Dosimeter Master 1 - Дозиметр Master 1

Begonnen von DL3HRT, Heute um 10:46

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DL3HRT

Heute möchte ich euch einen interessanten russischen Geigerzähler vorstellen, den Dosimeter Master 1. Er verfügt über einige ungewöhnliche konstruktive Details. Der "Dosimeter Master 1" wurde in verschiedenen Versionen gebaut. Mein Gerät stammt von 1991.

Der Dosimeter Master 1 kommt verhältnismäßig klein und schlank daher (L x B x T: 123 mm x 44 mm x 15 mm). Mit Batterien wiegt er 79 g.
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Auf der Rückseite ist ein Federclip angebracht. Damit kann man das Gerät an einem Gürtel oder einer Hemdtasche befestigen.
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Da sind wir auch gleich beim ersten konstruktiven Detail. Der Federclip ist nämlich gleichzeitig der Einschalter. Wenn man des Schlauchstück am Ende des Clips zur Seite bewegt, so kommt er in Kontakt mit einer der 4 LR-43 Knopfzellen und schaltet das Gerät ein. Das linke Foto zeigt den Zustand "AUS" und das rechte Foto den Zustand "EIN". In russischen Foren wird die Konstruktion als "Schiebeschalter" bezeichnet  :D .
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Wer bisher noch nichts mit der Formulierung "das ist russisch gebaut" anfangen konnte, der weiß jetzt, was gemeint ist. ;)

Diese Form des Einschalters hat aber durchaus Vorteile. Steckt man das Gerät in die Hemdtasche, so wird es gleichzeitig ausgeschaltet und der Akku wird geschont. Zur Durchführung einer Messung nimmt man es einfach in die Hand.
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Der Batteriewechsel ist etwas abenteuerlich. Die Knopfzellen befinden sich unter dem Federclip. Man muss 4 winzige Schrauben lösen und den Federclip entfernen. Sofort sieht man ein anderes interessantes konstruktives Detail. Es ist eine Papierisolation eingebaut, damit der Federclip nicht die mittleren Knopfzellen kurzschließt.
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Nach dem Entfernen der Papierisolation liegen die Knopfzellen frei. Man beachte, dass die rechte Knopfzelle andersherum als die anderen drei Knopfzellen eingelegt werden muss  >:(. Eine Markierung im Batteriefach sucht man vergebens.
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Bei den Knopfzellen handelt es sich um handelsübliche LR43, die in Reihe geschaltet sind. Das Gerät wird also mit 6 V betrieben.
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Das nachfolgende Anschrauben des Federclips ist herausfordernd und nichts für Choleriker :bomb:. Ohne eine kleine Pinzette hat man kaum eine Chance.


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Zum Öffnen des Dosimeter Master 1 muss man nur eine einzige Schraube in der Mitte des Gehäusebodens entfernen, danach lässt sich das Gerät aufklappen. Vom Batteriefach in der oberen Gehäusehälfte gehen zwei Drähte zur Platine.
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Das Zählrohr ist das wohlbekannte SBM-20, welches mit mehreren Lagen Zinnfolie umwickelt wurde. Damit wird die Beta-Epfindlichkeit deutlich reduziert. Das Gehäuse tut sein Übriges.
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Links auf der Platine befindet sich die HV-Erzeugung und daneben die Logik für die Ablaufsteuerung.
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Im rechten Teil der Platine findet man vier dekadische Zähler.
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Die HV-Erzeugung ist sehr kompakt. Sie arbeitet mit zwei Transistoren und einem Übertrager. Die Gleichrichterdioden sind unter den umgebogenen Kondensatoren versteckt. Die Hochspannung ist ungeregelt und der Anodenwiderstand für das Zählrohr beträgt 4,3 M.
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Das Batteriefach im Deckel sieht eher semiprofessionell aus.
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Ich habe einen handgezeichneten Schaltplan unter folgendem Link gefunden:
https://www.radionic.ru/node/7429

Hier noch einmal direkt eingebunden.
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Nach dem Einschalten zeigt das Display gegebenenfalls irgendetwas an. Eine Messung wird durch Betätigung des Knopfes "ПУСК" gestartet (ПУСК = Start).

Der Dosimeter Master 1 zählt dann genau 36 Sekunden lang die Zählrohrimpulse. Nach Beendigung eines Messzyklus wird der Messwert in µSv/h dauerhaft angezeigt.

Ein Zählrohrimpuls entspricht also 0,01 µSv/h. Der maximale Zählwert ist 9,99, danach läuft der Zähler über und beginnt wieder bei 0,00. Die Zykluszeit wurde so festgelegt, dass die angezeigte Dosisleistung  für Cs-137 passt.

Die Stromaufnahme ist erstaunlich niedrig. Im Anzeigemodus habe ich knapp über 130 µA gemessen und im Messmodus zwischen 400 µA und 600 µA, je nach Aktivität der Quelle. Die GR-16 im nachfolgenden Video ist schon sehr aktiv (Ra-226). Der Zähler läuft während einer Messung über und danach wieder bis 6,00,  zeigt also insgesamt 16 µSv/h an. Aufgrund der geringen Stromaufnahme erscheint die angegebene Mindestbetriebsdauer von 300 Stunden mit einem Batteriesatz realistisch, wenn das Gerät während dieser 300 Stunden ständig eingeschaltet ist und nur ab und zu Messungen durchgeführt werden.

Falls sich jemand wundert, warum während der Messung "C4" im Display angezeigt wird, das ist Kyrillisch und heißt "СЧ", was die Abkürzung für "CЧЕТ" = Rechnung/Zählung ist  ;) .