Naturwunder in Ungarn: Das Geheimnis um den größten Thermalsee der Erde.

Begonnen von NoLi, 22. August 2026, 21:21

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NoLi

Naturwunder in Ungarn: Das Geheimnis um den größten Thermalsee der Erde
Der Hévíz-See in Ungarn gilt als größter natürlicher und biologisch aktiver Thermalsee der Welt

Zitat:
"Trotz seines guten Rufs eignet sich das Baden nicht für jeden. Wegen des Schwefel- und Radon-Gehalts sollten Schwangere sowie Menschen mit Herzkrankheiten, bösartigen Geschwülsten, akuten Entzündungen, Asthma oder Leber- und Gallenbeschwerden vorab ärztlichen Rat einholen. Der Hévíz-See ist ganzjährig geöffnet. Eine 3-Stunden-Karte kostet derzeit 4500 Forint, eine Tageskarte 7500 Forint."
(https://www.bild.de/leben-wissen/reisen/naturwunder-in-ungarn-das-geheimnis-um-den-weltgroessten-thermalsee-6a86f5eb1c4720d416545c29?source=puerto-reco-2_bild-V26.2.B_Lower_Aufmacher_Current)

Da wird doch bestimmt auch was in der Umgebung zu messen sein.

Norbert

megapull

Ich war als Kind ein paar Mal dort. Es ist ein sehr bekannter Ort, und eine meiner Kindheitserinnerungen ist, dass ich dort fast nur Deutsch hörte :D Außerdem erzählte mir mein Vater, das Wasser sei radioaktiv.

Leider ist der schönste Teil (das mittlere Gebäude am See) schon seit einiger Zeit geschlossen:

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In diesem Gebäude gibt es keinen Boden, und man könnte genauso baden, nur eben drinnen. Dort gibt es aber natürlich auch andere Angebote wie Massagesalons, Matratzen, Rehabilitationsübungen, Gewichtsbäder usw.

Gerüchten zufolge wird ein Teil des Wassers in die Pools des nahegelegenen (sehr hässlichen) Hotels geleitet. Das Hotel gehört einem klassischen Oligarchen.

Heutzutage baden die Einheimischen, ganz im Balkan-Stil, kostenlos im Abflusskanal dieses Sees, und es sieht genauso aus, wie man es sich vorstellt:

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Kein Wunder, das muss ein Riesenspaß sein.

Der Wasserdurchfluss beträgt insgesamt 30.000 bis 40.000 Liter pro Minute. Das Wasser entspringt dem Hauptdolomit der Oberen Trias und mündet an der Grenze zwischen Karstgestein und den darüber liegenden pannonischen Ton- und Sandsteinschichten in den See. Der Quelltrichter entstand vermutlich, als aufsteigendes Thermalwasser entlang der Verwerfungslinien die Ton- und Sandsteinschichten allmählich erodierte, zersetzte und so den Quelltrichter aushöhlte.

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Spaß im Jahr 1880

Anhand der im Wasser gefundenen Menge an radioaktiven Kohlenstoffisotopen konnte das Alter der Kaltwasserader – von der Infiltration bis zum Austritt – auf 5.000 bis 7.000 Jahre und das der Heißwasserquelle auf 10.000 bis 12.000 Jahre geschätzt werden.

Bei starkem Wasserdurchfluss sind die Wände mit einer 3 cm dicken, hellbraunen, gallertartigen Schicht bedeckt, die aus einer Vergesellschaftung thermophiler Actinomyceten und anderer Bakterien besteht. Lange weiße Fäden, vermutlich ebenfalls Bakterien, hängen von der Höhlendecke herab, während an der steilen Kraterwand, wo das warme Wasser an die Oberfläche tritt, fadenförmige Blaualgen von etwa 3–4 m Breite zu finden sind. Taucher entdeckten an mehreren Stellen der Kraterwand in 26–30 °C warmem Wasser einen Süßwasserschwamm, der eine Fläche von 2 m² bedeckte.

Das Wasser enthält natürlich Radon. Zwar nicht in großen Mengen, aber es wurde eingehend untersucht. Das Wasser entspringt zehn Quellen mit Temperaturen zwischen 26 und 41 Grad Celsius. Die Quellen liegen etwa 40 Meter tief, was den Ort geologisch interessant macht. In der Quellhöhle wurden 5–6 kg schwere, reine Markasitblöcke gefunden. Aufgrund dieses Beitrags habe ich mich noch einmal über den See informiert, um mein Wissen aufzufrischen. Interessanterweise handelt es sich dabei zu 99 % um eine Marketingstrategie, um mehr Besucher in die Therme zu locken. Das Wasser enthält zwar Radon, jedoch nur etwa 10 Bq/L, was selbst für ungarische Verhältnisse, die nicht radioaktiv sind, vernachlässigbar ist.

Source: https://index.hu/tudomany/egeszseg/2012/08/11/heviz/

Zum Vergleich: Das Trinkbecken der Rudas-Therme/Quelle hat eine Radonaktivität von etwa 150–300 Bq/L. Auch alle anderen bekannten Bäder wie Lukács oder Szécheny weisen Werte von mindestens 50–100 Bq/L auf.

Eger ist bekannt für sein radonreiches Thermalbad mit Aktivitätswerten im dreistelligen Bereich. Das Geodynamische Observatorium bei Sopron gilt als Naturwunder des Landes, denn in dieser unterirdischen Anlage lassen sich Radonwerte von 600.000 Bq/m³/h messen – allerdings nur, wenn man bereit ist, eine Sauerstoffmaske und einen Schutzanzug zu tragen.

Da die Anlage in Hévíz auch im Winter geöffnet ist, ist sie im Schnee besonders reizvoll, was ich selbst erlebt habe. Es ist faszinierend zu sehen, wie Flora und Fauna im Winter gedeihen, wenn das Wasser nur etwa 26 Grad Celsius hat (meiner Meinung nach nicht warm genug, um es lange zu genießen).
https://www.youtube.com/@radminerals  |  Automess 62AD25  |  Ludlum 3 + 44-2 scint & 44-7 AB/G  |  Radiacode 103/110/Zero  |  DP-75  |  Raysid