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Autor Thema: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020  (Gelesen 5914 mal)

miles_teg

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #60 am: 05. Mai 2021, 15:19 »
Bis dahin erzaehle ich mal ein bisschen, was sich so in meinen Augen geaendert hat:
...
Danke dafür. Ich wünschte ich hätte mich viel früher entschieden in die Zone zu reisen. Hab immer gedacht: "Nächstes Jahr...".

sh4711

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #61 am: 05. Mai 2021, 18:06 »
Obwohl wir echt die ganzen Hotspots gesucht und gemessen haben!

Die Hotspots(!) machens nicht. Die meisten sind eher Punktstrahler die den
Zaehler zwar in unmittelbarer Naehe austicken :-) lassen, aber bei 1 m
Abstand ist es dann schon ganz anders. Und meistens verbringt man da auch
nicht so viel Zeit. Selbst wenns beim Ausbuddeln von Reaktormuell mal 'ne
halbe Stunde dauert kommt nicht soviel zusammen.

Meine "intensiveren" Dosis-Erfahrungen habe ich im Roten Wald gemacht. Da
kommt bei 100 - 200 uSv/h homogener Grundstrahlung nach 1 - 2 Stunden schon
was zusammen. Pidlisni ist aehnlich heiss, aber da ist man sich so lange...

Zitat
Die haben unseren Kleinbus immer detailliert aussen und innen überprüft!
Wo? In Lelev oder Dityatki?

"Innen" habe ich noch nie erlebt. Ich hatte immer das Gefuehl, dass die Minibusse
intensiver kontrolliert werden. Die grossen Reisebusse nur fluechtig und aussen.
Die Minibusse sind vmtl. eher die, die kleine Individualtouren machen. Und da kann
man sich wahrscheinlich eher mal was "einfangen".

Im Privat-PKW wurden wir die letzten Male in Lelev nur am ersten Abend kontrolliert
und danach immer durchgewunken (also auch ohne die Personenkontrolle passieren zu
muessen)...



vulgogurktaler

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #62 am: 05. Mai 2021, 18:45 »

Die Hotspots(!) machens nicht. Die meisten sind eher Punktstrahler die den
Zaehler zwar in unmittelbarer Naehe austicken :-) lassen, aber bei 1 m
Abstand ist es dann schon ganz anders. Und meistens verbringt man da auch
nicht so viel Zeit. Selbst wenns beim Ausbuddeln von Reaktormuell mal 'ne
halbe Stunde dauert kommt nicht soviel zusammen.

Meine "intensiveren" Dosis-Erfahrungen habe ich im Roten Wald gemacht. Da
kommt bei 100 - 200 uSv/h homogener Grundstrahlung nach 1 - 2 Stunden schon
was zusammen. Pidlisni ist aehnlich heiss, aber da ist man sich so lange...

Ja, vor allem möchte man ja nicht unbedingt länger dort sein als überhaupt notwendig.

Wahnsinn! :o
Der Rote Wald ist aber ja ein ganz anderes Thema, aber wie kommt man dort hin?
Also Guides sind ja eher nicht davon zu überzeugen?

Wo? In Lelev oder Dityatki?

"Innen" habe ich noch nie erlebt. Ich hatte immer das Gefuehl, dass die Minibusse
intensiver kontrolliert werden. Die grossen Reisebusse nur fluechtig und aussen.
Die Minibusse sind vmtl. eher die, die kleine Individualtouren machen. Und da kann
man sich wahrscheinlich eher mal was "einfangen".

Im Privat-PKW wurden wir die letzten Male in Lelev nur am ersten Abend kontrolliert
und danach immer durchgewunken (also auch ohne die Personenkontrolle passieren zu
muessen)...

Also mit Kleinbus meine ich einen VW T5, wir waren drei Touris und ein Guide.
Das war an der 10km Zone, somit in Lelev/Leliw. Wir mussten auch immer aussteigen und die Kontaminationsprüfung durchschreiten.
Wir hatten aber in der Woche sowieso Pech mit den relativ langen Ausganssperren und einer Militärübung in Pripjat.

sh4711

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #63 am: 05. Mai 2021, 19:16 »
Der Rote Wald ist aber ja ein ganz anderes Thema, aber wie kommt man dort hin?
Also Guides sind ja eher nicht davon zu überzeugen?

