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Autor Thema: Radioaktive Medikamente aus Bad Berka  (Gelesen 1382 mal)

NoLi

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Re: Radioaktive Medikamente aus Bad Berka
« Antwort #15 am: 17. November 2020, 23:53 »
Ja nee, pinkeln geht ja garnicht (Verstoß gegen §8 Strahlenschutzgesetz)! >:( :)

Gruß
Norbert

miles_teg

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Re: Radioaktive Medikamente aus Bad Berka
« Antwort #16 am: 23. November 2020, 16:19 »
Und wenn er zwischendurch auf der Toilette war? Dann ist ja zum Zeitpunkt des Videos gar nicht mehr alles da. Für F-18 hab ich eine Biologische Halbwertszeit von 1.4 Stunden gefunden (6 Stunden Ausscheidungs-Halbwert). Da ist mir nicht ganz klar wofür der gilt, und wir wissen ja auch gar nicht woran das F-18 gebunden war.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit an FDG (Fluordesoxyglukose). Und obwohl ich die clearance nicht exact kenne, so ist diese bei kleinen Molekülen (im Gegensatz zu großen, Peptiden oder Antikörpern) immer recht schnell. Das ist der Vorteil der Ausscheidung über die Nieren, im Vergleich zur Metabolisierung in der Leber. Kann aber bei anderen tracern ganz anders sein. Fluor 18 ist aber tendenziell eher ein Nuklid für kleine, schnell verstoffwechselte Moleküle.
Die biologische Halbwertszeit von Fluor 18 hängt eher mit der Anreicherung im Knochen zusammen. Ist das Molekül, das fluoriert wurde, nicht stabil, kann es zu Defluorierung und Aufnahme in den Knochen kommen. Eine der typischen Untersuchungen bei der Etablierung eines neuen 18F-tracers.

Kurz nach der Injektion landet besonders viel in der Blase weil die Blutkonzentration höher ist. Wenn er sich nach zwei, drei Stunden erleichtert hat könnte die Dosisleistung beim verlassen der Nuklearmedizin auch deutlich höher gewesen sein als ~315 uSv

Hat hier vielleicht jemand Erfahrung mit Berechnungen in der Nuklearmedizin?
Nicht wirklich, aber ich glaube mich zu erinnern das ich, als ich mal Versuchskaninchen gespielt habe, aufgefordert wurde mich vor Verlassen der Klinik zu erleichtern. :-D

1) Imaging of Accidental Contamination by Fluorine-18 Solution: A Quick Troubleshooting Procedure
Das zu publizieren halte ich jetzt aber schon ein wenig für Papierverschwendung...
Ich habe einmal im Kontrollbereich neben jemanden gestanden der mit ca 10 GBq 18F hantiert hat (der Strahlenschutzbeauftragte :D) und ich hatte, entgegen meiner üblichen Praxis, keine Handschuhe an. Muß wohl einen sehr kleinen Tropfen abbekommen haben und hatte, laut dem Hand-Fuß Kontaminationszähler, ca 2000 impulse/sec (oder waren es Bequerel/cm2?) auf einer Hand. Nach Dekontamination waren es immer noch 200. Damit hätte ich den Kontrollbereich gar nicht verlassen können, aber der Strahlenschutzbeauftragte lies mich gnädigerweise doch raus. :-D
Hätte ich das mal publiziert. :-)