Polizeikontrollen Strahlenspürer suchen in Kärnten nach radioaktiven Gefahren

Begonnen von NoLi, 21. April 2024, 19:10

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

Lennart

Zitat von: Hans_K am 23. April 2024, 12:38Ja, das stimmt schon. Aber das hilft hier nicht viel weiter.
Man möchte ja die Gamma-Dosisleistung wissen.

Peter hat explizit nach der Aktivität gefragt und die spielt, wenn es um Fragen der Legalität geht, schon eine Rolle.
Wenn es um den Nachweis von erhöhter DL geht, hast Du natürlich Recht.

Lennart

Zitat von: Flipflop am 23. April 2024, 12:36Keine Ahnung, die Antwort würde mich aber auch noch Interessieren, unter Uran ist auf Wikipedia zu lesen:
(Dann wäre reines Erz bis zu 10 X Aktiver als reines Uranmetall?)

238U hat eine Halbwertszeit von 4,468 Milliarden Jahren und ist wie die anderen natürlichen Isotope (234U und 235U) ein α-Strahler. Die spezifische Aktivität von 238U beträgt 12.450 Bq/g. 238U ist der natürliche Beginn der Uran-Radium-Reihe.

Natururan hat immer eine höhere Aktivität, da die enthaltenen Zerfallsprodukte teilweise erhebliche spezifische Aktivitäten aufweisen, obwohl sie nur in Spuren vorliegen.

Hans_K

ZitatPeter hat explizit nach der Aktivität gefragt...
Ja, richtig.
Hatte die Frage dahingehend interpretiert, ob man ein Stück Pechblende bei der Vorbeifahrt in Kärnten detektieren könnte. :unknw:

Flipflop

Danke für die Antwort.
Also das eine ist die Aktivität, das andere die Gamma-Dosisleistung.

Lennart

Zitat von: Hans_K am 23. April 2024, 12:56
ZitatGenau wie von Norbert angesprochen ist der Urangehalt doch der wesentliche Wert. Wie weit schwankt der, minimal bis maximal?

Von Null bis 80%.
 

Die Frage ist ein bisschen missverständlich gestellt. Der Gehalt an Natururan in der Pechblende beträgt (zumindest theoretisch) bis ca. 88 %.

Peters Frage bezieht sich, wenn ich richtig verstehe, auf den Urangehalt der Lagerstätte in ppm oder Gew.%

Also quasi wie hoch der Gehalt an Uran in z.B. einer Tonne Material aus der jeweiligen Lagerstätte ist.

Das richtet sich nach der Art der Lagerstätte und den geografischen Gegebenheiten und reicht wohl von durchschnittlich 0,XXX Gew.% bis zu 20 Gew.%

Auf Wiki gibt es dazu eine schöne Übersicht:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Uranlagerst%C3%A4tte

1 % ist für unsere Ganglagerstätten schon realistisch, wie Norbert geschrieben hat.

Peter-1

Wenn ich die Extremwerte nicht berücksichtige, dann liegt der Gehalt an Uran bei 0,5 - 5 %, je nach Lagerstätte. Das klingt für mich jetzt doch realistisch.
Und wenn ich nun an frühere Mineralienbörsen denke  :yahoo: , so vor ca.30 Jahre zurück  :unknw:  ich möchte nicht wissen wieviel MBq zusammengekommen sind. Über 500 gr. wurde unter den Tisch gegriffen und da gab es dann in alte Zeitungen eigewickelte Stücke.
Gruß  Peter

Lennart

Zitat von: Peter-1 am 23. April 2024, 14:42Wenn ich die Extremwerte nicht berücksichtige, dann liegt der Gehalt an Uran bei 0,5 - 5 %, je nach Lagerstätte. Das klingt für mich jetzt doch realistisch.

Das Problem mit diesen Durchschnittswerten: in den Ganglagerstätten gibt es eben auch mal einen extrem mächtigen Gang mit haufenweise Reicherz und 10 Meter weiter wieder einen kaum vererzten Gang. So hat man bei den Urangehalten individueller Fundstücke schon eine große Bandbreite. Dazu mal ein Zitat von Seite 127 aus "Uranmineralien in Sachsen - Was Carl Schiffner noch nicht wissen konnte", geschrieben und veröffentlicht von Jörg Stark im Jahr 2019 (2. Auflage):

"Die auf S. 128 abgebildeten drei Pechblendebrocken wiegen zusammen 46,2 kg. Sie bestehen fast ausschließlich aus Pechblende in kompakter, kollomorpher Form. Setzt man die Dichte von Dolomit (2,9) und Pyrit (5) als hauptsächliche Nebenbestandteile sowie Pechblende (10,5) in das Verhältnis zu ihrem anteiligen Volumen in den Brocken, kann von 85 Massen-% reiner Pechblende ausgegangen werden, was 39,27 kg U3O8 entspricht. Der Anteil des Elementes Uran  in dieser Verbindung beträgt 85%. Somit enthalten die abgebildeten Stücke ca. 33,4 kg Uranmetall! Diese 33,4 kg entsprechen z.B. 1/3 der ganzen Ausbeute an Uran aus dem Vorkommen Ehrenzipfel mit 100 kg. Dieses Vorkommen wurde mit dem kapitalen Schacht 247, etlichen Stolln und Schürfen auf mehreren Sohlen im Zeitraum von 1948 bis 1951 erkundet. Welch ein ungeheurer Aufwand an Arbeit und Material, und hier im "Vorübergehen" aufgesammelt."

Das dazugehörige Bild werde ich aus Copyright-Gründen mal lieber nicht zeigen.