Radioaktive Ampullen in Chemnitzer Waldstück entdeckt: Feuerwehr im Einsatz

Begonnen von NoLi, 05. Mai 2026, 21:14

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NoLi

Zitat von: DG0MG am 10. Mai 2026, 22:20...
Wenn Du die Maus auf die roten Punkte in der Karte stellst, wird das auch angezeigt.
...
Ich kann unter dem Link die Karte nicht aufrufen.
Wenn ich diesen Link anwähle, hängt sich mein PC auf, lässt keine weiteren Funktionen und Tastendruck mehr zu und kann nur mit einer Zwangsabschaltung und einem Neustart resetet werden.

Norbert

DG0MG

Zitat von: Lennart am 10. Mai 2026, 22:46aber wo man dort drei mal "o" unterbringt, da musste ich dann doch das Internet bemühen

Dann hat das Forum seinen Bildungsauftrag erfüllt! Hilfe zur Selbsthilfe :)
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!


DG0MG

Aha, die Geschichte ist noch nicht zu Ende!

Jetzt gibts sogar mal Fotos der Ampullen aus der Nähe. Der Fotograf ist aber derselbe Pressefotograf, der die bereits bekannten Fotos geschossen hat. Die Fotos wurden also bisher zurückgehalten. Ich kann die Ampullen jetzt auch noch nicht deuten. Medizinische sind es jedenfalls nicht, denn sie haben keine Verjüngung, an denen man sie anritzen und aufbrechen könnte. Der Inhalt wird als "grünlich" beschrieben, vielleicht war das der Auslöser, warum man etwas radioaktives vermutete und deswegen überhaupt erstmal gemessen hat.
Auf dem Foto der Freien Presse (das offenbar ein Ausschnitt aus einem größeren Foto ist) schätzt man die Ampullen vielleicht 10-12 mm oder fingerdick im Durchmesser und vllt. 5-7 cm lang.  Aber im Artikel von TAG24 ist der Daumen des Fotografen mit drauf und mit diesem als Größenvergleich sieht man, dass sie viel kleiner sind: Vielleicht 5-6 mm im Durchmesser? Was meint Ihr?



https://www.freiepresse.de/chemnitz/nach-chemikalienfund-in-chemnitz-wir-machen-uns-gedanken-artikel14247770
https://archive.is/iXaXq

"Nach Chemikalienfund in Chemnitz: ,,Wir machen uns Gedanken"
Von Michael Müller

Welche Gefahren lauern auf dem ehemaligen Militärgelände im Stadtteil Ebersdorf? Diese Frage treibt nicht wenige Anwohner um. Erstmals schildert die Finderin der gefährlichen Ampullen ihre Eindrücke.
Chemnitz.

Eine Woche nach dem Fund gefährlicher Chemikalien in einem Wald im Chemnitzer Stadtteil Ebersdorf machen sich Anwohner weiterhin Sorgen, dass dort noch mehr problematische Funde auftauchen könnten. Eine Frau hatte in dem einst von der sowjetischen Armee genutzten Areal am Rande eines Pfades größere Mengen Ampullen gefunden und den Behörden gemeldet. Der Inhalt und der Zustand erwiesen sich bei Untersuchungen als derart heikel, dass das Gelände schließlich abgesperrt und der Fund vor Ort gesprengt werden musste.

,,Wie ausgegraben und hingekippt"

Worum genau es sich handelt, das haben Polizei und Umweltbehörden bislang nicht bekannt gegeben. Die Rede war von ,,teils explosivem, giftigen, krebserregenden und nicht transportfähigem" Material. Die Untersuchungen dauerten an, hieß es Ende vergangener Woche.

Nicht auszuschließen ist, dass Personen direkt mit den gefährlichen Stoffen in Kontakt gekommen sind. In dem Waldgebiet und auch an der Fundstelle seien immer wieder Menschen unterwegs, darunter Kinder mit Mountainbikes, schildert die Finderin Anne Z. (Name der Redaktion bekannt) der ,,Freien Presse". Sie sei an jenem Montagabend mit ihrer Labradorhündin Gisela spazieren gewesen, als sie auf die Ampullen stieß. Einige seien bereits aufgebrochen gewesen, erzählt die 30-Jährige. ,,Es wirkte wie ausgegraben und hingekippt." Vorsichtshalber habe sie noch vor Ort die 110 gewählt und von dem Fund berichtet.

,,Liegt da noch mehr?"

Gesichert und abgesperrt wurde das Areal aber offenbar erst im Laufe des kommenden Tages. ,,Ich war am nächsten Morgen nochmal dort unterwegs", erzählt Anne Z. ,,Da lag das alles immer noch offen herum."

Das Gelände und seine Geschichte ist in Ebersdorf gut bekannt. Auch, dass es dort nicht ungefährlich ist. Es gibt Ruinen, offene Schächte. ,,Wir machen uns hier schon Gedanken und würden uns wünschen, dass noch einmal weiträumiger untersucht wird", äußert Kristin S., eine weitere Anwohnerin. Immer wieder seien auf dem Areal Jugendliche, Kinder und auch Sondengänger unterwegs, die offenbar nach Schätzen suchten. ,,Man fragt sich, ob hier noch weitere giftige und gefährliche Stoffe im Boden sind." (micm/bomm)
"


und

https://www.tag24.de/chemnitz/lokales/nach-raetselhaftem-ampullen-fund-in-chemnitz-an-der-alten-russen-kaserne-waechst-die-anwohner-angst-3497959
https://archive.is/ohclq

"Nach rätselhaftem Ampullen-Fund in Chemnitz: An der alten Russen-Kaserne wächst die Anwohner-Angst

Von Linus Tresselt
Chemnitz - Der mysteriöse Ampullen-Fund sorgt weiter für Unruhe in Ebersdorf: Gut eine Woche, nachdem hochgiftige und explosive Stoffe auf dem ehemaligen russischen Militärgelände entdeckt wurden, wächst bei den Anwohnern die Sorge. Die gefährlichen Ampullen und Gefäße waren Donnerstag von Experten des LKA kontrolliert gesprengt und verbrannt worden. Aber ist die Gefahr jetzt wirklich gebannt?

