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#1
Baden-Württemberg / Aw: Menzenschwand Krunkelbach
Letzter Beitrag von Radiohörer - Heute um 11:37
Hallo,
könntest Du bitte mal genauer darlegen, wie die Biotope der Streptomyceten aussehen: im Wasser, am Rand von Bächen, ab & an überschwemmt, eher trocken etc. und was für uns Laien auf ein Vorhandensein hindeuten könnte.
Biotope mit erhöhter Radioaktivität, wie alte Halden, Sickerwässer daraus und sog. Radiumquellen gibt's ja zuhauf bei euch im SW: Schmiedestollen, Baden Baden...
Oberpfälzer & Bayerischer Wald und vor allem das angrenzende Tschechien bieten reichlich derartige Biotope...
Edit meint nein: ,,Darfs auch etwas reduzierend (H2S) sein?"




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#2
Baden-Württemberg / Aw: Menzenschwand Krunkelbach
Letzter Beitrag von opengeiger.de - Heute um 11:30
Kennst Du Wittichen? Ich denke da findest Du mehr Gestein mit höherer Aktivität als in Schiltach. Z.B. an der Halde Sophia oberhalb des Klosters.
#3
Baden-Württemberg / Aw: Menzenschwand Krunkelbach
Letzter Beitrag von nd134 - Heute um 10:12
Guten Tag, ich bin ein Masterstudent der Universität Freiburg und studiere pharmazeutische Wissenschaften.
Ich führe ein Projekt zur Isolierung von neuen Streptomyceten durch, aus denen in den letzten Jahrzehnten die meisten der heute auf dem Markt befindlichen Antibiotika isoliert wurden.
Derzeit geht es mir darum Biotope zu beproben, in denenn unterschiedliche Stressbedingungen herschen. Auf radioaktiven Steinen könnten sich besonders angepasste Streptomyceten befinden, die neue bioaktive Stoffe produzieren, um die es mir letztendlich geht.
Von Steinach am Wismutsee habe ich schon Gestein gesammelt, was nicht schwer zu finden war. Allerdings möchte ich auch in Menzenschwand und in der Grube Hilfe Gottes in Schiltach strahlendes Oberflächengestein mitnehmen und dann mit einer 16S rRNA Analyse die Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaften ermitteln.

Kennt jemand außer den Brocken weiter oben im Chat noch weitere Stellen, wo ich radioaktives Material an der Oberfläche finden könnte? War schon jemand in Schiltach und hat sich da den Grubeneingang angsehen.
#4
Und weil es so schön ist  ;D :

Eine Mischprobe aus 10g Lu2O3 und 100g KCl Radiacode (sehr alte Version, lin Scale):

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die RadiacodeMessung in Interspec (log Scale):
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und mit der Radiacode DRF entzerrt:
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Auch hier wieder der Kalium Compton-Berg!



PS: und hier noch eine ältere Messung der Probe mit einem größeren 2.5" NaI-Kristall in Interspec (ohne Compton-Berg):

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#5
Auch ganz interessant, eigentlich kennt ja jeder das Spektrum (Cs137 in einer Spark Gap Röhre). Aber man kann auch mal genau hinschauen:
Das Original im der Radiacode App (log Scale):

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In Interspec (lin Scale), da könnte man sich fragen, wo kommt denn der rote Peak her:

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Und mit der Radiacode Detektor Effizienz entzerrt:

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Also auch nur ein Effekt der Comptonstreuung im kleinen Kristall, nur halt nicht ganz so krass wie beim Kalium, weil die Energie der Photonen etwas kleiner ist.
#6
Ja, schon interessant, dass Du einen RC103 ganz einem ADER System widmest. Ist da eine professionelle Absicht dahinter oder reiner Spaß? Ich dachte die Sondengruppe des BfS hat auch mal eine Entwicklung einer LaBr3 Szintillationssonde gestartet. Was ist daraus geworden?

Ja, aber wenn ich Dein Spektrum anschaue, dann ist da einganz ähnlicher "Comptonpeak" drin. Das kommt nur nicht so krass raus in der logarithmischen Darstellung. Vergleiche es mal mit der Interspec Darstellung meiner Pottasche Messung. Bei Dir liegt der "höchste Berg" des Comptongebirges vom K40 auch mindestens auf gleicher Höhe wie der Photopeak, der bei Dir mit einer roten Linie eingefärbt ist. Wenn Du das durch die DRF dividierst, d.h. mit der Detektor Effizienz entzerrst, dann ist das ein ordentlicher "Compton-Berg". In meiner Interspec Darstellung der Pottasche-Messung ist das Flächenintegral unter dem Compton-Peak 0.005941cps (rot), der max. Peak bin hat 32 counts und unter dem K40 Peak liegen 0.007353cps (blau) und der max Peak bin hat 31counts. Wenn man das linear darstellt, dann ist der Compton Peak genauso hoch wie die Photopeak und der Photopeak hat nur ein wenig mehr Fläche. Also ich denke das muss auch so rauskommen, weil es indem kleinen Kristall kaum Mehrfach-Comptonstreuungen geben kann, während in einem großen Kristall praktisch alle Compton-Mehrfachstreuungen sich zur vollen Photopeak-Energie aufsummieren.
     
