Triebtal und Eisenberg bei Pöhl

Begonnen von qasweder, 29. September 2026, 12:23

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qasweder

Hallo zusammen,

ich war am Wochenende an der Trieb und hatte gewohnheitsmäßig wieder den Radiaschnüffler dabei.
Schaut mal: https://radiaverse.com/tracks/2f70dcfb-f398-408c-9b61-097da7b7114f?openInBounds=false&categories=mine&bands=typical#14.64/50.55/12.171

Da dort seit Jahrhunderten Eisenerz gefördert wird und die Halden im unteren Triebtal scheinbar keine Aktivität zeigten, war ich doch sehr erstaunt, gleich unterhalb der Staumauer einen aktiven Weg vorzufinden. Die ersondelten Spots sind nur Beispiele, man will ja auch etwas Strecke machen. Links und rechts des Weges waren sofort < 0,1µs/h. Die letzten 600m an der Trieb sowie an der Elster nichts Strahlendes. Auf dem Weg zum Eisenberg hab ich südlich des Mosenturmes  dann unerwartet meinen bisherigen Messrekord verbessert. 136µS/h auf einem Wanderweg lose herumliegend, das ist schon heftig. Die Bohrlochkarte zeigt auf dem Eisenberg ein 415m tiefes Loch, das mit dem Langname "WIS" anfängt. Hat man da was gefunden oder musste die Wismut immer erstmal die Wege würzen, um sich wohl zu fühlen?  8)

Aber mal im Ernst, ab wann sollte man sowas den Behörden mitteilen? Interessiert das überhaupt jemanden?

Und wie kommt es zu dieser Spotverteilung, obwohl der Rest des Weges absolut leise ist? Vor allem der 5er Spot im Südwesten des Tracks steht völlig allein. :unknw:

An der Trieb ist ja noch ein typischer Wismut-Weg, aber auf dem Berg?

qasweder

Achso, die Bilder noch:

Strahlenquelle war nur der eine markierte Stein. Da ich es besser fand, wenn er erstmal nicht mehr auf dem Weg liegt, hab ich ihn etwas neben den Weg platziert, wo ich ihn leicht wiederfinden kann.


DG0MG

Du bist ja ganz schön zu Fuß unterwegs. Ich glaub, diese Wege - zumindest den an der Staumauer - bin ich als Kind das letzte Mal gelaufen. Und das ist schon ne ziemliche Weil her. ;D

Ich denke, das kommt alles aus dem Uranbergbau, vielleicht hat man die Wanderwege mal im Zuge irgendeines Subbotniks mit Schotter befestigt.

Interessieren wird das niemand groß, schätze ich. Siehe die Waldwege um Kottenheide, da hat ein Lokalpolitiker aus eigener Erinnerung von belastetem Schotter gesprochen und die Presse hat vom LfULG nur die Antwort bekommen, dass dort "nichts bekannt" sei.
Natürlich könnte man als besorgter Bürger auch den Notruf wählen ("mächtig Strahlung!") - aber was dabei rauskommt, kann man ja in verschiedenen Vorfällen in Presseberichten lesen.
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

qasweder

Hallo @DG0MG,

so ein "besorgter Bürger" Experiment habe ich mit dem sächsischen Umweltministerium, Dezernat Strahlenschutz auch schon gemacht. Thema war mein Fund auf dem Weg zur Lochmühle. Du warst ja kurz danach auch da. Email mit detaillierter Beschreibung incl. Spektrum usw... Ein Telefonat nach einigen Tagen Funkstille hat folgendes ergeben: "Für natürliche Strahlung gibt es keine Grenzwerte. Aber ein Kollege muss demnächst in die Gegend und schaut sich das mal an."

Meine Entgegnung, das solche Quellen natürlich seien, solange sie 100te Meter unter der Erde liegen, was sie aber aus Gründen nicht mehr tun, blieb unbeantwortet. Die Dame war sehr nett, aber auch professionell unverbindlich.

Ich frage mich nun, warum die Wismut so viele Halden saniert hat, wenn das alles nur natürliche Strahlung ist, für die es keine Grenzwerte gibt.

~4 Wochen nach meiner Email war der Spot noch da, ohne irgendwelche Spuren. Feedback gabs keines mehr. Auch die Abschlußfrage meiner Mail, ab wann ein Fund meldenswert ist, blieb unbeantwortet. Ich muss nochmal schauen, ob inzwischen was passiert ist, wenn ich wieder mal da vorbeifahre, ist ja nur ne Viertelstunde. Aber ich ahne schon...

Also interessiert es in Dresden vermutlich keinen.

Da werden der lose Stein auf dem Eisenberg oder meine neuen Funde in Cunersdorf (max. 156µS/h) auch nicht interessant sein (Radiaverse.com).  :unknw:

Als ich mit dem Thema Uran vor nem halben Jahr angefangen habe, dachte ich noch, damit die Allgemeinheit irgendwie auf Gefahren hinweisen zu können, quasi "Citizen Since", aber wenn eine Landesbehörde schon die Schultern hebt...

Vielleicht ist es ja wirklich nicht relevant. Solange die Leute dort vorbeigehen, stimmt das ja auch. Aber wenn ein Kind so einen Stein wegen seines schwarzen Glanzes oder gelben Pelzes (Streuberg) einsteckt und in seine Schatzkiste unters Bett legt... Das ist schon passiert, aber jetzt wirds zu offtopic.