Strahlenspür- und Verstrahlungsmeßgerät SV500

Begonnen von DG0JN, 09. März 2019, 19:03

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DL8BCN

Ich bin dabei das Gerät zu komplettieren.
Ich hatte noch eine Fototasche, wo es perfekt reinpasst.
Den Batteriebehälter für 29,90 Euro und den Kopfhörer für 15,25 Euro habe ich dazubestellt.
Ich habe noch 2 empfindliche Flüssigkeitssonden wovon ich nun eine an dem Gerät betreibe.
In dem Zubehörsatz war natürlich auch ein Sondenkabel dabei.
Das heißt, wenn ich den Batteriebehälter habe, kann ich das Gerät benutzen.
In meinem anderen SV-500 habe ich auch die Hochdosissonde gesteckt.
Daher kaufe ich jetzt keine extra Sonde mehr.
Auch die andere externe Niederdosissonde , die ca. 150 Euro kostet kaufe ich nicht ein zweites Mal.


nestade

Hallo,

spiele derzeit mit dem Gedanken, mir einen SV-500 zu kaufen (sobald mal was zu einem akzeptablen Preis verfügbar ist - derzeit verlangen da ja einige wirklich utopische Summen, wenn ich überlege, dass man die vor einigen Jahren regelrecht für 150€ hinterhergeschmissen bekommen hat).
Wie ist das denn, wenn man hier keinen vollständigen Satz kauft - z.B. finde ich derzeit nur wenige Geräte, wo die Gammasonde verbaut/dabei ist. Meist ist nur die Beta-Gamma-Sonde dabei. Wo beschafft man aktuell am besten die fehlenden Einzelteile, wenn man einen solchen Satz vervollständigen will? Ebenfalls einfach hoffen, dass etwas in Auktionen verfügbar wird?

DL8BCN

Ja, genau, man kann nur online suchen bei den üblichen ,,Verdächtigen": Ebay / Kleinanzeigen/ BW-Schmitti etc.
Und hoffen mal ein Schnäppchen zu machen.
Oder auf größeren Flohmärkten.

Marc

Ich bin vom SV500 auch begeistert, dazu mal eine Frage in die Expertenrunde:
Die beiliegende Sondenklemme für die externe Beta-/Gammasonde scheint ja auf den Durchmesser eines Besenstiels (nicht dienstlich mitgeliefert) oder eines Stocks ähnlichen Durchmessers ausgelegt gewesen zu sein.
Gab es in der BW jemals "professionelle" Sondenstangen? Falls nein, gab oder gibt es Richtwerte zur idealen Sondenstangenlänge beim Strahlenspüren? Ja schon klar, in Zweifel möglichst seeehr, sehr lang! ;-)
In der alten Geräte-TDV habe ich dazu nichts gefunden, vielleicht kann ja jemand Licht ins strahlende Dunkel bringen? Mit sondierenden Grüßen,
Marc

NoLi

Zitat von: Marc am 22. Mai 2025, 22:51Gab es in der BW jemals "professionelle" Sondenstangen?
Nein.

Zitat von: Marc am 22. Mai 2025, 22:51Falls nein, gab oder gibt es Richtwerte zur idealen Sondenstangenlänge beim Strahlenspüren?
Auch nein. Maximal so lang wie Kabel reicht... ;D
Sie sollte auch Messungen an und unter Fahrzeugen ermöglichen.

Norbert

Marc


dl8obh

Wer's vielleicht braucht: Schaltung und Leiterplatte + Anschlussdose mit Adernfarben der β-Sonde (Lang mit Drahtkäfig) - FHZ 72(X) - FHZ72

TrojanixLabInt

Erstmal Moin, bin Sam und neu hier im Forum, aber schon lange im CBRN-Bereich beruflich tätig... Ich habe neben einem Gammascout Recharchable und w/Alert auch einen SV500 als ein sehr zuverlässiger und Robuster Geigerzähler. Im Laufe der Zeit habe ich mit dem Gammascout viel zu tun gehabt und dennoch ist der SV500 viel empfindlicher und präziser (mit der richtigen Sonde).