Anwohnerin Anne (30) hatte die Behälter am 4. Mai in der Nähe eines Waldweges an der Irmtraud-Morgner-Straße entdeckt, als sie mit ihrem Hund spazieren ging. Mithilfe ihres Handys recherchierte sie die Fundstücke und alarmierte die Polizei.
"Nachdem der Hinweis auf eventuell gefährliche Stoffe kam, wählte ich sofort die 110", berichtet Anne. Gegen 16 Uhr trafen die Einsatzkräfte der Feuerwehr ein, um die Ampullen zu begutachten und das Gelände zu sichern.
Generell ist das ehemalige Militärgelände, das 1992 von der Roten Armee völlig vermüllt verlassen wurde, mit Vorsicht zu genießen. Neben Ruinen gibt es auf dem Gelände auch einige offene Schächte sowie Gullys, in denen es mehrere Meter in die Tiefe geht.

"Wir machen uns hier schon Gedanken. Immer wieder sehen wir Jugendliche, Kinder und auch Sondengänger, die offenbar nach kostbaren Schätzen suchen", berichtet Anwohnerin Kristin S. (35).
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"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Lennart

Das ist ein irres Beispiel dafür, wie einem das Gehirn eine vermeintliche Größe vorgaukeln kann, wenn es gar keine Referenz gibt. In der Makrofotografie beharren einige Leute darauf, dass die Bildbreite immer angegeben werden muss. Hier sieht man auch, dass das wirklich nicht ganz unwichtig ist.

Mit dem Daumen im Bild würde ich z.B. auch von 5-6 mm im Durchmesser ausgehen, bei vielleicht 25-30 mm Länge.

Es wirkt aber so, als ob die Maße unter den Ampullen leicht variieren. Das kann natürlich auch eine optische Täuschung sein.

Banev

Mit dem Daumen im Bild würde ich die Größe auch so schätzen wie @Lennart. Es scheint allerdings, anders als z.B. bei medizinischen Ampullen, keine Sollbruchstelle zu geben, als ob sie nicht dafür gedacht wären, wieder geöffnet zu werden, um den Inhalt zu entnehmen.

Was mich auch wundert: Im Artikel stand, ›die Untersuchungen dauerten an‹. Heißt das, man wusste noch nicht genau, was es ist, hat es aber trotzdem auf einem frei zugänglichen Gelände gesprengt?

DG0MG

Ja, so in etwa. Die Polizei schätzte die Ampullen auf Grund uns bisher nicht bekannter Ergebnisse als nicht transportfähig ein. Da bleibt aus deren Sicht nur die Vernichtung vor Ort.

Wie die Bewertung "explosiv, giftig, krebserregend" zustande kam, wissen wir nicht, vielleicht hat man so ein modernes Diagnosegerät von Thermo rangehalten, das dann irgendwelche Vermutungen ausspuckt.
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Peter-1

Gruß  Peter

Z. Erfall

Zitat von: Peter-1 am Gestern um 23:14Klingt fast wie Pikrinsäure  :unknw:

Genau diesen Gedanken hatte ich auch die ganze Zeit, jedoch passt "krebserregend" dann eigentlich nicht und nun, nach den Fotos, hat sich das denke ich auch fast ganz erledigt, denn bei Prikrinsäure handelt es sich grundsätzlich um einen gelben, kristallinen Feststoff, der Inhalt der Ampullen ist jedoch, zumindest soweit man es sehen kann, flüssig und eher farblos. Wenn Pikrinsäure, dann also wohl eher gelöst, was dann zum Problem werden könnte, wenn Ampullen zerbrechen und die Flüssigkeit langsam eintrocknet. Am Ende aber auch alles nur Spekulation - wir wissen ja auch nicht, ob das überhaupt die "Problemfunde" waren oder ob es gar verschiedene Stoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften waren, auf den ersten Bildern waren ja auch noch andere Dinge zu sehen, ich meine mich an würfelförmige Dosen o.ä. zu erinnern...

ChatGPT schlägt nach Foto- und Presserecherche folgendes vor, da würde ich rein spekulativ tendenziell sogar fast erst einmal mitgehen:

Die wahrscheinlichste Gesamtinterpretation
Am plausibelsten wirkt eine Mischung aus:

  • alten militärischen Laborchemikalien,
  • explosiv alternden organischen Stoffen,
  • möglicherweise nitrierten oder chlorierten Verbindungen,
  • eventuell arsenhaltigen Spezialchemikalien.

Besonders die Kombination:

  • ,,explosiv",
  • ,,krebserregend",
  • ,,nicht transportfähig",
  • alte Glasampullen,
  • sowjetischer Militärstandort

passt sehr gut zu gealterten organischen Chemikalien mit Kristallbildung, insbesondere pikrinsäure- oder peroxidbildenden Substanzen.


VG

ZE