Nanodis Geigerzähler

Begonnen von Jule, 11. Juli 2021, 01:21

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DG0MG

Das ist richtig, aber wenn die eingestrahlte Frequenz so hoch ist, dass sie für die Auswerteelektronik gar nicht mehr als Einzelimpulse wahrgenommen werden, dann sinkt die Anzeige, weil nur noch ein paar wenige Einzelimpulse in die Integration über die Zeit eingehen.
Schaltnetzteile haben Frequenzen von einigen 10 kHz, sagen wir mal 30 kHz. Das wäre für einen GZ eine Impulsrate von 1800000 ipm. Das kann kein einfacher GZ mehr zählen. Muss er ja auch nicht, weil vom Zählrohr auch nie solche Raten kommen, das geht schon weit vorher in die Sättigung.

Aber wie schon geschrieben: Um EMV-Problem auszuschließen, einfach mal im Freien probieren.
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Jule

äh äh. Im freien ist das gleiche Problem. Habe ihn 5 Minuten an meinen Sklodowskit gelegt. Nach 30 Sekunden geht das Display auf 1 µSv/h hoch, piept (Alarm kurz). Dann lange nichts und fällt auf 0 µSv/h ab. Nach 4 Minuten hat sich immer noch nichts getan. Neu angeschaltet, Fehler Hochspannung. Normalerweise ertönt ein Piepton nach dem Einschalten. Wenn keiner ertönt kann ma damit rechnen, dass der Fehler auftritt, wies auch draußen passiert ist. Das ist fast so als käme er mit der energetischen Gammastrahlung nicht zurecht.  :unknw: (was natürlich nicht daran liegen kann, wenn das Zählerrohr bis 9999 µSv/h messen kann).

Wenn die das repariert haben, müssten denen doch der Fehler vorher aufgefallen sein. Oder mit was testen die das dort?

SAL-87

Ich kann dir zwar leider auch nicht bei der Fehlersuche helfen. Aber hast du mal daran gedacht das Gerät zurückzugeben und dir für den selben Preis einen RadiaCode 101 zuzulegen?

Damit hättest du ein anscheinend sehr gut funktionierendes Gerät ( keine eigenen Erfahrungswerte vorhanden  ;) ) mit jeder Menge zusätzlichen und nützlichen Funktionen.

Viele Grüße
Marcel

NoLi

Zitat von: SAL-87 am 24. Juli 2021, 12:45
Ich kann dir zwar leider auch nicht bei der Fehlersuche helfen. Aber hast du mal daran gedacht das Gerät zurückzugeben und dir für den selben Preis einen RadiaCode 101 zuzulegen?
So einfach zurückgeben und den Kaufpreis verlangen, geht nicht. Zuerst muß man dem Verkäufer gemäß Garantiebestimmungen eine Reparatur- und/oder Wandlungsmöglichkeit (Gerätetausch) geben. Erst wenn dies nichts bringen, muß er den Kaufpreis erstatten.

Gruß
Norbert

SAL-87

Zitat von: NoLi am 24. Juli 2021, 16:16
Zitat von: SAL-87 am 24. Juli 2021, 12:45
Ich kann dir zwar leider auch nicht bei der Fehlersuche helfen. Aber hast du mal daran gedacht das Gerät zurückzugeben und dir für den selben Preis einen RadiaCode 101 zuzulegen?
So einfach zurückgeben und den Kaufpreis verlangen, geht nicht. Zuerst muß man dem Verkäufer gemäß Garantiebestimmungen eine Reparatur- und/oder Wandlungsmöglichkeit (Gerätetausch) geben. Erst wenn dies nichts bringen, muß er den Kaufpreis erstatten.

Gruß
Norbert

In der Theorie hast du natürlich Recht. Wenn der Verkäufer darauf besteht, muss man ihm diese Möglichkeit gewähren. Ein kundenfreundlicher und seriöser Händler sollte das Gerät aber trotzdem ohne zu murren zurücknehmen.
Erst recht wenn ein Reparaturversuch in die Hose ging und der Kunde dem Händler freundlich schildert, dass er aus ( für den Händler somit hoffentlich ) verständlichen Gründen nun leider keine Lust mehr auf das Gerät hat.
In den meisten Fällen sollte das wohl kein Problem darstellen.  ;)

Jule

Ich wäre auch mit einem Gerätetausch einverstanden. Das ist die einfachste Lösung von der ich auch ausgegangen bin. Ich kann den später auch anderweitig selber verkaufen.
Ich versteh nicht, wieso das Problem nicht behoben werden konnte. Die müssen das doch gesehen haben.

NoLi

Zitat von: Jule am 24. Juli 2021, 21:52
Ich wäre auch mit einem Gerätetausch einverstanden. Das ist die einfachste Lösung von der ich auch ausgegangen bin. Ich kann den später auch anderweitig selber verkaufen.
Ich versteh nicht, wieso das Problem nicht behoben werden konnte. Die müssen das doch gesehen haben.

