Atommuseum/Atomkeller Haigerloch.

Begonnen von NoLi, 04. Februar 2022, 21:40

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exicator

Hallo,

... nach den Hinweisen war es ein leichtes, für 3,80 € mit der S-Bahn in die Stadt zu fahren und die Sonderausstellung im Deutsche Historischen Museum "Roads not Taken" zu besuchen. In der Ecke: "Der Wettlauf um die Atombombe" ist auch der Uran Würfel aus dem Museum Haigerloch nicht zu übersehen. Ein paar Bilder von heute Vormittag dazu ...

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Wünsche noch einen schönen ruhigen Sonntag!
Grüsse aus Berlin, Ralf
PS: ... Grüsse an Wolfgang und Lukas!

Lennart

Super! Das sieht doch schon eher nach einem Uranwürfel aus.
Jetzt muss nur noch jemand die Neutronenstrahlung messen, damit wir einen kontaminierten Fake-Würfel ausschließen können  :D

Bei ~ 2.383 g U-238 sollten ca. 32 Neutronen pro Sekunde anfallen, laut dieser Tabelle. Die 0,72 % U-235 kann man wohl vernachlässigen.

Da sollte die Neutronenzählrate doch zumindest leicht ansteigen.

exicator

Hallo Lennart,

... in die Ausstellung darf man keine größeren Taschen oder Gegenstände mit hinein nehmen. An der "Garderobe" gibt es einen Plexiglaskasten (ca. L 400 x H 250 x T 120) mit Deckel, alles was da hinein geht ... kann auch in die Ausstellung.
Es mangelt nicht an "Aufsichts- und Wachpersonal" und man wird beobachtet, nicht nur von den Deckenkameras.
Klar, ist nur zur eigenen Sicherheit ... (;-).
Der Würfel ist ein Stück Zeitgeschichte und passt durchaus in diese Ausstellung ...
Grüsse

Eise

#63
Zitat von: miles_teg am 12. August 2025, 12:37Was dabei immer gerne vergessen wird: für die Eroberung der japanischen Hauptinseln wurden allein auf alliierter Seite mehrere Zehn bis Hunderttausend tote Soldaten erwartet, siehe Operation Downfall. Je nach Mobilisierung und Verteidigungsbereitschaft der Zivilbevölkerung wurden auf japanischer Seite Opfer im Millionenbereich erwarten...

Darin hast du sicher recht. Aber das ist nicht die Frage: die Frage ist ob die Atombombenabwürfe dafür notwendig waren Japan zur Kapitulation zu bringen. Und es gibt einige Gründe zu glauben, dass das nicht der Fall war. Ein paar Pünkte:
  • es fielen schon etwa 100,000 Tote pro Nacht bei Bombenangriffe auf Japanische Städte
  • Ein paar Städte wurden konsistent nicht bombardiert, z.B. Kyoto, aber auch... Hiroshima und Nagasaki (käme das eine 'sauberes Experiment im Wege?)
  • die Kriegserklärung der Sowjetunion an Japan am 8. August 1945
  • die 'Kaiserfrage'. Die USA verlangte bedingungslose Kapitulation, was Absetzung/(Todes)Strafe für den Kaiser bedeuten würde. Das war für Japan nicht akzebtabel. Hätte die USA schon von vornherein erklärt, dass der Kaiser hätte bleiben können, hätte das mindestens die Kapitalution für Japan erleichtert.
  • die USA wollten den Sowjets ihre Stärke unter Beweis stellen. Hiroshima wurde angesichts der sowjetischen Kontrolle Osteuropas und des nahenden Kriegsendes eine wichtige Kampfansage an Moskau. (O-Ton Truman: "Then we have a hammer on those boys"
  • Fanatische Japanische Generäle wollten den Krieg weiterführen, und haben haben selbst versucht die Aufnahme, worin Hirohito die Kapitulation erklärt, auf dem Weg zur Radiostation zu stehlen
  • Eine Vermuting: die USA wollte die 2 Arten Bomben (Uran und Plutonium) in 'real life' testen. Es gibt Hinweise dazu, aber keine absolute Evidenz

Übrigens war ich auch in Haigerloch, und war erstaunt darüber wie klein das Alles war. Da war das Manhattan Projekt ein bisschen grösser. Legendär war auch das Gespräch zwischen Heisenberg und Bohr, wo sich scheinbar Missverständnis auf Missverständis stapelte. Im jedem Fall scheint Bohr nach diesem Gespräch den Eindruck gewonnen zu haben, dass die Nazis ernsthaft an der Entwicklung der Atombombe arbeiteten. Nachdem ich den 'Atomkeller' gesehen habe, habe ich in jedem Fall den Eindruck, dass das nicht wirklich der Fall war.

Aber gut, dass ist jetzt weit von Geigerzählern entfernt...

NoLi

Zitat von: Eise am 18. August 2025, 09:37...
Übrigens war ich auch in Haigerloch, und war erstaunt darüber wie klein das Alles war. Da war das Manhattan Projekt ein bisschen grösser. Legendär war auch das Gespräch zwischen Heisenberg und Bohr, wo sich scheinbar Missverständnis auf Missverständis stapelte. Im jedem Fall scheint Bohr nach diesem Gespräch den Eindruck gewonnen zu haben, dass die Nazis ernsthaft an der Entwicklung der Atombombe arbeiteten. Nachdem ich den 'Atomkeller' gesehen habe, habe ich in jedem Fall den Eindruck, dass das nicht wirklich der Fall war.
...
Man wollte ja (erstmal) eine Uranmaschine bauen, die selbstständig Energie erzeugt. Das bei einigen Personen auch der Gedanke an eine Bombe im Hinterkopf stand, ist sicherlich nicht zu bestreiten.

Norbert