Radioaktive Fossilien

Begonnen von Hannes, 05. Februar 2021, 22:48

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opengeiger.de

Zitat von: NoLi am 03. Oktober 2024, 09:32in Sandkästen dem Sand untergemischt, damit Kinder diese bei "wissenschaftlichen Entdeckungstouren" finden können.

Und die Kinder suchen dann echt mit dem Geigerzähler?  :sarcastic_hand:

Lennart

Ich weiß genau, welches Video Norbert meint  :)


NoLi

Zitat von: opengeiger.de am 03. Oktober 2024, 10:20...
Und die Kinder suchen dann echt mit dem Geigerzähler?  :sarcastic_hand:
Nein, die Kinder durchwühlen und durchsieben den Sand. Der Zahngehalt des Sandes wird jeden Tag erneuert.

Norbert

Radiohörer

...ob günstig oder nicht, müsst Ihr selbst entscheiden!
Ein Besuch mit unauffälligem Messgerät lohnt 8)
felke.de

Würfel

Zur Abwechslung mal ein Rüsseltier:
Zitzenzahnelefant :D  (sic) Gomphotherium angustidens

Im Museum Fürstenfeld (Fürstenfeldbruck) sind ein paar Fossilien ausgestellt,
das Stoßzahnbruchstück hat dem Radeye PRD beim Vorbeigehen einen Alarm entlockt.
Beim nächten Besuch dann den Flir Identifinder mitgenommen und mal kurz geschaut.


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Der Identifinder meint Ra-226. Die anderen Fossilien strahlen nicht oder nur deutlich schwächer.

Stefan

NoLi

6-wertiges Uran ist sehr wasserlöslich und bindet sich bevorzugt an organischem Material.

Norbert

exicator

Guten Abend,

... in den im Video gefundenen Hai-Fischzähnen ist eine Spur Ra-226 zu finden, ohne nennenswerte Mengen der Mutter Uran 238 ... da Ra ein Erdalkalimetall ist, kann es leicht das Ca in den Zähnen und auch in den Knochen ersetzen und sammelt sich so dort messbar an ... und über die sehr lange Zeit, die die Zähne und Knochen im Boden in Kontakt mit Grundwasser verbracht kann dies vorkommen.
Ich denke, Fruchtzwerge sind bei entsprechend hoher Dosierung deutlich schädlicher für Kinder ...
Grüsse aus Berlin, Ralf
PS: ... Grüsse auch an die HPGe Fraktion!

NoLi

Die Haifischzähne sowie alle Fossilien müssen, wenn sie Radium-226 enthalten, auch in gleichem Aktivitätsverhältnis Uran-238 enthalten, weil ohne Uran das Ra-226 mit seinen 1600 Jahren Halbwertszeit schon vollständig zerfallen wäre. Da es aber heute noch nachweisbar ist, muß auch die Mutter U-238 noch vorhanden sein (siehe Uran-Zerfallsreihe).

Norbert

exicator

Guten Abend,
... die Annahme vom Gleichgewicht von U u. Ra in der Zerfallsreihe von U-238 ist sicherlich richtig und die will ich nicht anzweifeln, sie ist aber nur richtig, wenn das "System" ungestört ist ... aber wenn durch Wasser (Hydrothermale ...) Störungen erzeugt werden, dann können die Fossilien durchaus in Kontakt mit Ra-haltigen "Wasser" kommen ... und so das 2-wertige Ra gegen das 2-wertige Ca austauschen ... So hat ja auch Radio-Baryt reichlich Ra-226 aber kaum bzw. nicht die Gleichgewichts-Menge an U-238 in sich ... die ist mit einem Gamma-Spektrometer (HPGe) sehr einfach nachzumessen ...
Viele Grüsse aus Berlin
Ralf

NoLi

Zitat von: exicator am 03. Januar 2026, 20:25... die Annahme vom Gleichgewicht von U u. Ra in der Zerfallsreihe von U-238 ist sicherlich richtig und die will ich nicht anzweifeln, sie ist aber nur richtig, wenn das "System" ungestört ist ...
Ach ja, komplexe Geochemie... :umnik2:  :)

Norbert

DL3HRT

Wie der Zufall so will, lagen heute 150 g Haifischzähne mit Herkunftsland Marokko in unserem Briefkasten  :).
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Die gibt es in der Bucht für relativ kleines Geld zu kaufen. Danke an @Kermit für den Tipp. Ich habe sie natürlich gleich in die Bleiburg gepackt und mit meinem großen Detektor gemessen.
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Die Zählrate ist 2,4 Mal so hoch wie die Hintergrundstrahlung und es ergibt sich ein schönes Spektrum von Radium-226 und dessen Töchtern Blei-214 und Bismut-214.

Radiohörer


DL3HRT

Ich habe heute meinen großen fossilen Zahn vom Otodus obliquus in die Bleiburg gepackt und gemessen. Der Zahn wiegt 34,1 g und ist aktiver als die Tüte mit den 150 g Haifischzähnen. Die Nettozählrate liegt bei 34,2 cps, mehr als doppelt so hoch wie die Nullrate von 14,6 cps. Es ergibt sich ein sehr schönes Spektrum von Radium-226 und dessen  Töchtern.
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Im Spektrum ist der Hintergrund abgezogen. Hier drei Fotos vom Zahn mit einem ScaleCube zum Größenvergleich.
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Ich habe gestern die KI zu diesem Thema befragt. Interessant ist die Antwort auf meine Frage:  "Sind Haifischzähne häufiger radioaktiv als fossile Knochen?"
siehe Link


DL8BCN

Ich war letztes Jahr in Kiel.
Bei der Uni gibt es eine Mineralogische Sammlung mit einigen schönen Exponaten.
https://www.ifg.uni-kiel.de/de/einrichtungen/museum/geologisches-und-mineralogisches-museum-1
Dort gab es unter anderem große Stücke von versteinertem Holz.
Ich habe da meinen RadiaCode rangehalten und er hat ungefähr 0,20 µSv/h angezeigt.
Ich hatte keine Geduld für ein Spektrum.
Daher weiß ich nicht, was da genau gestrahlt hat.
Aber man sieht, daß Versteinerungen aus ehemals biologischem Ursprung durchaus etwas radioaktiv sein können.
Das ist interessant.

DL3HRT

Viele der angebotenen Haifischzähne stammen aus den Phosphat-Minen in Marokko. Und die enthalten, wie wir ja wissen, reichlich Uran. Das hat die Messung am Tripel-Superphosphatdünger deutlich gezeigt. Den hatten wir damals sogar massespektrometrisch untersuchen lassen.