Wenn vorhanden, notiere dir die Seriennummer deines Gerätes. Sollte keine vorhanden sein, markiere dein defektes Gerät an einer unauffälligen Stelle (z.B. im Batteriefach) ;)
Nun würde ich das Gerät mit einem freundlichen, aber schon bestimmt abgefassten Begleitschreiben mit Bitte zum Umtausch gegen ein gleichwertiges dem Verkäufer zurückschicken. Und nicht vergessen, eine Terminfrist zu setzen (in der Regel 14 Tage).

Du hattest im ersten Beitrag erwähnt, das Gerät nicht bei NANODIS erworben zu haben; hast Du es von einem NANODIS-Vertragshändler?

Sollten Deine Proteste beim Verkäufer nicht fruchten, würde ich mich direkt an den Hersteller NANODIS mit der Bitte um Wandlung wenden (der sitzt ja in Deutschland, Kontaktdaten sind auf dessen Homepage) 
https://www.nanodis.de/Geigerzaehler-CM-COUNTER-II/1045
Hier gibt es auch die Möglichkeit, eine Bewertung zu schreiben...so oder so.

;) Nichts ist für einen Hersteller schlimmer als eine (Kunden)Negativ-Werbung/Wertung für sein Produkt...;)

Gruß
Norbert

Jule

Es läuft schon die ganze Zeit über den Hersteller.
Ich habe es an den Händler geschickt und er hat es an Nanodis geschickt. Nanodis hat es repariert  :blush: und zurückgeschickt.
ich habe daraufhin eine E-Mail mit Dokumentation an nanodis geschrieben, dass der Fehler immer noch vorliegt.

Ich bin niemanden böse. Weder dem Händler noch dem Hersteller. Alle waren sehr akurat. Ich sehe das relaxt, wenn es etwas länger dauert.
Mal sehen was sie Montag zurückschreiben.

Zitat von: NoLi am 24. Juli 2021, 22:24
Wenn vorhanden, notiere dir die Seriennummer deines Gerätes. Sollte keine vorhanden sein, markiere dein defektes Gerät an einer unauffälligen Stelle (z.B. im Batteriefach) ;)
Das Geiger Müller Zählerrohr hat noch die Schutzfolie drauf an der eine kleine Ecke schon vom Werk aus fehlt. Daran habe ich es zuerst erkannt, dass das gleiche wieder zurück kam. Ich ging von einem Ersatz aus.

Gruß

sh4711

Zitat von: DG0MG am 24. Juli 2021, 09:29
Schaltnetzteile haben Frequenzen von einigen 10 kHz, sagen wir mal 30 kHz. Das wäre für einen GZ eine Impulsrate von 1800000 ipm. Das kann kein einfacher GZ mehr zählen. Muss er ja auch nicht, weil vom Zählrohr auch nie solche Raten kommen, das geht schon weit vorher in die Sättigung.
Der GS zählt locker 65535 1/s (aktuell in der Software auf 32767 1/s begrenzt;
liesse sich aber aendern falls noetig) und sowohl Vacutec 70 014 als auch das
ZP1300 wurden mit active Quenching bereits auf ueber 65k 1/s gejagt.

Die alten GS (vor FW 6.10) liessen sich mit Energiesparlampen (30-50 kHz) auch
prima in den Wahnsinn treiben. Das hatte auch nix mit dem stromsparenden Design
zu tun als vielmehr mit dem stoeranfaelligen Abgriff des Zaehlpulses an der Kathode
in einem voellig ungeschirmten Gehaeuse.

DG0MG

Ah okay, das wird man hoffentlich nie brauchen :)

Wie geht das da mit der Totzeit?
30000/sec sind etwa alle 33 µsec ein Impuls. Die Totzeit des LND712 ist mit 90 µsec angegeben. Damit wird das also wohl nichts werden. Die Totzeit des ZP1300 ist 20 µsec - warum eigentlich? Weil das Gasvolumen kleiner und die Ionisation schneller wieder gelöscht ist?

"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

sh4711

Zitat von: DG0MG am 25. Juli 2021, 18:03
Ah okay, das wird man hoffentlich nie brauchen :)
Kommt aufs ZR an :-) Ich habe mal einen Detektor mit 8 ZR gemacht - weniger um wirklich
zu Detektieren sondern vielmehr die Reserven bei Hochspannungserzeugung und Pulserken-
nung mit realer "Last" zu pruefen. Da kommt man dann schonmal auf die 65k 1/s.

