Plattenstraße Cunersdorf-Wiesen und Haaraer Straße Wiesen

Begonnen von qasweder, Heute um 21:10

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qasweder

Hallo Leute,

ich erzähl euch mal, wie ein Abendspaziergang eskalieren kann:

Neulich bin ich mit meiner Frau zu einem Abendspaziergang zum Rocksengrund bei Cunersdorf (bei Kirchberg) gefahren. Der kleine Uranschnüffler (RC110) war standardmäßig wieder mit dabei.
Direkt beim Start auf der Betonplattenstraße ging schon der Alarm los, direkt vorm Auto.
Einige Spots auf der Straße und dann noch bisschen Verschlepptes auf dem Feldweg, danach war Ruhe.

Zur Suchmethode: Bodennah gesondelt, ab Tag2 im ~15..20cm Zickzack so 2-10cm überm Boden. Bei Spots dann am Boden Maximum bei Vollkontakt suchen. Betonplatten wurden ignoriert, da Schirmwirkung.

Hier Tag 1: https://radiaverse.com/areas/old-concrete-slab-road-between-cunersdorf-and-wiesen#16.61/50.647/12.527

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Geistige Notiz an mich: die Plattenstraße musst du mal anschauen.
Und an alle, die dort auch mal messen wollen, die Betonplatten haben sicher mehrere Halbwertsdicken, nur zwischen den Fahrspuren und am Rand messt ihr was. Wenn ein Spot direkt unter der Plattenkante liegt, verschwindet er sofort über der Platte.

Zwei Tage später habe ich diese Plattenstraße bis zur Hälfte recht gründlich abgesucht. Viele Spots, darunter ein Spot mit 148µS/h neben dem Weg. Mein vorläufiger "Rekord", seit ich radio"aktiv" bin.

Hier zum Track:https://radiaverse.com/tracks/3c68f57a-d47d-4c0d-a69f-61edeb2029d2?openInBounds=false#16.6/50.647/12.527

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An Tag 3 hab ich dann den Rest dieses Weges und denn Anfang der Haaraer Straße abgesucht, alles der gleiche Baustil, also auf gehts.

Hier der Track: https://radiaverse.com/tracks/f046f558-38de-40b0-9ed8-815f1282a4a3?openInBounds=false#16/50.651/12.543

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Dieser Teil des Weges hat den Vogel abgeschossen, bei einer Wegekreuzung 220µS/h, wow, schon wieder neuer Rekord, wo soll das hinführen? Aber nein, eine Viertelstunde später war das dann auch schon Geschichte. Ab sofort sind 328µS/h nicht nur mein Rekordfund, sondern so weit ich im Radiaverse sehen kann, das höchste, was man so in DE auf öffentlichen Wegen finden kann. Ob man darauf stolz sein kann, darf ruhig bezweifelt werden. Auf jeden Fall drei spannende Tage und insgesamt ca 12h Sondeln, um die paar Steine zu finden, das wäre in Pribram schneller gegangen, wobei @Lennart da auch ne Weile gebraucht hat, bis sein RC110 am Ende des Messbereichs war (400µS/h)

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Was mich wieder zur unvermeidlichen Frage bringt:
Muss das so oder soll das weg? Gibt es bei sowas eine Meldepflicht, und wenn, an wen? Oder ist das alles noch Ponyhof? Ich mag das nicht so recht glauben.
Und zweite Frage: Muss ich mir echt noch einen RC103 kaufen für unsere gepfefferten Wege?

Was meint ihr, haut in die Tasten.

Hier noch das Spektrum:

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Die restliche Haaraer Straße Richtung Wilkau-Haßlau nehm ish mir auch noch vor, ich werde berichten...

Grüße
qasweder

Lennart

Zitat von: qasweder am Heute um 21:10Oder ist das alles noch Ponyhof?

Das sind gängige Dosisleistungen für kleinere Pechblendestücke, wobei man davon noch mal gut was abziehen kann, da der RadiaCode noch recht empfindlich für Betastrahlung ist. Im Vogtland habe ich ein kleines Stück gefunden, was ca. den doppelten Anzeigewert geliefert hat, also 600 µSv/h. In Pribram lag der Höchstwert (ohne Betastrahlung) bei 1040 µSv/h, wobei man da reihenweise Stücke > 600 und auch > 800 µSv/h findet  ;)

