Beta Abschwächung

Begonnen von Peter-1, 15. Februar 2021, 17:23

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

Peter-1

Halo zusammen,

für mich stellte sich die Frage, wie hoch am SBT10A die Betaempfindlichkeit im Vergleich zur Gammaempfindlichkeit ist. Allgemein wird Aluminium oder Plexiglas zur Abschwächung der Betastrahlung genannt. Dazu nun der kleine Versuch mit dem SBT10A Zählrohr.

1. Die Hintergrundstrahlung bringt 125 CPM
Direkt 30 Gramm Müllers Pottasche  810 CPM
mit einer Plexiplatte von 5mm Stärke nur 150 CPM
Das zeigt, dass K2CO3 im Wesentlichen ein Betastrahler ist und das Zählrohr dafür gut empfindlich.

2. wie oben jedoch mit Uranocircit in einigen cm Abstand 8250 CPM
Jetzt mit der Plexiplatte 5mm Stärke im Strahlengang 1030 CPM.
Welchen Betaanteil dieser Strahler hat kann ich nicht beurteilen, ist aber jedenfalls gut vorhanden. Die Frage war, ob ich durch die 5mm Plexiglas auch wesentlich den Gammaanteil schwäche.

Dazu dann der Versuch am Gammaspektrometer mit und ohne Plexiglas, was mir zeigt, dass mein Plexiglas wohl recht brauchbar ist um am SBT10A den Betaanteil abzufangen und eine Gammaaktivität nur gering beeinflußt.

Kommentare sind sehr erwünscht !
Gruß aus Bayern - Peter

NoLi

5 mm Plexi reichen für höherenergetische Betas (grob > 1 MeV) nicht aus, hierzu sind 8 mm notwendig!

Hier   https://www.ph.tum.de/academics/org/labs/mw/RAD.pdf   findest Du in Tabelle 6.1 die Schwächungskoeffizienten u.a. für Plexi für unterschiedliche Gammaenergien von 0,01 MeV bis 3 MeV.

Gruß
Norbert

Peter-1

Hallo,
ich greife nochmal ein altes Thema auf.
Viele Geräte haben das Zählrohr SBM20 verbaut. Oft ist dann noch ein Umschalter auf reine Gammamessung vorhanden.

Jetzt die Frage:
Hat schon jemand eine Aufstellung gemacht, aus welchem Material und welche Stärke diese "Filter" haben? Von einer Energiekompensation kann sicher keine Rede sein.

Gruß
Peter
Gruß aus Bayern - Peter

Henri

Zitat von: Peter-1 am 11. Mai 2021, 15:50
Hallo,
ich greife nochmal ein altes Thema auf.
Viele Geräte haben das Zählrohr SBM20 verbaut. Oft ist dann noch ein Umschalter auf reine Gammamessung vorhanden.

Jetzt die Frage:
Hat schon jemand eine Aufstellung gemacht, aus welchem Material und welche Stärke diese "Filter" haben? Von einer Energiekompensation kann sicher keine Rede sein.

Gruß
Peter


Hallo Peter,

Norbert hat ja schon weiter oben geschrieben, dass man für eine vollständige Abschirmung von Betastrahlung mit einer Energie von 1MeV mindestens 8mm Plexi benötigt. Wenn Du Dir die Schieber nun mal anschaust, wirst Du feststellen, dass es in der Regel nicht mehr als 2 bis höchstens 3mm Kunststoff sind. Bei einigen Geräten sind Metallplatten eingearbeitet, da könnte es etwas besser aussehen.

Allerdings ist Betastrahlung ja auch ein Kontinuum mit einem Höchstwert, den aber fast kein Teilchen erreicht. Das Maximum liegt deutlich unter dem Höchstwert. Es kommt also auf den Strahler drauf an, wie viel von den Betas noch durchkommen, und für vieles reichen dünnere Wandstärken. Sr-90 hat z.B. sein Maximum bei 546 keV und den Durchschnitt bei 195,8 keV, da reichen 2-3mm völlig aus.

Ich würde deshalb immer empfehlen, den eigenen Körper als zusätzliche Abschirmung zu verwenden. Mit der Hand zwischen Quelle und Messgerät (natürlich auf das Messgerät aufgelegt, nicht auf die Quelle  8) ) sollten wirklich nur noch die Gammas durchkommen. Das funktioniert natürlich nur bei gerichteten Strahlenquellen und nicht, wenn man auf einer kontaminierten Wiese steht!
Übrigens kann man so auch feststellen, ob ein hoher angezeigter Messwert nur ein Gerätefehler ist: wenn man mit dem Rücken zur (gerichteten) Strahlenquelle weniger misst als wenn das Gerät nicht durch den Körper abgeschirmt ist, ist das Gerät in Ordnung  :o


Energiekompensation ist dann noch mal ein ganz anderes Thema als das Ausfiltern von Betastrahlung. Energiekompensation bezieht sich nur auf die reine Gammastrahlung, damit verschieden hohe Gammaenergien vom Detektor gleich gewichtet werden.

Viele Grüße!

Henri