Halde Schacht 333

Begonnen von DG0MG, 19. März 2026, 16:41

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DG0MG

Der Staatsbetrieb Sachsenforst lässt durch die Firma "G.E.O.S. Ingenieurgesellschaft mbH" überprüfen, ob das Material auf der Halde des WISMUT-Schachtes 333 so GERING belastet ist, dass es einer "technischen Verwertung" zugeführt werden kann. Dazu werden durch die Firma G.E.O.S. die Ortsdosisleistungen bestimmt und die spezifische Aktivität von Proben festgestellt:


Dem Foto nach benutzt man dazu ein AUTOMESS 6150 AD6/E auf einer Szintillations-b-Sonde. Dazu ein GPS-Gerät an Haltestab und einen großen Feldbuchrahmen, vermutlich, um die vom 6150AD6 abgelesenen Messergebnisse zu notieren.

Der Schacht 333 war am Hang auf der anderen Seite des Tales der Halde Antonsthal Schacht 235, deren Masse ja augenscheinlich schon länger zur Schottergewinnung benutzt wird.

Was genau dem Sachsenforst für eine "technische Verwertung" vorschwebt, ist nicht beschrieben, aber man könnte ja mal Schotterung von Waldwegen annehmen.

Schacht 333 war bei  50.506301° 12.758910°, geteuft ab 12.08.1950 auf 232,68 Meter. Die Karte gibt schon einen Eindruck, wie das Gelände dort aussieht:

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oder auch das Reliefbild:

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Vielleicht schaut ja mal jemand hin und berichtet.
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Radiohörer

...es ist schon beängstigend, eigentlich skandalös!, was in De möglich ist, obwohl man sich 10 km SO in Tschechien ein gutes Beispiel nehmen könnte. Da wird jeder LKW durch die Detektoren gefahren, bei Alarm abgeladen und nach dem aktiven Stück(en) gesucht und ausgesondert. Östlich von Pribram wird alles vereinzelt und auf einem Förderband am Messgerät vorbei transportiert, ggf. ausgeschleußt.
Hier https://www.geigerzaehlerforum.de/index.php?action=dlattach;fs=83486;attach=40499;preview;image anscheinend nicht >:(

Haben die Behörden aus dem Skandal der Zweitverwendung der Fichtelgebirgshalden nichts gelernt?  :o
Oder muss jedes Bundesland für sich die selbe Erfahrung noch einmal machen???

Wäre mal interessant, wie tief im Sand/Schotter ein faustgroßes Stück Erz mit 100 µSv/h von der Szintillations-b-Sonde noch detektiert werden kann.
B-Sondenbesitzer vor: Halden in der Oberpfalz, Oberfranken und angrenzendem Tschechien kenn ich...

Lennart

Zitat von: Radiohörer am 19. März 2026, 23:01...es ist schon beängstigend, eigentlich skandalös!, was in De möglich ist, obwohl man sich 10 km SO in Tschechien ein gutes Beispiel nehmen könnte. Da wird jeder LKW durch die Detektoren gefahren, bei Alarm abgeladen und nach dem aktiven Stück(en) gesucht und ausgesondert. Östlich von Pribram wird alles vereinzelt und auf einem Förderband am Messgerät vorbei transportiert, ggf. ausgeschleußt.

Nun, so perfekt scheint dies in Tschechien auch nicht zu funktionieren  :)

Lennart

So, ich hab mir die Halde mal angeschaut. Die Anfahrt ist denkbar einfach. Man verlässt die Jägerhäuser Straße und biegt auf den Hirschsteinweg ab. Die ersten paar Meter ist dieser noch asphaltiert, danach folgt eine grobe Schotterpiste, die aber mit einem gewöhnlichen PKW befahrbar ist. Die Zufahrt ist nicht ausdrücklich verboten. Eine kleine Abzweigung nach rechts führt direkt zum Schacht und der dazugehörigen Halde, trotzdem sollte man noch einige Meter weiterfahren, bis man zu einer großen Abzweigung kommt. Dort ist der Weg so breit, dass das Parken am Rand problemlos möglich ist, ohne jemanden dadurch zu behindern.

