Strahlendosis Röntgenreizbestrahlung

Begonnen von SievertGray, 07. August 2026, 23:51

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SievertGray

Hallo,

ich beschäftige mich momentan mit dem Thema Röntgenreizbestrahlung, also positive Gewebeeffekte, ausgelöst durch ionisierende Strahlung.

Wenn man sich das auf verschiedenen Seiten durchliest kommt man auf eine ungefähre Gesamtenergie von 2-6 Gray für eine Behandlungsreihe.

Wenn man jetzt z.B. die Behandlung eines Fersensporns zu Grunde legt, also Bestrahlung der Ferse/des Fußes, wie würde man das in die entsprechende Dosis in Sievert umrechnen bzw. würde das überhaupt Sinn ergeben?

Man findet auch an mehreren Stellen den Hinweis, dass sich das Tumorrisiko erhöht, und sich in etwa in der Größenordnung 1:10000 bewegt. Das erscheint mir doch relativ hoch, aber trotzdem wird die Behandlung empfohlen.

NoLi

Zitat von: SievertGray am 07. August 2026, 23:51...
Wenn man sich das auf verschiedenen Seiten durchliest kommt man auf eine ungefähre Gesamtenergie von 2-6 Gray für eine Behandlungsreihe.

Wenn man jetzt z.B. die Behandlung eines Fersensporns zu Grunde legt, also Bestrahlung der Ferse/des Fußes, wie würde man das in die entsprechende Dosis in Sievert umrechnen bzw. würde das überhaupt Sinn ergeben?
...
Für die Ermittlung der effektiven Dosis in Sv gibt es den Gewebewichtungsfaktor wT. Dieser wurde für einzelne Organe und den Rest des Körpers bestimmt. Man erhält die Dosis in Sv durch Multiplikation der Energiedosis Gy mit diesem Faktor.

Gemäß Anlage 18 der Strahlenschutzerordnung, Teil C, Nr.2. beträgt dieser Faktor für die Knochenoberfläche 0,01 und für das rote Knochenmark 0,12. Für die Haut beträgt der Faktor 0,01.
(https://www.gesetze-im-internet.de/strlschv_2018/anlage_18.html)

Daraus folgt bei dieser Behandlung als effektive Dosis:
Knochenoberfläche:  0,02 Sv - 0,06 Sv  (20 mSv - 60 mSv).
Knochenmark:  0,24 Sv - 0,72 Sv  (240 mSv - 720 mSv).
Haut:  0,02 Sv - 0,06 Sv  (20 mSv - 60 mSv).

Jetzt spielt noch die Energie der Röntgenstrahlung eine Rolle. Wird sie so niedrig gewählt, dass hauptsächlich nur die Knochenoberfläche und die Haut beaufschlagt ist, reduziert sich die Dosis des Knochenmarks im bestrahlten Bereich deutlich.

Anlage 18, Teil C, Nr.1 . gibt außerdem den Strahlungswichtungsfaktor wR für die unterschiedlichen Strahlenarten an. Da Röntgenstrahlung zu der Photonenstrahlung gehört, ist hier zusätzlich zum Gewebewichtungsfaktor das Ergebnis noch mit dem Wert 1 zu multiplizieren.

Norbert

Kermit

Zitat von: SievertGray am 07. August 2026, 23:51Thema Röntgenreizbestrahlung,

Wenn Du hiermit die Bestrahlung von Schmerzzuständen / Schmerzbereichen meinst, was ich denke, dann sind die angegebenen Dosen in etwa in der Größenordnung. Die biologischen Effekte dabei sich komplexer Natur.

Schmerzbestrahlungen kann man auch mitradioaktiven Pharmaka machen (Stichwort "RSO"), hier werden aber Beta-Strahlende Stoffe im Gelenkspalt appliziert. Auch Radon kann als Schmerztherapie angewandt werden. Hier nutzt man aus, das Radon Fett und Wasserlöslich ist.

Bei allen therapeutischen Anwendungen ist man bemüht, die Strahlenexposition nur auf den zu behandelden Bereich zu begrenzen (Ausnahme Radon, dort behandelt man aber das "Gesamtsystem Körper"). Das bedeutet, das zu Beispiel bei der Röntgentherapie die Energie entsprechend angepasst wird, Filter aus unterschiedlichen Materialien verwendet werden (zum Bsp.: Kupfer oder und Aluminium) und durch entsprechende Tuben die Röntgenstrahlung kollimiert wird.

Der Fersensporn kann auch durch Bestrahlung mittels Linearbeschleuniger behandelt werden. In dem Fall wird eine komplexere Bestrahlungsplanung als bei der Behandlung mit Röntgenstrahlung verwendet.

Schmerzbestrahlungen sind aber auch am Ellenbogen oder Schultergelenk möglich, wenn die Schwerzzustände hartnäckig sind und Medikamente in der Wirkung eingeschränkt sind.

SievertGray

Zitat von: Kermit am Gestern um 20:42
Zitat von: SievertGray am 07. August 2026, 23:51Thema Röntgenreizbestrahlung,

Wenn Du hiermit die Bestrahlung von Schmerzzuständen / Schmerzbereichen meinst, was ich denke, dann sind die angegebenen Dosen in etwa in der Größenordnung. Die biologischen Effekte dabei sich komplexer Natur.


Ja genau das meine ich. Behandlung von Entzündungen/Schmerzen.

Danke für die genauen Erklärungen und an NoLi für die Umrechnungen.


Würdet ihr sowas machen? Ich frage mich wie ihr da die Risiko/Nutzen-Rechnung macht, ich bin mir gerade noch nicht sicher wie ich mich entscheiden würde.

NoLi

Zitat von: SievertGray am Gestern um 22:07...
Würdet ihr sowas machen? Ich frage mich wie ihr da die Risiko/Nutzen-Rechnung macht, ich bin mir gerade noch nicht sicher wie ich mich entscheiden würde.
Diese Entscheidung kann dir niemand abnehmen!
Aus Erfahrung (Ex Schwiegermutter mit gleichem Problem) kann ich mitteilen, dass die Behandlung bei ihr erfolgreich war und sie dadurch ungemein an Lebensqualität wiedergewonnen hatte. Allerdings musste der bestrahlte Fußbereich wegen Hautrötungen einige Zeit danach mit Heilsalbe behandelt werden.
Ich denke, ein aufklärendes Gespräch mit dem Röntgenologen kann nicht schaden.

Norbert