Exkursion nach Jachymov

Begonnen von DL3HRT, 25. November 2018, 19:02

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Flipflop

Radioaktives Wasser in einer Uranmine?!

Totally Rad


Lennart

Das Marie-Curie-Denkmal in Jáchymov hat man teilweise umgestaltet.

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Jetzt könnte man denken: "Ganz sicher hat man die Kontamination entfernt..."

NEIN! Hat man nicht...   :)

Zwei Dinge sind mir zusätzlich aufgefallen:

Der RadiaCode-110 zeigt, trotz Silikonhülle, Laubschicht und Ästen auf dem Boden, ungefähr den doppelten Wert an, den man an diesem Punkt eigentlich erwarten würde. Ich habe auch den Anfang dieses Threads erneut durchgelesen. Für die energiekompensierten Geigerzähler bewegt sich der Höchstwert bei ca. 10-12 µSv/h, bei meinem RadEye SPRD-GN sind es auch ca. 12 µSv/h. Nun sind wenige µSv/h mehr oder weniger nichts, was mich großartig interessieren würde. Aber gleich 100% mehr ist schon eine Ansage. Schwer vorstellbar, dass das an einem Einfluss von Betastrahlung liegt. Was meint Ihr?

Punkt Nr. 2 ist das Gammaspektrum, bzw. die genaue Art der Kontamination. Auch dies wurde bereits eingangs im Thread besprochen, jedoch ohne endgültiges Ergebnis. Nun konnte ich es mir nicht nehmen lassen, mal den SPRD-GN zur Identifikation auf die besagte Stelle zu legen. Am Punkt mit der höchsten Impulsrate von ca. 6 kCPS identifiziert er... nichts. Wobei die Impulsrate vermutlich bereits über der Spezifikation für ein ordentliches Spektrum liegt. Ich glaube die empfohlene Grenze war bei 5 kCPS. Also habe ich mich etwas weiter entfernt und erneut ein Spektrum aufgezeichnet. Nun wurde Ra-226 identifiziert, jedoch nur mit vergleichsweise geringer Sicherheit und hauptsächlich basierend auf dem 609 keV Peak, der jedoch eine ziemliche Abweichung hatte und eher bei ~ 585 keV lag.

Nun weiß ich aber, dass die Peaks bei dem Gerät nur eine sehr geringe Abweichung vom Sollwert haben. Ich weiß zwar nicht, wie Thermo das bei einer Energiekalibrierung mit Lu-176 hinbekommt, aber es ist so. Also habe ich eben ein Ra-226 Referenzspektrum aufgezeichnet und wie nicht anders erwartet, liegt der Peak bei 610 keV.

Das einzig relevante Nuklid mit einem Peak bei ca. 583 keV wäre Tl-208, aus der Th-Reihe.

Wenn es sich wirklich um eine DU-Kontamination handelt, sollte das Gerät doch U-238 anhand der Pa-234 Gammapeaks identifizieren können. Es geht hier ja nicht nur um einen winzigen Krümel Uranglas.

Hat dazu jemand weitere Ideen?

Janni

Moin Lennart,

ich hatte damals mit dem Radiacode auch ein Spektrum genau an der Stelle gemacht und es sah genauso komisch aus wie deins (da ist auch ein Foto ganz viele Seiten weiter vorne). Da gab es auch ganz viele Erklärungen, aber so ganz hundertprozentig hatte sich das nicht geklärt, glaub ich.  :unknw:

Mein Mann und ich wollen da dieses Jahr im September auch mal wieder hin. Vielleicht nehme ich mal etwas Erde mit und messe das mit dem HPGe Detektor, der funktioniert jetzt ja wieder.  ;D

Was ist denn eigentlich eine DU-Kontamination?

Das Marie Curie Denkmal ist aber schön geworden, beim letzten Mal als ich da war sah es auch schon etwas heruntergekommen aus.

Zum Glück haben sie die Kontamination nicht weggemacht, wir brauchen doch unseren Spielplatz.  :D

Lennart

Zitat von: Janni am Gestern um 15:46Was ist denn eigentlich eine DU-Kontamination?

Weiter vorne im Thread war die Rede von der Uranfarbenproduktion und der Möglichkeit, dass die Kontamination eher aus abgereichertem Uran (DU) bestehen könnte, wo die ganzen Ra-Zerfallsprodukte weitestgehend abgetrennt sind.

Mein Gerät ist eigentlich in der Lage, U-238 zu identifizieren. Dabei werden wahrscheinlich auch die Pa-234 Peaks miteinbezogen. Nur sieht das, wie Du schon sagst, sehr komisch aus...

NoLi

Abgereichertes Uran wurde und wird bis heute in abgepackter Portion bezogen und dort in der Glasindustrie verarbeitet. Als Wertstoff wird dies kaum auf Halde gekippt worden sein. Es handelt sich bestimmt um Rückstände aus der ehemaligen Natururanaufbereitung des vorletzten und der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts für die Farbenproduktion, welche stark an Uran verarmt sind.

Norbert

Lennart

Okay, aber wie erklärt das die vorliegende Gammastrahlung? Es ist offenbar kein Radium vorhanden, oder nur sehr geringe Mengen. Somit auch keine bzw. kaum Tochternuklide. Du sagst zudem, die Rückstände seien allgemein kaum uranhaltig. Das erschließt sich mir nicht wirklich.