ARTE Doku "Tschernobyl - Der Insiderbericht" (2026)

Begonnen von Lennart, Gestern um 01:56

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Lennart

Tschernobyl - Der Insiderbericht

Eine dreiteilige Dokumentationsreihe über den Reaktorunfall von Tschernobyl von Martin Gorst und Alessandra Bonomolo aus dem Jahr 2026. Laufzeit insgesamt knapp 160 min.

Links zu den drei Teilen auf YouTube (Kanal von ARTEde):

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Link zur Doku in der ZDF Mediathek HIER.

Die Videos direkt im Forum einzubinden lohnt sich nicht, da sie nur bis zum 06.06.2026 verfügbar sind.

Meine Meinung:

Zum Thema des Reaktorunfalls von Tschernobyl gibt es unzählige Dokus, Filme, Serien, Bücher und auch genügend originales Videomaterial auf YouTube. Der Unfall selbst ist nun fast 40 Jahre her. Ich denke, eine nagelneue und zudem noch dreiteilige Dokumentarreihe mit dem Titel "Insiderbericht", muss sich an allem messen, was zuvor produziert wurde. Dabei versagt "Der Insiderbericht" aber, bzw. wird den hohen Erwartungen nicht ansatzweise gerecht. Grundsätzlich schlecht ist die Doku-Reihe zwar nicht, aber es bestand bei mir zumindest die Hoffnung, Bilder zu sehen, die man so noch nicht gesehen hat. Vielleicht sogar einige neue Erkenntnisse zu gewinnen, oder zumindest neue Fragen aufzuwerfen, die man sich selbst nie gestellt hat. Möglicherweise ist zum Thema "Tschernobyl" schon alles gesagt - was ich ehrlich gesagt nicht glauben mag. An finanziellen Mitteln kann es jedenfalls nicht gefehlt haben, immerhin ist die Reihe in Koproduktion mit dem ZDF entstanden, wobei auch ARTE, CNN und National Geographic mitgewirkt haben. Ich sehe auch keinen wirklichen Grund, warum die lange Laufzeit notwendig war. Vergleichbare Dokumentarfilme haben in 50 Minuten eine ähnliche Informationsdichte, oder nehmen sich alle Zeit die sie brauchen, um komplexe Zusammenhänge minutiös darzustellen, wie z.B. die zehnteilige Vietnam-Doku von Ken Burns, die ARTE ebenfalls ausgestrahlt hat.

Ich bin gespannt, ob nur ich das so sehe.

NoLi

#1
Zitat von: Lennart am Gestern um 01:56Tschernobyl - Der Insiderbericht
...
Ich bin gespannt, ob nur ich das so sehe.
Ich finde, eine im zeitlichen Ablauf gut gemachte Dokumentation mit entsprechendem originalem sowjetischen Videomaterials. Sicherlich hätte man die Zeit raffen können, dies wäre aber nur auf Kosten des Videomaterials möglich gewesen und hätte dadurch so manch visuell unterstützte Entscheidung verschleiert.

Norbert

Lennart

Klar, handwerklich kann man der Doku nicht viel vorwerfen. So wie ich Dich einschätze, hast Du vermutlich schon einige Dokumentarfilme über Tschernobyl gesehen. Daher wäre es mal interessant zu wissen, ob diese fast dreistündige Dokumentation Deiner Meinung nach etwas bietet, was man so nicht schon x-mal gesehen hat?

Eine solide Doku abzuliefern ist nicht verkehrt, aber ich muss mich als Macher doch fragen, was genau meine neue Serie von hunderten anderen Beispielen abhebt.

NoLi

Einzelne der Originalszenen waren schon häufig zu sehen, aber nicht in diesem doch recht detaillierten zeitlichen Zusammenhang und Ablauf.

Norbert

Radiator

Ich hab diese Doku noch nicht gesehen, aber dafür neulich "Oppenheimer", ein 3-Stunden-Monster.

In einer Filmkritik las ich, da müsse man sich erst durch zwei Stunden Reisrand durcharbeiten, bis man an den Kern der Sache kommt. :)

Kann sein, daß niemand über 30 oder gar 40, 50 jemals wieder mit aktuellen Dokumentationen klarkommt. Einfach, weil sich die letzten Jahrzehnte alles so dermaßen verändert hat. Mir reichen schon Flackerschnitte, Discostampf-Untermalung und wildes Herumgendern, um sofort keinen Bock mehr zu haben.

Ist mir bei der Reihe "Mayday" (Flugunfälle) so gegangen. Irgendwann bei Staffel 5 oder 7 oder so wurde es für mich unerträglich. Obwohl das Thema dasselbe blieb und die Reihe auch, wurde es immer reißerischer, immer mehr Wiederholungen (vermutlich weil für den Amimarkt mit immer mehr Werbepausen gemacht).

Ach ja, diese nervige "Vorschau" in den ersten 30 Sekunden auf das was kommt geht mir auch auf den Sack. Können meinetwegen Youtuber aus Amiland machen, aber nicht (ÖRR-)Dokus.

NoLi

Jeder hat ein individuelles Empfinden beim betrachten der Dokumentationen, und das ist auch gut so!

Norbert