Atomar, biologisch, chemisch - wie Karlsruhes ABC-Zug für den Notfall mit Nuklea

Begonnen von NoLi, 02. April 2026, 17:59

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"Atomar, biologisch, chemisch - wie Karlsruhes ABC-Zug für den Notfall mit Nuklearmaterial trainiert

 Strahlen-Alarm: Einsatzkräfte der Spezial-Einheit üben den Ernstfall mit Radioaktivität! Strahlenschutz ist in Karlsruhe Teamwork - und das seit 25 Jahren.
Von Katharina Peifer | 27.03.26, 19:44 Uhr

Was viele nur aus Science-Fiction-Filmen kennen, ist für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte des Karlsruher ABC-Zugs, die spezialisierte Einheit für Einsätze mit atomaren, biologischen und chemischen Gefahrstoffen der Feuerwehr Karlsruhe wohl Alltag.

Anlässlich des 25. Jubiläums der interkommunalen Zusammenarbeit zwischen Stadtkreis und Landkreis, das heißt, im Bereich Strahlenschutz arbeitet der Strahlenschutzzug des Landkreises mit dem ABC-Zug zusammen, gibt die Spezial-Einheit einen Einblick in ihre Aufgaben.

Wie sieht die Arbeit mit radioaktivem Material bei der Feuerwehr aus?

Philipp Moisé, Abteilungskommandant beim ABC-Zug in Karlsruhe, sagt gegenüber der Redaktion vor Ort: ,,Wir üben gemeinsam mit dem Strahlenschutzzug des Landkreises. Wir haben auch schon gemeinsam Einsätze mit Nuklearmaterial gehabt. Wir bilden uns vor, prüfen Geräte und sind auch als Fachberater tätig, wenn Bedarf da ist."
Wie nimmt man eine radioaktive Probe, um sie beispielsweise in einem Labor auswerten zu können? Und wie funktioniert die Abschirmung von radioaktivem Material? ,,Dazu haben wir einen Strahler, einen Prüfstrahler, der mit verschiedenen Materialien abgeschirmt werden kann und so können wir messen, was je nach Abschirmung an Strahlung noch durchkommt", erklärt Philipp Moisé, Abteilungskommandant beim ABC-Zug in Karlsruhe, gegenüber der Redaktion vor Ort.
Auch das Messen von Kontamination gehört zu den Übungen des ABC-Zugs. ,,Dazu haben wir ein Whiteboard ausgelegt, mit kleinen Prüfstrahlungen unten drunter, wo die Messenden nicht wissen, wo die Strahler sind", sagt Moisé. Mit einem Messgerät muss nun definiert werden, wo der Strahler versteckt ist.
Und zuletzt müssen auch die Transportbehälter, die Verpackungen des radioaktiven Materials gemessen werden.

ABC-Zug Karlsruhe zählt 30 Ehrenamtliche

Der ABC-Zug besteht aus 30 Einsatzkräften, aus dem Stadtgebiet Karlsruhe, die ehrenamtlich in ihrer Freizeit bei der Feuerwehr mitmachen und sich speziell für dieses Thema ABC, in Karlsruhe hauptsächlich für atomar und chemisch interessieren.

Schönleber gründet Strahlenschutzzug im Landkreis 1999

Der Strahlenschutzzug des Landeskreises wurde 1999 von Ralf Schönleber, dem heutigen Einheitsführer, ins Leben gerufen. ,,Ich wurde also 1999 von unserem damaligen Kreisbrandmeister eigentlich dazu aufgefordert, weil ich der Feuerwehrkommandant der Stadt Philippsburg zu der Zeit war und Philippsburg und Kernkraft, das ist ja eine Einheit", sagt er gegenüber der Redaktion vor Ort.

Laut Schönleber waren es glückliche Umstände, wie die der junge Strahlenschutzzug auch mit der Stadt Karlsruhe zusammenkam. Denn im Landkreis setzen sich die Teileinheiten aus Bruchsal, Bretten, Eggenstein, Lepoldshafen, Malsch, Philippsburg und der Werkfeuerwehr des K.I.T. zusammen.

Der Einheitsführer ergänzt: ,,So entstand diese Zusammenarbeit. Damals wusste ich noch gar nichts über den Begriff interkommunale Zusammenarbeit, der ja heute ganz hoch im Kurs steht durch die knappen Mittel der Kommunen. Und die Ehe hält jetzt zur silbernen Hochzeit und hoffentlich auch zur goldenen, wahrscheinlich in anderer Besetzung." Die Zusammenarbeit sei zudem besonders wichtig, da Strahlenschutz keine Aufgabe einer kleinen Gruppe sei, es erfordere viel Personal und auch viel Material.
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( https://www.ka-news.de/karlsruhe/blaulicht/atomar-biologisch-chemisch-feuerwehr-karlsruhe-uebt-strahlenschutz-113855964)  Mit Bildern

Norbert

NoLi

Und noch ein Artikel mit Bilder:

"Stadt und Landkreis Karlsruhe feiern Jubiläum im Strahlenschutz
25 Jahre gebündelte Kompetenz

 © Stadt Karlsruhe/Thomas Riedel

Seit 25 Jahren arbeiten die Stadt und der Landkreis Karlsruhe im Strahlenschutz eng zusammen. Dieses Jubiläum würdigten sie kürzlich bei einer feierlichen Veranstaltung. Die Kooperation, die ihren Ursprung in ersten Kontakten mit der Werkfeuerwehr des KIT und dem ABC-Zug der Stadt hat, ist mittlerweile heute eine unverzichtbare Säule des regionalen Bevölkerungsschutzes, betonten die Verantwortlichen bei der Feierstunde.

Vor dem offiziellen Festakt erhielten die Gäste bei einer Stationsausbildung Einblicke in die Arbeit der Einsatzkräfte. Dabei wurden unter anderem Messtechnik, Einsatzabläufe und die Leistungsfähigkeit der Einheiten anschaulich dargestellt. Bürgermeisterin Bettina Lisbach hob die Relevanz dieser Partnerschaft hervor: Von den ersten gemeinsamen Übungen in der Appenmühle bis zu Einsätzen wie 2012 in Bad Schönborn oder 2015 auf der A5 hat sich die Vernetzung der Feuerwehreinheiten stets bewährt. ,,Ein Vierteljahrhundert gemeinsamer Einsatz zeigt, wie erfolgreich Einsatzkräfte zusammenarbeiten können, wenn es um die Sicherheit unserer Bürger geht", sagte Lisbach.

Aktuelle Sicherheitslage erfordert starke Zusammenarbeit

Angesichts globaler sicherheitspolitischer Entwicklungen gewinnt die Notfallvorsorge für sogenannte CBRN-Lagen (chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren) wieder an Bedeutung. Feuerwehrkommandant Florian Geldner betonte, dass Zivilschutz-Szenarien heute als realistische Risiken gelten. ,,Diese interkommunale Kooperation unterstreicht, wie wichtig gemeinsame Ausbildung, regelmäßige Übungen und der Austausch von Fachwissen für einen leistungsfähigen Bevölkerungsschutz sind", erklärte Geldner. Lisbach und Geldner dankten allen Einsatzkräften sowie Ausbildern herzlich, die diese Partnerschaft über Jahrzehnte getragen, gestaltet und kontinuierlich weiterentwickelt haben. (kau)
 © Stadt Karlsruhe, Thomas Riedel

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 14/15 am 4. April 2026.
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(https://www.karlsruhe.de/stadt-rathaus/aktuelles/meldungen/stadt-und-landkreis-karlsruhe-feiern-jubilaeum-im-strahlenschutz)