Auch wenn das Uraninit dort nicht hingehört, würde ich mich über das neue Hobby der Uransuche und Kartierung freuen, was immerhin eine zusätzliche Motivation für lange Spaziergänge darstellt. Natürlich kann man diese zusätzliche Belastung kritisch sehen, aber außerhalb von Wohngebieten sollte man die Gefahr durch einzelne Brocken Pechblende auch nicht überbewerten. Es gibt meiner Meinung nach schlimmere Überbleibsel des Uranbergbaus.

qasweder

@Lennart
OK, mag sein, aber Pribram ist eine bekannte Uranhalde. Die kann man einfach meiden, da geht vermutlich keiner spazieren. Hier reden wir von einem gut frequentierten Wanderweg. Solang man da einfach vorbeigeht, ist das radiologisch irrelevant, da geb ich dir recht. Das Argument mit den schlimmeren Überbleibseln lassen wir mal so stehen, für sich ist es sicher richtig. Aber da könnte man auch einen Geldautomaten sprengen und hinterher zum Richter sagen, dass es Steuerhinterzieher in Millionenhöhe gab, die straffrei blieben. Wirkt sicher strafmindernd.

Also nehme ich mal an, dass dieser Brocken da einfach liegen bleibt und egal ist.  :unknw: 

Was die zusätzliche Motivation beim Wandern angeht, bin ich voll bei dir. Wobei, wozu eigentlich, wenns keinen interessiert. Ich bin da noch etwas gespalten. Einigen wir uns vielleicht so: Solange solche Funde nicht unter einer Wanderbank oder vergleichbaren Aufenthaltsorten sind, dann ignorieren wirs.

Lennart

Zitat von: qasweder am Heute um 22:13Das Argument mit den schlimmeren Überbleibseln lassen wir mal so stehen, für sich ist es sicher richtig. Aber da könnte man auch einen Geldautomaten sprengen und hinterher zum Richter sagen, dass es Steuerhinterzieher in Millionenhöhe gab, die straffrei blieben. Wirkt sicher strafmindernd.

Die WISMUT verbrennt bei ihren Rekultivierungsarbeiten Unmengen von Geldern, jeden einzelnen Tag. Da müssen schon Prioritäten gesetzt werden und ich denke, der einzelne Brocken auf dem Feldweg ist ganz unten auf der Liste.

Die Vorstellung, da könnte jemand vorbeikommen und die Stücke auflesen, wie z.B. eine Giftgasgranate aus dem 1. WK, ist absolut unmöglich umzusetzen.

Zitat von: qasweder am Heute um 22:13OK, mag sein, aber Pribram ist eine bekannte Uranhalde. Die kann man einfach meiden, da geht vermutlich keiner spazieren.

Pribram ist eine Stadt mit 33.000 Einwohnern, in deren Nähe sich zahlreichen – teilweise riesigen – Halden befinden. Diese liegen neben Gebäuden, Siedlungen, Fabriken und teilweise gibt es auch Wanderwege auf die Halden, Sitzmöglichkeit mit Ausblick inklusive.

qasweder

Zitat von: Lennart am Heute um 22:39Die WISMUT verbrennt bei ihren Rekultivierungsarbeiten Unmengen von Geldern, jeden einzelnen Tag. Da müssen schon Prioritäten gesetzt werden und ich denke, der einzelne Brocken auf dem Feldweg ist ganz unten auf der Liste.

Da geb ich dir Recht, das ist nicht nur nicht deren Priorität, sondern vermutlich nichtmal deren vom Staat aufgegebene und bezahlte Aufgabe.

Zitat von: Lennart am Heute um 22:39Pribram ist eine Stadt mit 33.000 Einwohnern, in deren Nähe sich zahlreichen – teilweise riesigen – Halden befinden. Diese liegen neben Gebäuden, Siedlungen, Fabriken und teilweise gibt es auch Wanderwege auf die Halden, Sitzmöglichkeit mit Ausblick inklusive.

Ok, wenn es da sogar Wanderwege und Aussichtspunkte gibt, dann ist es vermutlich nicht so schlimm. Wobei ein Haldenkörper als Flächenstrahler nochmal am Körper ne ganz andere Hausnummer darstellt wie eine 300er Punktquelle am Boden. Ok, ich sehs langsam ein.

Während der Aufzeichnung des Spektrums war ich ca. einen RadiaRod entfernt, sagen wir 80cm. Dort herrschen 0,8...1 µS/h, das ist überschaubar. Die Gefahr, dass ein Besoffener genau auf dem Spot zusammenbricht und seinen Rausch ausschläft, ist 0. Und falls doch, hat er nach 8h eine Jahresdosis Hintergrund gefressen. Das wird bei genau dieser Person nicht das größte Problem sein. OK, überzeugt.

Danke Dir
qasweder