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Der "Parkplatz":

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Die Abzweigung ist leicht zu erkennen. An einem Baum verweist ein Schild auf den "Rundweg Bermsgrün". Dem folgt man aber nicht, sondern begibt sich einige Meter zurück, bis man den Weg in Richtung Süden sieht, der auf Google Maps jedoch nicht eingezeichnet ist.

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Der Track des RadiaCode-110 verdeutlicht, was ich genau meine.

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Der nicht eingezeichnete Weg teilt sich nach kurzer Zeit auf, wobei man links zum Schacht und rechts zur Halde kommt. Der Weg zum Schacht ist teilweise mit Holzstämmen blockiert, damit niemand dort direkt vorfahren kann. Zudem ist der Weg mit Granitgestein geschottert, was in einer ganz leicht erhöhten Zählrate resultiert - zumindest mit dem Raysid. Der RC-Track zeigt davon nichts, das Gerät war in einem Meter über dem Boden befestigt. Ich würde den hellen Granit eher für Fremdmaterial halten.

Hier sieht man den ehemaligen Schacht. Der Bereich ist mit Stacheldraht eingezäunt, wobei dieser direkt im Zugangsbereich knapp 5 cm über dem Boden hängt. Frei nach dem von Freud beschriebenen "Todestrieb", sowie dem Motto "Gott ist mit die Doofen", habe ich den Bereich vorsichtig seitlich mit dem Fuß berührt  :)

Tatsächlich fühlt sich der Untergrund komisch an, der Fuß sackt etwas ein - das war genug Abenteuer für mich.

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Durch die Hangschüttung ist die Halde oben relativ flach und wird den Hang hinunter zunehmend steiler. Von oben sieht die Halde so aus:

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Von unten betrachtet sieht man auf dem folgenden Foto links den Weg und rechts den Steilhang der Halde selbst:

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Das Plateau der Halde ist stark bewachsenen, wobei teilweise kleine Tierpfade durch das Unterholz verlaufen.

Die Dosisleistung ist flächendeckend relativ gering. Hotspots gab es nur sehr wenige, ich kann mich an drei Stück erinnern. Der gemessene Maximalwert war, wohlgemerkt mit dem RC-110, im direkten Kontakt bei ca. 2,5 µSv/h. Ein anderer Hotspot kam auf ca. 1 µSv/h. Graben brachte keinen Erfolg, vermutlich handelt es sich um kleine Krümel. Ohne Raysid hätte ich nichts davon überhaupt gefunden.

Der Track zeigt nur einen Hotspot, weil ich erst später auf die Idee kam, überhaupt einen aufzuzeichnen. Ich halte die Freigabe für eine Weiterverwendung des Materials - was immer damit genau gemeint ist - für vertretbar. Verglichen mit anderen Halden des Uranbergbaus ist das hier deponierte Gestein meiner Meinung nach harmlos - in vielen Steinbrüchen gibt es mehr Uranerze zu finden, Beispiel: Steinbruch Kirchberg.

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Fazit:
Die Halde ist weder mineralogisch, noch radiologisch in irgendeiner Weise interessant. Das Volumen ist auch nicht besonders groß, ich wüsste also nicht, was man mit der Menge an Schotter anfangen möchte. Zumal das Gelände für schweres Gerät nicht besonders gut zugänglich sein dürfte.

DG0MG

Danke für den ausführlichen Bericht!

Dass dort zumindest nach Oberflächenmessung nichts sonderlich aktives zu finden ist, ist ja auch ein Ergebnis.

Wenn sie dei Halde tatsächlich anschneiden, kann man ja auch an tieferen Stellen nochmal schauen.
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