Flugwerft Oberschleißheim

Begonnen von Carcosa, 22. Februar 2026, 17:50

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DG0MG

Durch ein Telefonat konnte ich soeben verifizieren, dass im Raumfahrtmuseum Morgenröthe-Rautenkranz (dem Geburtsort vom ersten Deutschen im All Sigmund Jähn) ebenfalls eine V2-Brennkammer wie in Oberschleissheim steht, die aus dem Wasser in den Stollen von Mittelbau-Dora geborgen wurde. Auf Morgenröthe bin ich ursprünglich durch diese Webseite gekommen, aber die ist samt dem Foto mehr als 20 Jahre alt und das hätte nicht mehr stimmen müssen: https://leuband.de/v2engines/de/index.htm

Da muss *ICH* dann wohl mal mit Messgerät hinschauen.   :pioneer:   :yes:
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

DG0MG

Am Samstag war ich bei bestem Wetter in Morgenröthe-Rautenkranz:

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Leider war die Brennkammer in einer Vitrine, man kommt also nicht direkt ran:

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Ich bin aber der Meinung, eine signifikante Erhöhung hätte man trotzdem messen können, wenn sie denn überhaupt vorhanden wäre:

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Mit dieser einen Brennkammer kann ich also die Beobachtung aus Oberschleißheim nicht bestätigen.

Gestern führte mich der Weg nach Schmiedebach, in die KZ-Gedenkstätte "Laura":

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Leider darf man erst im Frühjahr gedenken, wie an der Schautafel zu lesen. D.h. die frühere Häftlingsbaracke mit der Ausstellung war nicht zugänglich. Nur das Außengelände mit Infotafeln kann man anschauen.

Blick durchs Fenster:

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Okay, Fortsetzung folgt.
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Lennart

Ich habe es jetzt endlich geschafft, der Gedenkstätte des KZ Mittelbau-Dora einen Besuch abzustatten. Das Gelände selbst ist grundsätzlich frei zugänglich, nur der Zugang zu den Stollen ist ausschließlich im Rahmen einer Führung möglich. Da die Anzahl der Teilnehmer auf 30 Personen begrenzt ist, sollte man sich unbedingt vorher anmelden. Der Preis für Erwachsene beträgt 7 €.

Zunächst mal sei erwähnt, dass die ursprünglichen Stollenmundlöcher nicht mehr existieren. Diese hatten die sowjetischen Besatzungstruppen bereits 1947 gesprengt, wie auch einige unterirdische Bereiche.

Im Bild erkennt man gerade zu das verschüttete ursprüngliche Mundloch von Fahrstollen B. Rechts kann man auch das neu geschaffene Portal erkennen, welches über einen Verbindungsstollen in den Fahrstollen A führt, dessen Mundloch ebenfalls gesprengt wurde.

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Blick auf das neue Mundloch:

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Dieses Foto aus der Ausstellung zeigt den ehemaligen Eingangsbereich des Fahrstollens:

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Der eigentliche Startpunkt innerhalb der ursprünglichen unterirdischen Anlagen liegt also ungefähr HIER, im vorderen Bereich von Fahrstollen A. Dort befindet sich ein großer Tisch, auf dem eine Stahlkonstruktion die Lage sämtlicher Stollen und Kammern der Anlage abbildet. Die gelben Segmente waren lediglich in Planung - fertiggestellt hat man davon nichts.

Zur besseren Übersicht gibt es HIER eine Darstellung aus der Vogelperspektive. Dort sieht man links die Gleise des Bahnhofs und das Gelände des Konzentrationslagers. Fahrstollen A mit seinem Mundloch liegt unten, Fahrstollen B verläuft parallel darüber. Der nachträgliche Verbindungsstollen ist nicht sichtbar.

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Besonderes Augenmerk gilt der Absperrung, die sich hinter dem Tisch befindet. Dahinter sollte man eigentlich das Triebwerk der A4-Rakete sehen. Jetzt könnte man sich fragen, warum der Bereich nicht beleuchtet ist. Vermutlich möchte man etwas Strom einsparen, denn wo nichts mehr zu sehen ist, braucht es auch kein Licht.

Mir war vor Ort gar nicht klar, dass das Triebwerk dort mal gestanden hat. HIER kann man noch sehen, wie das mal aussah. Meine Verwunderung war dementsprechend groß, als die Führung das Ende des zugänglichen Teils erreichte, von dem Triebwerk aber jede Spur fehlte.

