ja alles geklärt.  ;D



NoLi

Zitat von: Janni am 04. Januar 2026, 16:32...
Das Kabel war einfach mal innen drin in der blauen Isolierung gebrochen, obwohl da ja an der Stelle nie eine mechanische Belastung drauf einwirkt.   :unknw:
...
:good2:
Dem ist nicht ganz so, denn durch das bei Betrieb erzeugte Magnetfeld treten auch geringe mechanische Schwingungen am/im Trafo auf.

Norbert

DL8BCN

Super Janni, daß du den Fehler gefunden hast.
Bei sehr niederohmigen Messungen sind die Messstrippen und Messspitzen wichtig, daß sie geringe Übergangswiderstände haben.
Klasse, daß du erfolgreich warst.
So macht Elektronik Spaß :yahoo:
Ein schönes "Fluke" hast du ja. Das ist schon mal gut!

Radioquant98

Hallo Janni,

wenn Du den Draht erstmal vom Isolierlack befreist , läßt er sich auch ordentlich löten. Dieser braun isolierte Draht ist nicht lötfähig - mußt Du erst den Lack abkratzen.

Viele Grüße
Bernd

Janni

Hm ja, wer weiß warum nun dieser blaue Draht im Inneren gebrochen war. Die Lötstelle von dem blauen Kabel an dem Stift sah auch nicht besonders aus (hab ich leider kein Foto von), aber gebrochen war er ja oberhalb der Lötstelle. Ob da schon mal vorher jemand was dran gemacht hatte oder ob sich da was losvibriert hat?  :unknw: 

Vor mir hatten auch schon andere an dem Gerät herumgebastelt. Soviel ist schon mal sicher, da fehlten Schrauben und es hatte auch jemand diesen Jumper für den Alarm abgenommen und eine Brücke an Masse gelötet, damit der Alarm komplett deaktiviert ist. Da klebte auch ein Aufkleber drin, auf dem das vermerkt war und ich konnte es anhand des Schaltplans nachvollziehen. Das wirkte allerdings professionell, ich denke das wurde irgendwann mal so auf Kundenwunsch geändert.

Aber wer weiß, wer da sonst noch so alles in der Zwischenzeit dran herumgepfuscht hat, und was das Gerät sonst so mitgemacht hat, ich hab den irgendwann mal von Ebay und kenne die Vorgeschichte nicht.  :unknw:

Hauptsache es läuft jetzt. Es ist immer so ein schönes Gefühl, wenn man etwas repariert hat und es dann wieder funktioniert  :yahoo:

Den Isolierlack hab ich einfach mit dem Lötkolben weggebrannt. Machen professionelle Leute vielleicht nicht so, aber funktioniert hat es ja.  :D

Das schöne Fluke hab ich schon ganz lange und das ist immer noch super. Das hat mir mein lieber Mann mal vor über 20 Jahren zum Geburtstag geschenkt, da hänge ich richtig dran.  :sun_bespectacled:

Radioquant98

Wenn es kein lötfähiger Draht ist, muß er abgekratzt werden. Dafür gibt es Lackkratzer. Einzige Vermutung von mir ist, es wurde der Isoschlauch mit einer falsch eingestellten Abisolierzange gekürzt. Ist die für dünnere Drähte eingestellt, schneidet die wie ein Seitenschneider ins Kupfer ein. Diese Schwachstelle wird durch das Zurechtbiegen und Vibrationenen der Spule mit der Zeit zum Bruch.
Naja, viel Lack ist aber nicht abgegangen ;)

Viele Grüße
Bernd