Heutzutage? Keine Ahnung. Frueher war alles besser :-). Der Guide muss Dich kennen
und sich sicher sein koennen, dass Du keinen Quatsch machst. Dazu gehoert u.a. auch
keine Selfies, die dann mit Datum bei Fressenbuch erscheinen. Das sehen dann andere
Guides und die haben nix Besseres zu tun, als Deinen Guide zu verpfeifen - in der
Hoffnung, dass dieser gefeuert wird und der eigene Schwager an den Trog gelassen wird.
Alles schon dagewesen...

Und solche "Exempel" passieren schneller als man denkt. Eine gar nicht unbekannte Person
(B...23) hat vor einigen Jahren nach einem legalen Aufenthalt in der Zone nix besseres zu
tun gehabt, als zusammen mit einem Ukrainer illegal herumzustalken und wurde prompt
erwischt. Der Guide, mit dem sie vorher (offiziell) dort war, durfte ein wahre Inquisition ueber
sich ergehen lassen, obwohl er nix damit zu tun hatte. Waere er nicht ein bekanntes Zonen-
Faktotum haette er vmtl. seinen Hut nehmen koennen...

Zitat
Wir hatten aber in der Woche sowieso Pech mit den relativ langen Ausganssperren und einer Militärübung in Pripjat.
Au ja, sporadische Aktionen. Das kenne ich. In 2010 wurde "mein" Guide kurzfristig abgezogen
weil eine japanische TV-Delegation kam und unbedingt er diese "bedienen" sollte. Er konnte
aber guten Ersatz besorgen - Sergeij #27 war nach einer Flasche Wodka zu allen Schandtaten
bereit...

wrdmstr inc.

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #64 am: 05. Mai 2021, 23:41 »
ja manche sachen haengen bis zum tourstart in der luft bzw manches spontan abgesagt, ich war september 2017 da, tour im kraftwerk war gebucht und das haengt etwas von der sicherheitslage ab und ob behörden von der iaea oder so zu besuch kommen..jedenfalls 1 tag vorher kam auf youtube ein video auf, wo sich das riesenrad dreht, aufgenommen von einer drohne, wohl von einer polnischen gruppe gemacht...heist: bedrohungslage, uebermorgen keine besucher erlaubt, experten muessen erst das video mit dem riesenrad vergleichen ob das echt war oder n videotrick (ich weiss bis heute nicht ob das echt war)---also ging das zu dritt (fuehrer-guide-ich) dann durchs kraftwerk weil andere abgesagt haben 

vulgogurktaler

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #65 am: 06. Mai 2021, 09:34 »
ja manche sachen haengen bis zum tourstart in der luft bzw manches spontan abgesagt, ich war september 2017 da, tour im kraftwerk war gebucht und das haengt etwas von der sicherheitslage ab und ob behörden von der iaea oder so zu besuch kommen..jedenfalls 1 tag vorher kam auf youtube ein video auf, wo sich das riesenrad dreht, aufgenommen von einer drohne, wohl von einer polnischen gruppe gemacht...heist: bedrohungslage, uebermorgen keine besucher erlaubt, experten muessen erst das video mit dem riesenrad vergleichen ob das echt war oder n videotrick (ich weiss bis heute nicht ob das echt war)---also ging das zu dritt (fuehrer-guide-ich) dann durchs kraftwerk weil andere abgesagt haben

Leider ist das immer auch ein wenig Glückssache.
War nicht auch 2017 der Korruptionsskandal, wo doch der KKW-Direktor ziemliche Unsummen von den Führungen durchs Kraftwerk in die eigene Tasche abgezweigt hat?

Zum Riesenrad gibt es eine sehr interessante Analyse:

DG0MG

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #66 am: 06. Mai 2021, 10:31 »
Hier das Video, auf das sich diese Analyse bezieht:

"Bling!": Irgendjemand Egales hat Irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

sh4711

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Re: Reise mit privatem Guide nach Chernobyl/Pripjat April/Mai 2020
« Antwort #67 am: 06. Mai 2021, 17:02 »
ja manche sachen haengen bis zum tourstart in der luft bzw manches spontan abgesagt,
Oder (fast) mittendrin. Bei mir hiess es, es gaebe ein Problem mit dem Kontrollraum #4
weil man den Schluessel nicht faende. Ich sagte, dass das schwer nachvollziehbar sei,
weil doch Zone und insbes. AKW dafuer bekannt seien, perfekt organisiert und durchgeplant
zu sein. Und das er doch bestimmt da waere und man nochmal suchen moege. Und dann
wurde er auch prompt gefunden. Vielleicht hats zur Show auch einfach nur dazugehoert...