#7
Erklären muss ich noch, dass "chn_ref" in der Zeitreihe bedeutet, dass in dem betreffenden Spektrum die K-40-Linie bei 1461 keV detektiert und gefittet wurde. Der Wert von "chn_ref" ist der Kanal der K-40-Linie.
ADER steht für H*(10) oder ODL (Ambient Dose Equivalent Rate).

Man erkennt aus der Zeitreihe auch, dass man die Energiekalibrierung inzwischen anpassen muss.
Bislang wurden immer die gleichen Koeffizienten verwendet.
Ziel der Messung ist es zu untersuchen, wie Langzeitstabil der RC103-Detektor im Dauerbetrieb ist.
#8
Ich hatte am 27. April 2024, 21:17 in diesem Thread über mein Verfahren berichtet.
Ein RC103 läuft bei mir seit Ende Januar. Spektren des RC103 werden alle 10min mittels C-Programm über USB von einem RaspberryPi ausgelesen und in eine Datenbank abgelegt.
Um aus den 10min Spektren 1h bis 1d-Spektren bestimmen zu können, werden die Spektren auf eine feste Energie von 3keV pro Kanal umgerechnet (re-binned).
Die Spektren werden automatisch analysiert und es wird eine Spektrum-Analyse des originalen Spektrums, des re-binned Spektrum sowie des SVD-Spektrums (singular value deconvolution oder Hauptkomponenten-Zerlegung) durchgeführt.

In der Regel erkennt man nach einigen Stunden den K-40 Peak (obwohl der Kristall so klein ist!).
Ein typisches Spektrum ist für den 25. Mai beigefügt.

Am 29. Mai hatte ich den "Eimer" zur "Kalibrierung" eines Rikamoni noch recht nahe am RC103-Detektor platziert (Uran-Stein aus Menzenschwand).
In diesem Fall sieht man eine Reihe an Linien von Bi-214.

Die Daten für die Efficiency-Kalibrierung hatte ich (vor ein paar Jahren) einmal mit Geant4 berechnet.
Allerdings nur für NaI, CZT, LaBr3 und HPGe - leider nicht für CsI.
Ich habe als grobe Näherung die Daten des NaI angepasst und "übernommen".
Korrekt müsste man Geant4 für RC103 und RC103G anwenden - dauert aber (mit meinem Rechner) jeweils etwas mehr als 2 Wochen...

Dessen ungeachtet kann man aus meiner Sicht die klassischen Methoden der Spektrenanalyse anwenden.
Doppelpeaks habe ich nicht beobachten können.
#9
Ich hab jetzt spaßeshalber auch mal einige ältere Spektren, die ich mit dem Radiacode RC-101 aufgenommen hatte, mit einer Erzerrung mit Hilfe der Interspec DRF angeschaut. Das krasseste Ergebnis finde ich ist ein Spektrum von 2 Päckchen Pottasche (Vitavegan 20g, 13 Stunden):

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Zuerst dachte ich da stimmt doch was nicht  :unknw: . Aber je länger ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir, warum man da zwei Peaks sieht  :o . Das ist die Folge der Compton-Streuung in einem sehr kleinen Kristall. Wie der Effekt zustande kommt, ist hier erklärt:

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Ich werde jetzt nochmals versuchen eine schönere K-40 Messung zu machen, mit Kaliumdünger in Marinellianordnung und langer Messzeit.

Aber man sieht schon deutlich, welches Problem da für eine Dosisberechnung (mit Energiekompensation) entsteht. Bei einem kleinen Kristall muss man auch die Counts unter dem Comptongebirge dem Photopeak bei einer höheren Energien zuordnen (und hoffen, dass da kein anderer Peak liegt). Also fast schon ein Fall für KI  :D !

Das Bildzitat ist aus: https://www.physlab.org/wp-content/uploads/2016/04/Gamma-1.pdf
#10
Sonstige Strahlungsmessgeräte / Aw: Aranet Radon Plus
Letzter Beitrag von Flipflop - 19. Juli 2024, 21:04
2024.07. New Radon Monitor from SAF Tehnika - Aranet test review.

Janis Alnis