ARD-Doku: Tschernobyl 86 - Der Super-GAU

Begonnen von NoLi, 14. April 2026, 18:47

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

NoLi

Ard-Dokumentation, vollständig mit Originalaufnahmen:

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Tschernobyl 86 - Der Super-GAU
13.04.2026 ∙ Tschernobyl 86 - Der Super-GAU ∙ ARD

https://www.ardmediathek.de/video/tschernobyl-86-der-super-gau/tschernobyl-86-der-super-gau/ard/Y3JpZDovL3JiYl85MTU2MDg2Zi00ZTI5LTRmMWEtODllMC05M2I1ZTQ5Y2UxZThfcHVibGljYXRpb24

Norbert

DG0MG

WOW!
Faszinierend, wie ausgesprochen fesselnd eine Dokumentation sein kann, die eigentlich nur eine Aneinanderreihung von 40 Jahre alten Filmaufnahmen und Fernsehmitschnitten ist. Da sind tausende Stunden Material gesichtet worden. Kein einseitig belehrender Kommentar, der die Meinung des Zuschauers formen soll. Keine "Experten", die vor irgendeiner Phantasiekulisse ihre gutbezahlte Meinung kundgeben.

Dass man beim ÖRR soetwas noch kann, macht echt Hoffnung.
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

DG0MG

Bemerkenswerte Stellen:

  • 7:37 min Bundesinnenminister Zimmermann: "Gefährdung ist absolut auszuschliessen"
  • 10:35 min Der Bundesinnenminister untersagt dem Deutschen Wetterdienst, die Radioaktivitätsmesswerte bekannt zu geben
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Lennart

Zitat von: DG0MG am 14. April 2026, 20:09Faszinierend, wie ausgesprochen fesselnd eine Dokumentation sein kann, die eigentlich nur eine Aneinanderreihung von 40 Jahre alten Filmaufnahmen und Fernsehmitschnitten ist. Da sind tausende Stunden Material gesichtet worden. Kein einseitig belehrender Kommentar, der die Meinung des Zuschauers formen soll. Keine "Experten", die vor irgendeiner Phantasiekulisse ihre gutbezahlte Meinung kundgeben.

Ich stimme zu! Das ist die Art von Doku, die ich mir gerne anschaue. Hier erzählt sich die Geschichte sozusagen selbst, so wie sie die Menschen damals erlebt haben. Ich brauche auch keine junge Historikerin, die alle 10 Minuten zwei Sätze an Allgemeinwissen beiträgt und sich dabei andauernd verhaspelt, wie es in der ARTE Dokumentation der Fall ist. In beiden Dokus wird sehr viel originales Filmmaterial genutzt, aber wie man sieht, kommt es eben auch auf die Art der Nutzung an.

Ein ähnliches Beispiel ist "Unter Kontrolle - Eine Archäologie der Atomkraft", wo dem Zuschauer auch die Möglichkeit gelassen wird, das Gesagte und Gezeigte selbst einzuordnen - und zu bewerten.

miles_teg

Danke für den Hinweis, das hätte ich sonst als Nicht-Fernseher verpasst.
Ich stimme zu, der Ansatz über reine Archivaufnahmen wirkt heutzutage außergewöhnlich ausgewogen.
Trotz allem würde ich persönlich das Fazit der Unvoreingenommenheit nicht vollkommen unterschreiben wollen. Die Auswahl der gezeigten Aufnahmen stellt auch eine Aussage dar. Zum einen wissen wir nicht, was es an Material der "Gegenseite" (also z.B. der Atomindustrie in DE) gab. Ich kann mir nicht vorstellen, das es nicht auch Diskussionsrunden gab, in denen das zumindest thematisiert wurde. Und auch wenn die Auswahl die damalige Pressesituation ausgewogen abbilden sollte, so wird, zumindest für mich, eine Ausrichtung klar, entweder der Autoren und zumindest der damaligen Presse. Das mag mit der Situation in der Bundesrepublik  zu dieser Zeit zu tun haben, mit dem Aufstieg der Grünen und der Anti-Atom-Bewegung. Die Vertreter dieser Seite (J.Fischer) tauchen in den gezeigten Aufnahmen jedenfalls mehrfach auf. Und ja, im Nachhinein ist es immer einfach "schlau" zu sein. Das aber, wie so häufig, berechtigte Kritik mit politischer Agenda vermischt wird, ist überdeutlich.
Bei 49:15 spricht ein Professor von "Zehntausenden Toten in Berlin", sollte es in einem DDR-Kraftwerk einen Unfall geben. Und damit hat der olle Ede Schnitzler vom Schwarzen Kanal bei 46:39 die Situation jedenfalls nicht unzutreffend beschrieben, auch wenn da ebenfalls die politische Agenda ganz klar durchscheint.
Gut gefallen hat mir diesbezüglich die Inselärztin auf Hiddensee bei 1:07:58: "Es ist vielleicht bei ihnen vielleicht ein bisschen übertrieben, bei uns sicher sehr untertrieben."