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Autor Thema: Vergussmasse für Hochspannung  (Gelesen 299 mal)

JanK

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Vergussmasse für Hochspannung
« am: 18. Januar 2021, 15:27 »
Hallo zusammen,

um Koronaentladungen bei Hochspannungsaufbauten zu vermeiden und allgemein elektrisch zu isolieren, suche ich eine Vergussmasse mit folgenden Eigenschaften:

- Elektrisch isolierend (Spannungen bis 100kV),
- Sollte plastisch bleiben, etwa so wie Silikon,
- Flüssig vor dem Abbinden um es giessen zu können,
- Sollte nicht zu stark auf Glas und Metall kleben um es für Reparaturen entfernen zu können,
- Einfach zu beschaffen und nicht zu teuer.

Vielleicht hat jemand von euch eine Idee? Epoxid wird zu fest bzw. klebt auch zu stark. Einfaches Sanitärsilikon fliesst nicht richtig...

Vielen Dank!

Viele Grüsse,

Jan
Jan

Delgi_500

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Re: Vergussmasse für Hochspannung
« Antwort #1 am: 17. Juli 2021, 21:22 »
Hallo,
bin erst neu hier und vlt. ist meine Antwort zu spät ;), aber ich leg mal einfach los:

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit 2-Komponenten Silikon-Vergussmassen gemacht (bis ~30kV).
- Das Profi-Zeugs ist leider superteuer (z.B. SYLGARD 184 o.ä. ist mit 19kV/mm spezifiziert), aber
   für ein Projekt im "Gschäft" war mir das wurscht. Ausserdem ist es perfekt Glasklar!
- Für diverse private Projekte (z.B. 1,6 kV Stecker für ein Beta-Zählrohr) habe ich gute Erfahrungen mit
   Abform- / Dublier-Silikon gemacht. Ich bevorzuge da die "mittelharten" Typen.
  (schau mal z.B. bei TrollFactory Typ 2 mittelhart)

- Grundsätzlich solltest du nur 2-Komponenten Silikon verwenden, da beim vernetzen für diese
   Anwendung natürlich keine leitfähigen Kondensationsprodukte entstehen dürfen
  (Wasser, Essigsäure z.B. für 1-Komponenten Baumarkt/Badsilikon)

Ah, noch ein wichtiger Hinweis, du hattest geschrieben:
- Sollte nicht zu stark auf Glas und Metall kleben um es für Reparaturen entfernen zu können.

- Dazu muss ich sagen, dass es technisch durchaus gewünscht ist eine sehr gute Haftung zu haben,
weil dadurch keine Luftspalte zwischen der Vergussmasse und dem Vergussteil entstehen
(z.B. auch langfristig durch Temperaturwechsel, Erschütterungen etc.).
- Begründung: Ein Luftspalt bewirkt eine sprunghaften lokale änderung der Dielektrizitätszahl
(~1 für Luft zu ~2,7 für PDMSO), was IMMER zu einer lokalen Feldstärkeüberhöhung und potentiell zu Überschlägen führt.
(Stichwort "Fremdschichtüberschlag")
- Ergo: Luftspalte & Luftblasen sind peinlichst zu vermeiden -> Eine kleine Vakuumpunpe & Glocke + Geduld beim Giessen wirken da ware Wunder
(gibts für wenig Geld für die Extraktion hmmm, sagen wir mal "nativer organischer Harze" :blush:)

Bei extrem hohen Spannungen (> ca. 60 kV) geht man sogar den Weg und führt gezielt eine sehr hochohmige
"beinahe Isolationsschicht" ein um unvermeidbare Inhomogenitäten zu "beruhigen", aber ich weiss ja nicht, was du vorhast...

Grüssle