Eine kurze Nachfrage bei der Führerin brachte "Klarheit". Sinngemäß wurde mir erklärt, dass das Triebwerk mal hinter dem Tisch gestanden hat, aber inzwischen nicht mehr dort ist. Auf die Nachfrage, wohin man es gebracht hat und ob es dort noch besichtigt werden kann, kam nur die Info, dass das Triebwerk inzwischen irgendwo auf dem Gelände eingemottet wurde und nicht mehr zugänglich ist. Satz mit x – das war wohl nix.


Gegenüber vom Tisch befindet sich eine Rampe, die auf den erhöhten Gehweg führt. Ab diesem Punkt setzt man keinen Fuß mehr auf den eigentlichen Boden der Anlage, der weitestgehend mit Schutt und verrosteten Stahlteilen überzogen ist - darunter z.B. Rumpfsegmente der V1.

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Hier sind noch einige Impressionen aus dem Stollensystem:

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Das Ende der Führung in der teilweise gefluteten Kammer, die mal drei Stockwerke hatte:

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Auf der Suche nach dem Triebwerk hat der RadiaCode-110 nie meine Hosentasche verlassen. In der Hoffnung, dass das Triebwerk etwas Th-232 enthält, habe ich von Anfang an einen Track aufgezeichnet. So hätte man im Optimalfall die Position des Ausstellungsstückes auf der Karte sichtbar gemacht.

Tatsächlich wurde ein Bereich mit leicht erhöhter Zählrate erfasst, was mir selbstverständlich erst daheim aufgefallen ist. Der fragliche Ort befindet sich direkt vor dem großen Appellplatz. Der Platz wurde nach Kriegsende nachgenutzt, z.B. für Veranstaltungen, Kundgebungen, usw.

Das riecht stark nach Wismutschotter  ;D

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Irgendwo links hinter der Lokomotive, muss sich der Bereich auf dem Schotterweg befinden. Die Lok sieht man auch auf der Karte, direkt südlich vom Hotspot.

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Kommando zurück! Tatsächlich habe ich noch ein passendes Bild gefunden. Es handelt sich lediglich um Mansfelder Schlackensteine, die ich scheinbar übersehen habe. Schotter liegt nur seitlich des Weges.

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DG0MG

Zitat von: Lennart am Gestern um 23:27Satz mit x – das war wohl nix.

Das ist ja ne Sauerei und wirklich sehr schade!
Zumal weiter hinten in den für den Publikumsverkehr unzugänglichen Stollen noch weitere Triebwerke im Wasser liegen.
Aber trotzdem vieklen Dank für den Versuch und den ausführlichen Bericht, @Lennart !

Vor einigen Jahren wurde sogar eine Monitoring des Wasserstandes installiert:

"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

DL3HRT

Zitat von: DG0MG am Heute um 08:38
Zitat von: Lennart am Gestern um 23:27Satz mit x – das war wohl nix.

Das ist ja ne Sauerei und wirklich sehr schade!
Zumal weiter hinten in den für den Publikumsverkehr unzugänglichen Stollen noch weitere Triebwerke im Wasser liegen.
Aber trotzdem vieklen Dank für den Versuch und den ausführlichen Bericht, @Lennart !

Vor einigen Jahren wurde sogar eine Monitoring des Wasserstandes installiert:

Ich kann ja meinen Bekannten, der für diese Grundwassermessstelle den Service macht, fragen ob er beim nächsten Mal den RadiaCode mitnimmt. Vielleicht kommt er bei der langen Wanderung zur Messstelle an Triebwerken vorbei. Er ist in der Regel 2x pro Jahr dort. Versprechen kann ich allerdings nichts.

Lennart

Der Besuch war trotzdem interessant. Ich habe mir anschließend genügend Zeit für den Rest der Ausstellung genommen und dazu noch das Gelände umrundet. Mich lässt nur die Frage nicht los, warum das Triebwerk entfernt wurde. Dafür muss es doch einen nachvollziehbaren Grund geben.

DG0MG

Ich denke, das zerfällt dort langsam. Es war ja nicht irgendwie konserviert, sondern stand im Fundzustand herum. Während das in "Laura" in meiner Erinnerung glänzte, als sei es mit Klarlack lackiert - vielleicht ist es mit Paraloid B-72 behandelt.

"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Lennart

Das ergibt Sinn, die Luftfeuchtigkeit in den Stollen ist extrem hoch. Sämtliche Oberflächen sind permanent feucht.