280 Bq/m3 in Wohnraum

Begonnen von Hubo, 30. März 2026, 14:22

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Hubo

Hallo liebes Forum,
Ich gehöre wohl hier zu den Radiophoben hier.

Vor zwei Wochen habe ich mir einen RadonEye RD200 gekauft und bin seitdem fleißig am messen. Ich bin aktuell wegen den Messwerten etwas verwundert. Ich habe keinen Keller, sondern einfach nur ein Haus mit Bodenplatte im Erdgeschoss. Ich messe in meinen Wohnräumen tagsüber Werte zwischen 50 und 150 Bq/m3.
Über die Nacht bis zum Morgen steigen die Werte auch zum Teil bis auf 280 Bq/m3.
Ich lese im Internet immer wieder, dass die Werte nicht über 100 steigen sollten.
Habt ihr jemand eine Idee, wie ich Maßnahmen gegen die hohen Radonwerte ergreifen kann?

Würfel

Hallo Hubo,

Wilkommen hier im Forum und viel Spass und gute Informationen!

Eine Radonmessung über 2 Wochen ist noch nicht besonders aussagekräftig. Der Referenzwert für eine Handlungsempfehlung liegt bei 300 Bq/m3, für den Durchschnittswert einer möglichst 3 monatigen Langzeitmessung jeweils einmal im Winter- und Sommerhalbjahr.
Der Radonwert schwankt zudem sehr stark mit dem vorherrschenden Luftdruck, also Tiefdruck = viel Radon und Hochdruck = weniger Radon. Windstille bedeutet mehr und Wind eher weniger Radon.
Im Winterhalbjahr wird weniger gelüftet, daher mehr Radon im Haus, im Sommer wieder vermehrtes Lüften, daher weniger Radon im Haus.

Allgemein die einfachste Möglichkeit, die Radonwerte zu senken, ist regelmässiges kurzes Stosslüften in Windrichtung quer durchs Haus. Siehst Du nach ca. 30 min schon am Radoneye.

Eine nachträgliche Abdichtung der Bodenplatte ist recht aufwendig und teuer.
Möglich wären auch eine Lüftungseinrichtung (gibt es mit Wärmerückgewinnung und auch mit Steuerung durch einen Radonsensor).
Eine weitere aufwändige Senkungsmöglichkeit sind spezielle Radonbrunnen aussen am Haus, an die ein ringförmig umschließendes Drainagesystem angeschlossen wird. Im "Gas"-Brunnenschacht ist ein Gebläse, das das abgezogene Radon aus der Bodenluft mit einem Abluftrohr über den Dachfirst hinausbläst.

Zumindestens Deine bis jetzt gemessenen Werte sind im Durchschnitt aber eher als mehr oder weniger unproblematisch einzuschätzen, da ist regelmässiges Lüften morgens und abends wohl ausreichend.
Nicht der einzelne Höchstwert zählt, sondern die langfristige Durchschnittsbelastung, daher länger messen.

Schöne Grüße
Stefan

Hubo

Vielen vielen Dank Stefan,
Das beruhigt mich schon etwas.

Würfel

Hallo Hubo,

noch was, ich weiss nicht ob das bei Dir zutrifft:

Wenn ein Holzofen im Haus betrieben wird, der keinen Verbrennungsluftanschluss von aussen besitzt, entsteht im Haus durch den Kaminzug ein geringer Unterdruck (wie auch beim Betrieb einer Dunstabzugshaube bei geschlossenen Fenstern). Das begünstigt auch den Eintritt von Radon ins Haus, vor allem bei gut gedämmten, abgedichteten Häusern.
Dagegen kann, wenn möglich, ein zeitweilig leicht gekipptes Fenster entgegen der Windrichtung (natürlich nur bei Wind) einen ganz geringen Überdruck im Haus erzeugen, das mindert die Radonwerte meßbar.
Lüften nur auf der windabgewandten Seite kann einen ganz geringen Unterdruck verursachen, was die Radonwerte erhöhen kann.

Stefan