Zitat
Wie geht das da mit der Totzeit?
30000/sec sind etwa alle 33 µsec ein Impuls. Die Totzeit des LND712 ist mit 90 µsec angegeben. Damit wird das also wohl nichts werden. Die Totzeit des ZP1300 ist 20 µsec - warum eigentlich? Weil das Gasvolumen kleiner und die Ionisation schneller wieder gelöscht ist?
Vermutlich. Ich habe immer beobachtet: Kleines Rohr -> kleine Totzeit. Bei kleiner Anode auch
kleinere Erholungszeit. Dazu kommt, dass die Totzeit bei hohen Pulsraten abnimmt. Das ZP1401
hat auch 90 us Totzeit laut Datenblatt, laesst sich aber auf ueber 20k 1/s bringen (beim LND ist
so bei 11k 1/s Schluss). Ich vermute mal, dass die Datenblattangaben beim ZP konservativer
sind...

Gemaess Datenblatt ist beim LND auch bei gut 10k 1/s Ende, beim ZP gehts laut Diagramm bis
knapp 40k...

Jule

Hallo,

das Geigerzählrohr wurde voriges Jahr anstandslos repariert. Einmal haben sie mir das Ding zurückgeschickt mit dem Vermerk, Gerät wurde ausgetauscht. Ausgetauscht wurde aber nur die Batterie. Aufgefallen ist mir das, weil in der Schutzfolie eine Ecke eingerissen war. Danach haben sie mir ein neues gegeben.

Zitat von: DG0MG am 24. Juli 2021, 09:29
Das ist richtig, aber wenn die eingestrahlte Frequenz so hoch ist, dass sie für die Auswerteelektronik gar nicht mehr als Einzelimpulse wahrgenommen werden, dann sinkt die Anzeige, weil nur noch ein paar wenige Einzelimpulse in die Integration über die Zeit eingehen.
Schaltnetzteile haben Frequenzen von einigen 10 kHz, sagen wir mal 30 kHz. Das wäre für einen GZ eine Impulsrate von 1800000 ipm. Das kann kein einfacher GZ mehr zählen. Muss er ja auch nicht, weil vom Zählrohr auch nie solche Raten kommen, das geht schon weit vorher in die Sättigung.
Mir wurde auch gesagt, dass meine Proben zu stark seien. Aber mit meinem Halbleitergeigerzähler kann ich alle Impulse auch anstandslos hintereinander messen.
Bei dem ausgetauschten Gerät ist trotzdem eine Latenzzeit vorhanden als könne es nicht alle Impulse hintereinander erfassen.

Viele Grüße

DL8BCN

Hallo, ich weiß nicht, ob dieses Gerät hier schon mal besprochen wurde.
Kennt jemand das Teil?

https://www.nanodis.de/Geigerzaehler-CM-COUNTER-II/1045


Henri

Ah, ich kannte den unter "Colloidmaster" (seltsamer Name...  :acute: )

3 Jahre Dauerbetrieb mit nur einem einzigen mickrigen 9V-Block spricht auf jeden Fall dafür, dass die Entwickler Ahnung hatten - zumindest von stromsparender Elektronik. Das geht wohl aber nur, weil das Gerät 3 Minuten nach dem letzten Tastendruck sein Display abschaltet.

Schick ist auch, dass sie auf die wenig zuverlässigen 9V-Clipse verzichten, man legt die Batterie einfach ins Fach ein.

Das Zählrohr scheint aber  nicht allzu groß zu sein: es sind 200 cps pro R/h angegeben, also 20 cps pro mSv/h. Das sind bei 100 nSv/h Umgebungsstrahlung 0.002 cps oder 0,12 cpm oder gut alle 8 Minuten ein Impuls  :o

Hmm und das erklärt auch den geringen Stromverbrauch. Oder es ist ein Fehler in der Bedienungsanleitung.

Auf der Webseite ist 999 µSv/h als obere Anzeigegrenze angegeben, was dann nur 20 cps wären. Die Einschränkung kann kaum am Prozessor liegen, also ist es vermutlich das lediglich dreistellig ausgeführte Display?? In den Händen hatte ich das Gerät noch nicht.

Viele Grüße!

Henri

Henri



Also, bei dem Gerät im Video (anscheinend der Vorgänger) lässt sich folgendes erkennen:

- billiges chinesisches (?) Hochdosis-Zählrohr ohne Abdeckung oder Betaschirm, nicht energiekompensiert
- stark betaempfindlich, verfälscht das Messergebnis
- extrem träge Anzeige
- Anzeige nur in ganzen µSv/h, wobei auch vierstellige Werte angezeigt werden können, die Herstellerangaben stimmen also nicht
- Display schaltet sich aus Energiespargründen ab, selbst wenn ein Alarm anliegt
- Bedienung nur mit einer Taste, dadurch sind nur wenige vorgegebene Alarmschwellen einstellbar

Also, für mich wäre das Teil nichts, schon gar nicht für den doch recht hohen Preis.