Man muss aber unbedingt ein paar Details wissen, insbesondere wenn man ihn mit einer anderen Sonde als der Valvo ZP1320 verwendet, denn die Anzeige alleine schon ist auf diese Sonde kalibriert:

Valvo ZP1320, Vers.-Nr. (Bw) 6665-12-163-0679
...darf neben der Feinsonde FHZ 72 T, Vers.-Nr. 6665-12-163-0673 und der
Gamma-Innensonde (Vers.-Nr. 6665-12-163-0678) in keiner Sammlung fehlen.
- Diese lassen aber leider alle keine Alphanuklide durch zum zählen, daher bin ich auf die SI8B der Consensus Group umgestiegen (russisches Fabrikat).

Die Anzeige stimmt aber nur bei der ZP1320, denn andere Sonden haben andere Empfindlichkeiten:
Die Sonden zählen nur eine bestimmte Menge an Strahlung, diese tatsächlich gemessene Menge (CPM) wird dann in der Gesamtdosisleistung (Sievert oder Gray) "hochgerechnet" (im Gerät selbst) und auf die Anzeige gebracht.

Die SI8B misst viel mehr, aber dafür zeigt die Skala dann den ca. 17,6-fachen Wert an. Am Gebräuchlichsten sind "µSv/h"-Angaben und auch am interessantesten, weil es die tatsächliche Dosiswirkung auf uns angibt. Die Umrechnung ist kompliziert! Aber für die, die es interessiert (die meisten hier werden das vermutlich und höchstwahrscheinlich eh schon wissen) beschreibe ich das gleich ausführlicher...

Wichtig zu wissen ist, dass man dennoch den SV500 wunderbar als Aufspür-Gerät und Zerfallszähler benutzen kann. Der Aufbau von OM Rainer (DL8BCN, vy 73, auch an DL8OBH, viele OMs hier) mit dem Frequenzzähler im Impulszählmodus hier im Thread auf Seite 14 z.B. ergibt eine hochpräzise Messkombination, die kaum zu überbieten ist.

Mit geschickten Filtern und Anwendung der einiger Korrekturfaktoren (Empfindlichkeit der Sonde in CPM pro µSv/h, Alpha-Durchlässigkeitsfaktor, Lambert-Beer-Gesetz für den Alufilter bei Gammamessung etc etc etc) und viel messen und noch mehr rechnen, kann man höchstpräzise ermitteln, wieviel Alphanuklide, wieviel Betateilchen und wieviel Gammaquanten das Messgut enthält und daraus sehr wertvolle Informationen extrahieren (welcher Stoff, welche Konzentration, Zerfallsreihe, wie alt usw.).

Ich habe dafür ein Programm entwickelt und würde mich sehr freuen, wenn ihr das mal ausprobieren könntet! Es nennt sich Messreihe (Vollversion, Freeware, keine Werbung, Open Source) und ein Feedback geben könntet? Gerne dürft ihr es auch weiter entwickeln, verbreiten etc.
Mit diesem Programm braucht man wirklich nur noch messen und nicht mehr rechnen. Funktioniert mit Gammascout (kein Anschluss aber eingebauter Ticker) und am professionellsten wenn man den Alarmausgang mit dem Audio-In-Eingang des PCs koppelt. Dann braucht man nur noch die ODL messen, mit offener Sonde messen, dann Frischhaltefolie oder Papier zwischen Messgut und Sonde, dann einen Alufilter (oder beliebig dicke Aluplatte) vor die Sonde (das Programm rechnet nach dem LB-Gesetz selbst wieviel Beta noch durchkommen oder Sekundär-Gamma-Strahlung erzeugen und wieviele Gamma abgeschirmt werden usw). Wenn man kein Interface, Kabel oder so hat, kann man auch den Ticker am Mikrofoneingang des PCs nutzen und in einem einigermaßen ruhigen Raum die Empfindlichkeit im Programm einstellen.

