Strahlenspür- und Verstrahlungsmeßgerät SV500

Begonnen von DG0JN, 09. März 2019, 19:03

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Marko Kolaric

Den grundsätzlichen Einwänden von Norbert und DL8BCN stimme ich zu.

Das SI8B ist in erster Linie ein sehr empfindliches Kontaminationszählrohr. Es ist nicht als energiekompensierte Gamma-Dosisleistungssonde konstruiert. Aus seinen Impulsraten kann man deshalb ohne ein bekanntes Strahlungsfeld, definierte Geometrie und eine geeignete Kalibrierung keine allgemein gültige Gamma-Dosisleistung ableiten. Eine quantitative Trennung von Alpha-, Beta- und Gammastrahlung allein durch einige Filter und rechnerische Korrekturfaktoren halte ich ebenfalls für problematisch. Insbesondere die behauptete Annäherung an die ,,Realität" mit 99 % erscheint mir ohne professionelle Referenzmessungen und bekannte Nuklidzusammensetzung nicht belegbar.

Auch zwei übereinstimmend anzeigende Gammascouts machen die natürliche Hintergrundstrahlung noch nicht zu einem definierten Cs-137-Referenzfeld. Beide Geräte können auf das unbekannte und gemischte Energiespektrum des Hintergrundes ähnlich reagieren, ohne dass daraus ein belastbarer Empfindlichkeitsfaktor für das SI8B folgt.

Beim SV500 muss man allerdings zwischen der externen Beta-Gamma-Sonde mit dem ZP1320 und der herausnehmbaren originalen Gamma-Dosisleistungssonde unterscheiden.

Die originale Gamma-Dosisleistungssonde des SV500 ist durch den Aufbau der kompletten Sonde bedingt energiekompensiert. Nicht zwangsläufig die nackten Zählrohre ZP1300 und ZP1320 selbst sind energiekompensiert, sondern die Energiekompensation entsteht durch die konstruktive Anordnung, Abschirmung und Filterwirkung innerhalb der Gamma-Sondenpatrone.

Der von euch beschriebene Effekt – die starke Überempfindlichkeit eines nackten GM-Zählrohres im Bereich niedriger Photonenenergien von ungefähr 50 bis 100 keV – ist gerade der Grund, weshalb eine solche Kompensation bei einer Gamma-Dosisleistungssonde erforderlich ist.

,,Bedingt energiekompensiert" bedeutet natürlich nicht, dass die Energieabhängigkeit vollkommen beseitigt wäre oder dass eine Cs-137-Prüfung automatisch das Verhalten bei allen anderen Photonenenergien bestätigt. Eine Prüfung mit Cs-137 bestätigt zunächst nur das Verhalten bei 662 keV und innerhalb der konstruktiv vorgesehenen Messbedingungen.

Die pauschale Aussage, dass wegen der niedrigeren Photonenenergien der natürlichen Hintergrundstrahlung ,,immer zu viel" angezeigt werde, trifft daher vor allem auf nackte unkompensierte Zählrohre wie das SI8B zu. Sie lässt sich nicht unverändert auf die originale Gamma-Dosisleistungssonde des SV500 übertragen.

DL8BCN

Interessanter Test. So etwas wird wohl fast nur im gewerblichen bzw. professionellen Bereich durchgeführt.
Wer hat als Privatperson schon Zugang zu kalibrierten Gammastrahlungsfeldern?
Also ich denke, wir sind auf die Ergebnisse gespannt.