Hier schonmal eine kleine Vorschau auf das Programm (Deutsche Version):

https://github.com/TrojanixLab-int/Messreihe/blob/main/Messreihe-de/Messreihe.pdf

Und das Programm selbst (Messreihe.zip und Messreihe-2.zip) im selben Ordner entpacken z.B. C:\Messreihe, Desktop, Eigene Dateien oder wo man möchte, keine Installation nötig (Portable). Dann die "Messreihe.exe" öffnen. Anleitung gibt es unten im Programm und ein cooles externes Programm "Nukliddaten" von Holger Werner, wer tiefer in die Materie nach der Messung gehen möchte.

https://github.com/TrojanixLab-int/Messreihe/tree/main/Messreihe-de

---------- Achtung: hochtechnisches Gedöns -----------

Nun noch wie 'angedroht' ;) die ausführliche physikalische Ausführung zu den Sonden:

Die ZP1320 zeigt 15 Impulse pro µrad bei Caesium-137 an und 18 Impulse pro µrad bei Cobalt-60, dieses Caesium-Isotop mit 662 keV entspricht mittleren Energiephotonen mit einer natürlichen ODL-Verteilung von 45% und das Cobalt-60 mit ca. 1,2 MeV entspricht hohen Photonen mit 55%.
Im Durchschnitt verallgemeinert kann man also sagen ca. 16 Impulse pro µrad...

Bei 16 Impulsen pro Minute würde der SV500 also theoretisch "1 µrad/h" (= 0,01 µSv/h) anzeigen.
Die feinste Skala ist in mrad, bei 1600 Impulsen in einer Minute würde die Nadel bei "0,1 mrad" stehen.

kalibriert auf Empfindlichkeit der ZP1320-Sonde:
•   137Cs ≈ 15 Impulse pro µR   = 25 CPM pro µSv/h
•   60CO ≈ 18 Impulse pro µR (137Cs-äquivalent)   = 30 CPM pro µSv/h
~   im Durchschnitt 27 CPM pro µSv/h = Δ⌀ = x1
•   α-Empfindlichkeit: 0%
•   Totzeit bei 600V: 45 µs

Empfindlichkeit der SI8B-Sonde und Korrekturfaktor zur ZP1320-Sonde:
•   137Cs ≈ 280 Impulse pro 3 µR = 155,6 CPM pro 1 µSv/h | ΔM = x18,7   
•   60CO ≈ 475 Impulse pro 1 µR = 792 CPM pro 1 µSv/h     | ΔH = x23,6   
~   im Durchschnitt ≈ 474 CPM pro µSv/h = Δ⌀ ≈ x17,6
•   α-Empfindlichkeit: 25% (real)
•   Totzeit bei 600V: 160 µs

im Durchschnitt Δ⌀ ≈ x17,6 der ZP1320 + 25% messbare Alphanuklide (Gewichtung x1 bei "µGy/h", aber x20 bei "µSv/h", inkl. Δ⌀ x 352)!

Das bedeutet: die Nadel wird den 17,6-fachen Wert anzeigen nur bei der Gamma- und Betastrahlung zuzüglich der Alphanuklide die ebenfalls einen Impuls im Zählrohr verursachen aber auf uns 20fach wirken.

Im groben kann man bei der Ablesung der Werte auf der mRad/h-Skala des SV500 + SI8B-Sonde zwar den Skala-Wert (mrad/h) : 2 teilen und erhält dann ca. den umgerechneten und korrigierten µSv/h-Wert (Alpha vernachlässigt), das reicht locker aus, wenn man in Pripyat Urlaub machen möchte um zu wissen, wo no-Go-Areas sind und wie lange man bleiben kann ;) um jedoch präzise und aussagekräftig geringe Radioaktivität zu messen muss man all diese Korrekturfaktoren berücksichtigen. Da ich irgendwann die Nase echt voll hatte, so viel rumzurechnen um möglichst zu 90% nahe an der Realität zu kommen, hab ich ja das Programm Messreihe entwickelt, das ein zumindest zu 99% an die Realität bringt (ohne Rechnen).

Demnächst möchte ich etwas näher auf den SV500 selbst eingehen. Ich baue nicht nur Software, sondern auch Hardware und bin grade an einem galvanisch-trennenden Signalwandler, habe aber bemerkt, dass mittels Induktion und Kapazitivität das Signal feiner filterbar und justierbar ist, da erhoffe ich mir heute am Freitag den 13. sehr viel Glück ;)  :D

DL8BCN

Herzlich willkommen hier.
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